„Ich würde gerne irgendwann nach Osttirol zurückkehren“

Manuel Ploner aus Lienz studiert Jus an der Karl Franzens-Universität in Graz.

Viel Zeit ist verstrichen, seit ich Manuel das letzte Mal getroffen habe. Damals lebten wir beide noch in Lienz und man sah sich hin und wieder beim Ausgehen. Noch ein paar Jahre früher wohnten wir sogar im selben Wohnblock, er einen Stock über mir. Während dieser Zeit stand dann auch die tägliche Spielstunde im Hof unseres Wohnblocks an. Mittlerweile hat es uns beide nach Graz getrieben. Über die alten Zeiten zu lachen, wird wohl nie an Reiz verlieren.

Manuel studiert Jus im ersten Semester an der Karl Franzens-Universität in Graz. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Studiums sei für ihn vor allem die vielseitige Weiterbildung gewesen — die „Produktpalette“ reicht von der Fundierung des Allgemeinwissens, über die Förderung des Rechtsverständnisses bis hin zur Vermittlung der Geschichte über die Rechtsentstehung. Ihn reizen auch in erster Linie die beruflichen Möglichkeiten nach dem Studium. „Es gibt einige Optionen nach dem Abschluss. Auch neben den typischen Juristenberufen“, erläutert Manuel.

Manuel Ploner, gezeichnet von Linda Steiner.

Der erste Teil seiner Ausbildung wird vier Jahre in Anspruch nehmen und mit der Verleihung des Magisters „Mag.iur.“ abgeschlossen. Danach hat Manuel die Möglichkeit ein dreijähriges Doktoratsstudium in Angriff zu nehmen. Diese Option lässt Manuel vorerst offen: „Man wird sehen was nach dem Magister passiert. Schaden würde ein Doktoratsstudium aber gewiss nicht.“ Bisher ist er zufrieden mit den Lehrinhalten. Lediglich die lateinischen Begriffe der Lehrveranstaltung „Römisches Recht“ findet er etwas mühsam. „Bei einer Vorlesung pro Woche fällt das aber nicht ins Gewicht.“ Aufnahmeverfahren gab es für sein Studium keines, dies sei aber „ab dem kommenden Sommersemester geplant“.

Auf die Frage, warum er sich für die steirische Landeshauptstadt als Studienort entschieden hat, meint er schmunzelnd: „Naja, Graz ist für Osttiroler wohl die Studentenstadt schlechthin, das solltest du eigentlich wissen. Mir hat das Ambiente und die offene Art der Steirer sehr gereizt.“ Das Einleben in Graz ist ihm leicht gefallen, haben ihn doch einige Freunde begleitet. Mit zwei dieser Freunde hat er eine Wohngemeinschaft gegründet — eine Mitbewohnerin ist Carina Fiechtner, die bereits in der Heimweh-Serie portraitiert wurde. Die Zeit bis zum Studienbeginn überbrückte der Lienzer mit dem Ableisten seines Grundwehrdienstes. Nebenbei absolvierte er einen Tennis-Instruktor-Kurs in Linz. Für diesen Kurs und den Umzug in das „grüne Herz Österreichs“ nutzte er seine Urlaubstage beim Bundesheer.

Auch in Graz findet er regelmäßig Zeit für eine Tennispartie mit Freunden. Für Manuel spielen Praktika während der Ausbildung eine zentrale Rolle. „Ich möchte dadurch möglichst viele Erfahrungen sammeln. Das hilft ungemein.“ Im diesjährigen September steht für ihn ein Praktikum als Rechtshörer im Bezirksgericht Lienz auf dem Programm. Er werde jede Möglichkeit, die sich in dieser Hinsicht ergibt, aufgreifen. Sein Heimweh hält sich bisher in Grenzen, da ein Heimatbesuch ja keine Weltreise sei. „Ich würde gerne irgendwann nach Osttirol zurückkehren“. Zum Abschluss bitte ich Manuel, mir unsere Heimat Osttirol mit einem Wort zu beschreiben — „Wunderschön“.


In der Serie „Heimweh?“ porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren. Du studierst oder machst eine andere Ausbildung außerhalb Osttirols? Wir porträtieren dich! Schicke uns ein paar Zeilen über dich an redaktion@dolomitenstadt.at und eine(r) unserer jungen Redakteure bzw. Redakteurinnen wird sich melden.

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1 Posting bisher
Sonja vor 7 Monaten

Ich wünsche Manuel viel Glück für die Zukunft.