Osttirol soll richtig „smart“ werden

Osttirol soll vom „Dreieck“ Technologie, Gesundheit und Tourismus profitieren.

Birgit Pikkemaat und Harald Gohm wollen Osttirol weiter voranbringen.

Osttirol konnte im vergangen Winter 621.000 Nächtigungen verzeichnen und zählt somit zu den tourismusintensivsten Gebieten Europas. „Insgesamt verfügt die Tourismusregion Tirol über ein gutes Image, aber der Markt schläft nicht“, erklärt Birgit Pikkemaat vom Institut für innovativen Tourismus in Innsbruck. Vor allem Südtirol und die Schweiz seien hartnäckige Mitbewerber, wenn es darum ginge, neue Gästeschichten zu erschließen.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, müsse man ein Paket schnüren, dass sowohl den 5-Sterne Gast anspricht, als auch den Erholungssuchenden, der sich lieber bei Privatzimmervermietern einquartiert und auf Kräuterwanderung geht.

In jedem Fall kämen weder die Touristiker aus dem Bezirk Lienz noch der Wirtschaftsstandort Osttirol an innovativen Ideen vorbei. Daran würde es allerdings auch nicht mangeln. „Der Bezirk Lienz ist reich an guten Ideen“, betont Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.

Allerdings werden viele Ideen oft nicht realisiert. „Da viele Unternehmer aus diversen Gründen nicht dazu kommen, ihre Ideen umzusetzen, verschwinden die guten Konzepte wieder in den Schubladen“, bestätigt Pikkemaat.

Dem will die Standortagentur Tirol entgegenwirken. „Unsere Aufgabe ist es, den Wirtschaftsstandort Tirol zu stärken“, so Gohm. Es gäbe eine Unmenge von Möglichkeiten wie man ein Produkt innovativ fördern, und man qualifizierte Mitarbeiter für den jeweiligen Betrieb begeistern könne.

Die Verbindung von Tourismus mit Wellness ist nur eine Möglichkeit für Osttirol.

Diese findet man unter anderem in einem Handbuch, dass Interessierte kostenlos bei der Wirtschaftskammer in Lienz anfordern können. „Dabei handelt es sich um eine praktische Anleitung, in der die wichtigsten Schritte im Innovationsprozess durchgegangen werden“, erklärt Pikkemaat, die allerdings einschränkt, dass es ein „typisches Schema F“ dafür nicht gebe. „Die wichtigsten Schlüsselfragen sind jedoch darin enthalten.“

In Osttirol sollen sich die Betriebe und Regionen zudem durch eine Spezialisierung im „Kompetenzdreieck“ Gesundheit, Tourismus und Technologie entwickeln. „Zahlreiche Osttiroler Betriebe gelten als Innovationsführer und haben in den letzten Jahren verstärkt in die Forschung und Entwicklung investiert“, so Gohm. Diese Entwicklung gelte es nun zu nützen und auszubauen. „Aufgrund der `Smart Specialization-Strategie´ bei den EU-Förderungen, die ab 2014 greift, müssen die geschaffenen Kompetenzen künftig geschickt mit dem Tourismus verknüpft werden.“

Als Ideengeber, Moderator oder Netzwerkmanager will die Standortagentur den Osttirolern hilfreich zur Seite stehen. „Nicht bei den fehlenden Ideen liegen im Bezirk Lienz die Defizite, sondern im mangelnden Wissen um deren Umsetzung“, ist Gohm überzeugt. Wenn diese Hürde genommen werde, könne man eine Alleinstellung aufbauen, die wettbewerbsfähig hält und begehrte Unternehmen und Fachkräfte anzieht.

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1 Kommentar bisher

  1. anton2009

    Dass Osttirol zu den tourismusintensievsten Regionen in Europa zählt glauben auch nur Birgit Pikkemaat und Harald Gohm und eventuell die Osttirol Werbung! Die Nächtigungsrückgänge um 50 % seit den Siebziger Jahren sagen etwas anderes. Aber Papier ist ja geduldig!