Ein Meilenstein für den Osttiroler Radtourismus

E-Bike-Fahrer sollen künftig die Betriebe entlang des Drauradweges beleben

Elisabeth Blanik und Mario Scheiber waren bei der Projektvorstellung ebenfalls vor Ort.

Das Organisationsteam der 1. Dolomiti SuperEbike aus dem Südtiroler Pustertal hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Plattform rund um die Themen E-Bike und „Grüne Mobilität“ aufzubauen.

Im Rahmen von Kongressen und einer Fachausstellung will man dabei verstärkt auf ein neues Zielpublikum setzen, das zwischen Bruneck, Lienz und Sexten in Zukunft zu wahren Genusstouren aufbrechen soll. Dabei ahmt man ein erfolgreiches Vorbild nach. „Die Schweiz stand bis vor 20 Jahren für Wandern, Skifahren und Eisenbahnfahren“,  erklärt Heidi Hauser vom Dolomiti-Organisationsbüro. „Heue ist die Schweiz eine Sommerdestination für das Genuss-Radfahren geworden.“

Eine solche Entwicklung erhoffen sich auch die Veranstalter und Touristiker für die Regionen Pustertal und Lienz. Denn durch das Angebot für Elektrofahrräder, sollen nicht nur neue Gästeschichten angesprochen werden, sondern auch die Betriebe entlang des Drauradweges profitieren. „Wenn man sein E-Bike auflädt, kann man beispielsweise die einstündige Pause nutzen, um irgendwo zu speisen, oder das touristische Angebot entlang des Weges zu nutzen“, so Hauser.

Osttirol-Werber Franz Theurl sieht in dem E-Bike-Projekt der Südtiroler Nachbarn einen echten Meilenstein für den Bezirk Osttirol. „Die Radsportstadt Lienz verfügt über eine Radwegdichte von 700 Kilometern. Diese sind nun nicht mehr nur trainierten Radfahrern vorbehalten, sondern können auch von Menschen befahren werden, die weniger sportlich sind.“

Durch die strombetriebene Unterstützung beim Treten könne man in Zukunft auch die gegenüberliegende Straßenseite des Drauradweges nutzen und beispielsweise den Römerweg in Thal oder die Pustertaler Höhenstraße umweltschonend befahren.

Da die durchschnittliche Laufleistung eines E-Bikes bei rund 150 Kilometern liegt, sind sich die Verantwortlichen des Projekts sicher, dass die E-Bike-Nutzer wesentlich ausgedehntere Touren unternehmen werden, da die Komponenten Muskelkraft und Kondition durch die Tretkraftunterstützung nahezu wegfallen. Dies steigere die Familienfreundlichkeit und locke damit neue Gästeschichten in das Pustertal und in den Bezirk Lienz.

In jedem Fall will man mit dem Projekt das Pustertal zu einer Kompetenzregion für Bikes in allen Facetten machen. Und das grenzüberschreitend. „Der Gast differenziert bei seinen Touren nicht zwischen den Ländern,  sondern  nimmt alles als eine Region wahr“, ist sich Oskar Januschke vom Stadtmarketing Lienz sicher.

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik befürwortete die zu erwartende E-Bike-Achse Bruneck – Lienz ebenfalls, da damit wieder ein zusätzlicher Mosaikstein für ein wirtschaftliches und kulturelles Zusammenwachsen gelegt werde.

Einen Kommentar schreiben...

2 Kommentare bisher

  1. suedtirol rad

    Super Sache! Südtirol hat übrigens 400 km Fahrradwege bzw. Routen und das Besondere dran ist, dass man in 23 Fahrradverleihen (durchschnittlich alle 17 km einer) das Fahrrad oder E-Bike ausleihen und anderswo wieder zurück geben kann. Falls jemand wirklich mehr als 90km mit dem E-Bike an einem Tag radelt und Südtirol durchqueren will, dann kann er jederzeit zu einem Südtirol Rad Verleih hinfahren und sich eine aufgeladene Batterie holen.
    Es wäre ja kein Problem dieses System auf Osttirol und Kärten auszuweiten. Mit dem Trentino ist man breits in Verhandlung. Vergl. http://www.suedtirol-rad.com. Einfach melden…

  2. F_Z

    Mich würde ja interessieren wo es in der Stadt Lienz 700km Radweg gibt. zum Vergleich: ich hab gerade gegoogelt, das die Stecke Lienz – Wien weniger als 470km sind…
    Und das eine E-Bike 150km Reichweite hat, ist wohl sehr, sehr, noch viel mehr, optimistisch – denke ich mal. Die einschlägigen Foren gehen von 40 bis 80km aus.