Start-Up-Wettbewerb der Innos: Idee sucht Entrepreneur

Eine Festival-App, ein „Schneesauger“ und Stehpulte für Schulen sollen vermarktet werden.

Eines gleich vorweg: Einen Entrepreneur hat Richard Piock durch den Entrepreneur-Wettbewerb „Willi – hilft auf die Sprünge“ der Innos GmbH noch nicht gefunden. Er selbst definierte bei der Prämiierung der Siegerprojekte des Contests, was das für ein Wesen ist: kein Manager, kein bloßer Erfinder, nein, ein Mensch, der etwas riskiert – meist sein eigenes Geld – und dabei beseelt von einer Idee an deren Umsetzung arbeitet. Was der Ideenwettbewerb der Innos tatsächlich hervorbrachte, sind drei Vorschläge für mögliche Projekte, die man vielleicht umsetzen könnte, wenn sich dafür Geld und ein Umsetzer auftreiben ließe. Ein Versprechen im Konjunktiv.

Richard Piock will Ideen auf die Sprünge helfen. Das wird auch nötig sein, denn Entrepreneure meldeten sich bislang noch nicht zu Wort.

Unterhaltsam war die Präsentation im Saal der Lienzer Sparkasse – deren Privatstiftung den Wettbewerb sponserte – aber in jedem Fall. Auch deshalb, weil Domenik Ebner – Neos-Lokalpolitiker und Mitarbeiter der Firma Euroklima – in der Rolle des „hinterfragenden Experten“ eine recht gute Figur machte und allen Projekten noch zusätzlich interessante Aspekte entlockte.

Statt gedrucktem Lageplan und Info auf Papier will Lena Wieser eine Smartphone-App einsetzen, um Festivalbesuchern Orientierung zu bieten. Innos-Mitarbeiter Stefan Wurzer (rechts) berechnete ihre Erfolgschancen. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Da war zunächst einmal die Idee für eine Festival-App, mit der Lena Wieser einen der beiden ausgeschriebenen 500-Euro-Schecks gewann. Eine plausible Idee, die vor allem die Sicherheit bei Festivals verbessern und einige Benefits sowohl für Besucher als auch für Veranstalter bringen könnte. Wie es der Zufall haben will, setzt auch das renommierte Nova-Rock-Festival heuer erstmals auf eine App, nicht so ausgefeilt wie jene, die sich Wieser ausgedacht hat, aber ein Beleg, dass Bedarf gegeben ist.

Diese Scheibe ist ein Hit – wenn sie funktioniert, sagt Anton Edler, der Erfinder des „Schneesaugers“, der weißes Pulver in Wasser verwandeln soll.

Aus einer ganz anderen Ecke kam der Steirer Anton Edler, der als zweiter Preisträger einen „Schneesauger und -verflüssiger“ als Erfindung präsentierte, allerdings in einem frühen Stadium als simple Strichzeichnung auf einem Blatt Papier, die immerhin erahnen ließ, worauf der gelernte Elekrotechniker hinaus will. Ob das Ganze auch funktioniere, fragt der Moderator nach? „Das weiß ich nicht“, ist die Antwort und daran schließt sich ein Wunsch des Erfinders an: Die von ihm entworfene Scheibe, deren Querschnitt dafür sorgen soll, dass der Schnee auch tatsächlich aufgesaugt wird, könnte an der HTL oder der Mechatronik-Uni in Lienz zunächst einmal auf ihre Funktion getestet werden. Auch wenn die Wunderscheibe hält, was der Erfinder verspricht, kann damit nur Pulverschnee bis fünf Zentimeter Höhe aufgesaugt und sofort in Wasser verwandelt werden. Nichts für die Glocknerstraße, aber eine Möglichkeit für kommunale Betriebe in Gegenden, in denen es selten und nicht allzu viel schneit.

Lilly Moosmann, Christina Pötscher, Julia Seiwald und Michael Lenzhofer (von links) erklären Domenik Ebner, warum stehen auch im Unterricht gesünder ist als sitzen. Foto: Lienzer Sparkasse/Lechner

Außer Konkurrenz präsentierte eine Gruppe der Lienzer HAK in einer kurzen, charmant vorgetragenen Performance die Idee eines „stehenden Klassenzimmers“, in dem SchülerInnen sich nicht an Schreibtischen verkrümmen, sondern an Stehpulten arbeiten und ihr Rückgrat schonen. Entworfen von Aberjung und möglicherweise in einem Prototyp realisierbar bei der Tischlerei Forcher in Lienz, ist das Projekt nicht neu, aber gut gedacht und – wenn es auch gut gemacht wird – nur noch einer Herausforderung ausgesetzt: den knappen Budgets der Schulen.

Fazit: Die Willi-Präsentation war ein unterhaltsamer Abend mit drei kreativen Ansätzen. Doch Lena Wieser will erst maturieren und auch danach kein Software-Unternehmen starten, Anton Edler will nicht Unternehmer sein, weil ihm dafür die Kompetenz fehle und die Schüler der HAK werden wohl auch nach der Matura keine Möbel vermarkten. Deshalb will die Innos in allen drei Fällen die Initiative ergreifen und zum Bindeglied zwischen der Idee und dem ausführenden Entrepreneur werden. Bei einem fragenden Blick in den Saal zeigte noch kein Geldgeber auf. Aber ein erster Schritt ist gemacht.

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1 Posting bisher
Domenik vor 1 Woche

Tolles Event! Solche Formate müssen unbedingt weitergeführt werden! Ideen aus der Region für die Region! 😀