Der Unglücksreaktor von Tschernobyl kostete zehntausende Menschen das Leben. Vor 35 Jahren kam es zum Supergau. Foto: Wikicommons

Der Unglücksreaktor von Tschernobyl kostete zehntausende Menschen das Leben. Vor 35 Jahren kam es zum Supergau. Foto: Wikicommons

35 Jahre Tschernobyl: Radioaktivität in Österreich

Die Belastung des Bodens hat über die Jahre abgenommen, überwacht wird sie weiterhin.

Heute vor 35 Jahren, am 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk in Tschernobyl der bisher schwerste Reaktorunfall, seit dem Beginn der Nutzung der Kernenergie. Während eines Experiments und infolge fataler Konstruktionsmängel, ungenügender Sicherheitsstandards sowie falscher Bedienung der Anlage kam es zur Kernschmelze und zur Explosion des Reaktorblocks 4 des Atomkraftwerks. Mit fatalen Folgen.

Direkt bei der Explosion starben zwei Kraftwerksmitarbeiter, innerhalb der nächsten Wochen und Monate 28 weitere Arbeiter und Feuerwehrleute aufgrund der akuten Strahlenkrankheit. Die extreme radioaktive Strahlung, der diese Menschen ausgesetzt waren, tötete sie. Wie viele Menschen an Langzeitfolgen der Strahlenkatastrophe starben, lässt sich schwer sagen – es dürften mehrere Zehntausend sein.

Heute noch existiert eine 30-Kilometer-Zone, ein Sperrgebiet rund um die Ruinen des Atomkraftwerks in Tschernobyl und heute noch lässt sich radioaktives Cäsium-137 in Europa nachweisen, das bei der Katastrophe frei und vor allem über die Luft auf dem gesamten Kontinent verteilt wurde. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von etwa 30 Jahren, nach 35 Jahren ist demnach noch immer etwas weniger als die Hälfte der 1986 freigesetzten Menge vorhanden.

Die Messdaten von 1986 zeigen, wie stark Österreich vom radioaktiven Fallout betroffen war. Grafik: BORIS Datenbank, Umweltbundesamt

Besonders von Radioaktivität betroffen waren damals Länder, in denen es regnete – unter anderem Österreich. Mit dem Regen gelangten die radioaktiven Stoffe aus der Luft in den Boden und führten dazu, dass Österreich eines der am stärksten kontaminierten Länder war. Deshalb ergriffen die verantwortlichen Behörden nach der Atomkatastrophe – viele ÖsterreicherInnen können sich noch daran erinnern –  Maßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen. So wurde ein zeitweiliges Ernteverbot für Feldfrüchte verhängt, sowie ein Weideverbot für Nutztiere.

Außerdem erließen die Behörden Grenzwerte und kontrollierten über Monate hinweg Lebensmittel auf ihre Radioaktivität. Grundlage waren schon damals Messwerte des Strahlenfrühwarnsystems, welches im Jahr 1975 eingerichtet wurde. Auch heute finden diese Kontrollen weiterhin statt, seit 2003 betreibt das Umweltbundesamt das Frühwarnsystem.

Seine Daten zeigen, dass auch nach 35 Jahren weiterhin Cäsium-137 in Österreichs Böden nachgewiesen werden kann. Am stärksten belastet sind demnach noch Gebiete in Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und der Steiermark.

In Tirol ist die Belastung größtenteils gering, im nördlichen Osttirol zeigt die Belastungskarte des Umweltbundesamtes jedoch weiterhin erhöhte Cäsium-Werte. So zeigt die Messstation Landecktal/ Prägratmoos am 26.4.2021 noch eine Belastung von 71 kBq/m². Die Belastung ist demnach vor allem auf den Almen der Hohen Tauern weiterhin erhöht.

Auch im Jahr 2021 lässt sich weiterhin Radioaktivität in Österreichs Böden nachweisen. Der Verzehr von Feldfrüchten, Pilzen und Wildfleisch ist aber unbedenklich. Grafik: BORIS Datenbank, Umweltbundesamt

Dabei ist das Cäsium in Acker- und Wiesenböden aber an im Boden vorhandene Tonbestandteile gebunden und deshalb nicht mehr für Pflanzen verfügbar. Es spielt somit bei landwirtschaftlichen Produkten keine Rolle mehr, wie Untersuchungen der AGES zeigen. Sie kontrolliert im Auftrag des Bundesministeriums Umwelt, Lebensmittel und Importe und überwacht damit die Auswirkungen der Atomkatastrophe auf Österreich.

Sehr wohl eine Rolle spielt der radioaktive Stoff jedoch im Waldboden. Hier können Pflanzen das Cäsium über die Wurzeln aufnehmen, was dazu führt, dass bei Pilzen oder Wildfleisch eine erhöhte Radioaktivität auftreten kann. Die AGES kontrolliert diese Produkte deswegen regelmäßig und weil die verzehrten Mengen von Wildfleisch und Wildpilzen üblicherweise so gering sind, spielt die aufgenommene Dosis keine relevante Rolle.

Doch nicht nur die Belastung von Umwelt, Boden und Lebensmitteln wird in Österreich analysiert und überwacht. Die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien ist eines von weltweit zehn Regionalzentren der Weltorganisation für Meteorologie, die die Verlagerung und Ausbreitung von Schadstoffwolken berechnen.

Die Grafik der ZAMG zeigt die zeitliche Ausbreitung der radioaktiven Wolke nach der Atomkatastrophe. Die Graustufen stellen dabei die verstrichenen Stunden dar (0=dunkelgrau). Grafik: ZAMG

Mit Computersimulationen ermittelt die ZAMG den Transport, die Verdünnung und den radioaktiven Zerfall von Schadstoffwolken und wo diese Schadstoffe am Boden abgelagert werden. Der Aufbau des österreichischen Wettermessnetzes war dabei ein direktes Resultat des Atomunfalls in Tschernobyl.

„Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Krisenfällen, in denen unsere Ausbreitungsrechnungen zur Anwendung kommen“, erklärt Paul Skomorowski, er ist bei der ZAMG für das atmosphärische Krisenmodellsystem ENVINER zuständig, „entweder wird berechnet, wohin sich von einem bestimmten Punkt aus Teilchen in der Atmosphäre in den nächsten Stunden oder Tagen verlagern, zum Beispiel nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk. Oder man berechnet, woher Teilchen in der Luft kommen, um beispielsweise zu wissen, wodurch ein plötzlicher Anstieg von Schadstoffen verursacht wird, beziehungsweise in welchem Bereich der Freisetzungsort gelegen sein kann.“

Ab Juni 2021 versorgt die ZAMG zusätzlich auch das internationale Krisenmanagement mit Informationen über zu erwartende radioaktive Wolken im Fall von Störfällen in Atomkraftwerken.

Das einzige Atomkraftwerk Österreichs, das AKW Zwentendorf wurde nie in Betrieb genommen, doch in den österreichischen Nachbarländern stehen mehr als ein Dutzend aktiver Kernkraftwerke. Foto: Wikicommons

Der Kampf um Sicherheit und gegen den Betrieb von Atomkraftwerken in Europa geht derweil weiter. Die Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg veröffentlichte am 26. April 2021 eine Studie, die zu erschreckenden Ergebnissen über den Zustand aktuell betriebener Atomkraftwerke kommt.

So seien die Technologie und Sicherheitskonzepte veraltet und es bestehe kein Schutz gegen neue Risiken und äußere Auswirkungen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Flugzeugabstürze. Die Allianz fordert deswegen, eine Begrenzung der Laufzeit und Abschaltung aller Atomreaktoren. Außerdem soll die Atomenergie nicht mehr als „nachhaltig“ eingestuft werden.

Auch die Kärntner Landesregierung weist auf diese Mängel hin und legt dabei besonderes Augenmerk auf das Atomkraftwerk Krško, das nur 70 Kilometer von der österreichischen Landesgrenze entfernt, in einem slowenischen Erdbebengebiet liegt. „Bei der seinerzeitigen Planung und beim Bau des AKW Krško wurden mögliche Starkbebenereignisse nicht berücksichtigt und für eine Laufzeitverlängerung des AKWs gilt zusätzlich, dass die Materialien durch den natürlichen Alterungsprozess mittlerweile geschwächt sind“, sagt die Kärntner Landesrätin Sara Schaar.

Obwohl Österreich selbst kein einziges Atomkraftwerk betreibt, betrifft das Thema auch die ÖsterreicherInnen, denn in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze liegen 12 aktive Atomkraftwerke. Atomenergie mache nicht vor Grenzen halt, nennt es Global 2000 beim Namen. Spätestens seit der Atomkatastrophe in Tschernobyl sei uns das bewusst.

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35 Postings bisher
Wirt2200

Ich habe kein Problem damit, jedes einzelne Atomkraftwerk auf der Welt zu schließen, sobald der benötigte Strombedarf komplett von erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann.

Bis dahin sollten, anstatt der Atomkraft, die fossilen Brennstoffe aufgegeben werden, da diese für Mensch und Umwelt um ein Vielfaches gefährlicher sind.

Wer dem nicht zustimmt, soll doch bitte eine Alternative vorschlagen :)

senf

wenn wir uns nicht mit den verbrauchsspitzen auseinandersetzen und darauf bestehen, nach belieben den schalter zu drücken, wird diese problematik uns dazu zwingen. das wird dann sehr sehr böse und vielleicht auch finster.

die elektroenergie muss anders verteilt werden, dazu zählt auch das stromsparen von jeden einzelnen. aber das will ja niemand hören, gel?

die obige kartenabbildung des BA mit der cäsium-137 belastung und dem stand vom april 2021 ist schon etwas wage, finde ich. auch wenn man das mit rechenmodellen recht gut simulieren kann.

vor dem reaktorunfall 1986 wusste man in österreich nicht, wo und welche konzentration der boden hatte. weder terrestrisch noch kosmisch (natürlich), und auch nicht, inwieweit der boden durch atomversuche oder andere menschliche geheimaktionen in der 60ger-jahren bereits verseucht war (rusky/ami). österreich hatte diese erhebunge nie flächendeckend dokumentiert, um überhaupt vergleiche nach tschernobyl liefern zu können. so das radiologische institut, für das ich damals selber hunderte bodenproben zur bewertung entnommen hatte und zu meinem erstaunen erfahren musste, wie unterschiedlich die kontaminierung auf kurze distanz bestand.

eines war uns schon klar, die hohen berge wirkten wie ein kamm und "reinigten" den luftzug nach norden. das resultat: die tauernsüdseite und zillertaler alpen wurden durch den wetterzug stark belastet. als sofortmaßnahme hatte man den almmilchverkauf aus den hochtälern gestoppt und das wertvolle gut wurde als sondermüll entsorgt.

frin

Das große Ziel um den CO2 Ausstoß in den Griff zu bekommen wird Elektrizität sein. Möglichst alle Verbraucher sollten elektrisch sein und möglichst jegliche Stromerzeugung sollte grün sein.

Wie soll das funktionieren?

Alleine der private Stromverbrauch steigt derart schnell, das hier Jahr für Jahr enorme Zuwächse generiert werden. Da immer mehr Verbraucher, auch große Verbraucher in der Industrie, oder auch im Verkehr elektrisch sein sollten, wird der elektrische Energieverbrauch weiter massiv steigen. Wo soll dieser zusätzliche Strom herkommen?

In D haben Atomkraft und Kohlekraft bald ausgedient und erneuerbare Energien machen dort wie in AT für den benötigten Bedarf aktuell nur einen sehr kleinen Teil aus. Die Kraft der Sonne und des Windes steht nicht stetig zur Verfügung, Speicherlösungen gibt es noch immer keine brauchbaren. Im Winter wo enorm viel Energie benötigt wird, steht die Sonne weniger zur Verfügung, woher soll der Strom kommen?, wie soll das langfristig gespeichert werden, es gibt hier schlichtweg noch keine effizienten Lösungen, der Wirkungsgrad ist zu gering. Bei uns in AT mag es vielleicht mit Wasserkraft etwas besser funktionieren, aber das sind lediglich 30% von 35% des Gesamtverbrauchs. Gute 2/3 des Stroms muss in AT importiert werden, davon kommt über 80% von Öl und Gas, weitere 10% Kohle.

Die Bevölkerung macht enormen Druck bezüglich des Atomausstiegs, teilweise kommen Länder dem nach, Deutschland wird spätestens 2022 Atomkraftwerkfrei sein. Frankreich mit knapp 70% Kernenergieversorgung geht es etwas gemütlicher an, hat auch keine Alternativen. Deutschland verliert die Kernkraft und immer mehr Kohle, muss also entsprechend mehr Strom importieren. Woher wird dieser Strom wohl kommen? Guckt man sich in AT und auch D den sehr überschaubaren Ausbau der erneuerbaren Energien an und den teils sehr großen Widerstand der Bevölkerung, dann frage ich mich wie die Energiewende überhaupt schaffbar sein soll? Auch hier auf Dolomitenstadt war dieser Widerstand deutlich zu spüren, erst kürzlich wurde hier ein PV-Projekt vorgestellt und die Emotionen in den Kommentaren gingen hoch. Das ist überall so und deshalb geht der Ausbau nur sehr schleppend voran. In AT, wobei in D noch viel mehr ist der bürokratische Aufwand und später auch der rechtliche Aufwand überhaupt einmal eine Windkraftanlage irgendwo aufgebaut zu bekommen enorm. Ich verstehe die Bevölkerung durchaus, wer will schon eine, geschweige denn mehrere solcher Windräder in seiner Gemeinde? Wie schwer ist es in AT Wasserkraftwerke zu bauen? - der Gegenwind zum Teil enorm.

Unterm Strich besteht der weltweite Energiemix aus ~60% fossiler Engerie und diese sollte möglichst vollkommen grün werden. Ich bin kein Experte, aber wie soll diese Rechnung ohne Atomkraft und vor allem in dieser Zeit aufgehen? Im Grunde wird man sich für das geringere Übel entscheiden, da die 60% an aktuell benötigter fossiler Energie zu schädigend ist. Der Atommüll ist durchaus ein großes Problem, aber diesen kann man bis bessere Lösungen gefunden wurden zwischenlagern. Genauso ist die Gefahr eines Unfalls gigantisch, aber wie sieht die andere Seite aus? - weiterhin das Klima zerstören, sodass in 50 Jahren Teile der Erde aufgrund der Klimaproblematik nicht mehr bewohnbar sind?

Aus meiner Sicht, aber vielleicht kann hier ein Experte weiterhelfen, ist es unmöglich aktuell 60% (in 10-20 Jahren wird der Verbrauch alleine durch die neue Masse an E-Fahrzeugen nochmals enorm steigen) des weltweiten Energiebedarfs bis 2050 alleine durch Wind, Wasser und Sonne zu decken. Jene Länder welche jetzt noch intensiv im Bereich der Atomforschng tätig sind und neuere Kraftwerke bauen, werden sich dies dann vergolden lassen können. Ich glaube, dass es absolut unrealistisch ist zu glauben, bis 2050 ohne Atomkraft die Energiewende hinzubekommen. Man kann sehr schnell gegen alles mögliche sein, aber wo sind konkrete Lösungen?, denn der Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 ohne Atomkraft geht sich schon alleine deshalb nicht aus, da nicht alle an einem Strang ziehen.

    dazu folgendes

    Als die größte Energiequelle liefert die Sonne pro Jahr eine Energiemenge von etwa 1,5 · 1018 kWh auf die Erdoberfläche. Diese Energiemenge entspricht mehr als dem 10.000fachen des Weltenergiebedarfs der Menschheit im Jahre 2010 (1,4 × 1014 kWh/Jahr).

    Soviel zur Unmöglichkeit. Es muss nur politisch gewollt werden.

    dazu folgendes

    Nachtrag 10 hoch 18 bzw 10 hoch 14 kwh ist natürlich gemeint

Wirt2200

Die Atomkraft ist ein interessantes Thema.

Meiner Meinung nach sollte die EU lieber die bestehenden Atomkraftwerke auf die aktuellen Sicherheitsstandarts aufrüsten, anstatt sie alle abzuschalten.

Besser wäre es die etlichen Kraftwerke, welche mit fossilen Brennstoffen arbeiten, den Garaus zu machen. Laut einer neuen Studie sind nämlich, allein im Jahr 2018, über 8 Millionen Menschen weltweit, aufgrund von Luftverschmutzung durch fossile Brennstofe, gestorben...

https://www.seas.harvard.edu/news/2021/02/deaths-fossil-fuel-emissions-higher-previously-thought

Wenn man das mit den Zahlen von Tschernobyl und Fukushima vergleicht, sind die nichts dagegen.

Apropos Fukushima, in Fukushima ist gerade einmal EINE Person an der direkten Strahlung gestorben, aber dafür 2,202 aufgrund der Evakuierung.

Laut der WHO und der Universität von Tokio ist auch nicht mit einer erhöhten Anzahl von Krebstoten im Gebiet zu rechnen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Fukushima_Daiichi_nuclear_disaster_casualties

    S-c-r-AT

    Selten so einen Schmarrn gelesen. So was kommt eben raus, wenn man keine Ahnung davon hat, sich aber eine passende Wahrheit konstruieren will.

      Wirt2200

      Was ist denn dann die Wahrheit? 🤔

      Wirt2200

      Einfach nur zu behaupten mein Posting wäre ein Schmarrn, ohne Gegenargumente oder Richtigstellung ist schwach.

      Ich habe mich schon viel informiert und bin zu der Ansicht gekommen, dass die Angstmacherei gegenüber Atomstrom übertrieben ist.

      Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren

      S-c-r-AT

      @Wirt2200

      Über die Auswirkung der Radioaktivität auf den menschlichen Körper brauchen wir nicht zu diskutieren. Das ist allgemein bekannt und wissenschaftlich belegt.

      Ihre "Fakten" über Fukushima verhöhnen JEDES Opfer dieser Katastrophe. EIN Strahlenopfer.... was ist mit den "Fukushima Five" die unter Einsatz ihres Lebens das Schlimmste abzuwenden versuchten? Ich bin mir sicher, von denen lebt keiner mehr. Die Langzeitfolgen beschäftigen uns noch 100te von Jahren. Googlen Sie nach "Missbildungen Tschernobyl" vielleicht kann das Ihre Meinung ändern.

      Aber was erwarte ich mir von einer Gesellschaft, die lieber an Chemtrails und "Corona-Alternativ-Fakten" glaubt, als an unumstößliche wissenschaftliche Fakten. Eine Gesellschaft, die Wasserkraft verteufelt, aber Nuklearenergie anbetet.?

      Atommüll.... ist eine andere Baustelle, die Sie scheinbar erfolgreich ausblenden.

      Nuklearenergie DARF nicht durch die "hochgelobte E-Mobilität" wieder salonfähig werden. Das wäre die schlimmste Sackgasse, in die wir uns hineinmanövrieren können.

      Post_ler

      S-c-r-AT unser Experte für nicht alles, aber ganz sicher für Besserwisserei Arroganz und Überheblichkeit.

      Wirt2200

      @S-c-r-AT Corona Leugner bin ich glaube ich keiner, wie man an meinen bisherigen Postings im Forum unschwer erkennen kann.

      Zu den "Fukushima Five" konnte ich nichts finden, vielleicht meinen Sie ja die Fukushima 50, von denen 2 durch den Tsunami starben und 20 aus anderen Gründen verletzt wurden: https://en.wikipedia.org/wiki/Fukushima_50

      Ob von ihnen wirklich keiner mehr lebt konnte ich nicht herausfinden, es wurde bisher nur ein Fall im September 2018 bestätigt: https://www.bbc.com/news/world-asia-45423575#:~:text=Japan%20has%20announced%20for%20the,that%20was%20diagnosed%20in%202016.

      In Ländern wie Frankreich wird der Großteil des Atommülls recycelt und ansonsten wird es in sicheren Depots gelagert. Manche Leute lassen es so wirken, als würde der Atommüll auf einem Parkplatz weggeworfen.

      Ich bin FÜR erneuerbare Energie, aber dass wir von den fossilen Brennstoffen, ohne die Hilfe von Atomkraft, wegkommen, ist in meinen Augen Wunschdenken.

      steuerzahler

      "Atommüll wird recycled" - selten so einen Blödsinn gelesen...

      Wirt2200

      @steuerzahler Ja in Frankreich wird der Atommüll recyclet: https://www.iaea.org/newscenter/news/frances-efficiency-in-the-nuclear-fuel-cycle-what-can-oui-learn

      S-c-r-AT

      @Wirt2200

      Das "Recyceln verbrauchter Brennstäbe" muss erst noch erfunden werden:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Brennstoffkreislauf

      Derzeit wird verzeifelt ein Endlager für den Schrott gesucht. Die Deutschen verbuddeln es in Fässern in stillgelegten Bergwerken. Kürzlich kamen sie drauf, dass die Fässer durch die Radioaktivität schneller korridieren und der Krempel bereits austritt und in den Boden gelangt. Auch eine Form des Recyclings...

      Sie haben recht, es waren 50. Mein Fehler. Man findet tatsächlich nicht viel über diese Männer.

      @Post_ler Sie haben es erkannt, Mathematik und Physik... 2 Wissenschaften, die eng miteindander verknüpft sind. Deshalb maße ich mir an, bei exponentiellem Wachstum und Nuklearenergie mitzureden. Wo liegt Ihre Expertise, wenn ich fragen darf, damit Sie mir Arroganz und Überheblichkeit unterstellen können? Ich bin gespannt.

      S-c-r-AT

      @Wirt2200

      Nachtrag:

      Im von mir verlinkten Artikel steht, dass Plutonium tatsächlich recycelt wird: In der Herstellung von Nuklearwaffen. Man kann echt Vieles schönreden.

    steuerzahler

    Die Atomkraftwerke produzieren ständig große Mengen an radioaktiven Abfällen. Deren Entsorgung ist ungelöst. Es gibt kein Konzept, wie mit diesem Abfall, der uns für Millionen Jahre erhalten bleibt, verfahren werden kann. Die damit einhergehenden Gefahren und auch die Kosten werden einfach unter den Teppich gekehrt und zukünftigen Generationen aufgebürdet. Ich finde es geradezu pervers, diese Müllproduktion einfach weiterlaufen zu lassen und vielleicht noch künstlich gute Seiten daran zu konstruieren. Wir sollten alles daran setzen, diese Fehlentwicklung zu beenden und außerdem Kostenwahrheit herzustellen. Denn damit wird diese Art der Energieerzeugung extrem unwirtschaftlich.

      karlheinz

      @Steuerzahler, Sie haben nicht unrecht mit Ihrer Meinung. Leider wird es aber so sein, dass wir die Klimaziele, allein mit erneuerbarer Energie, auch in Zukunft nicht erreichen können. Wegen des steigenden Energiebedarfes benötigen wir leider diesen Atomstrom weiterhin und dulden es auf einem solchen Pulverfass zu sitzen bzw. in der " näheren" Umgebung eines solchen zu wohnen. Radioaktive Wolken kennen nämlich keine Grenzen.

      Wirt2200

      Wenn es darum geht, den Klimawandel zu stoppen, sollte Geld keine Rolle Spielen.

      Fakt ist, dass jährlich Millionen Menschen aufgrund der Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe sterben und diese den Klimawandel antreiben.

      https://ourworldindata.org/safest-sources-of-energy#nuclear-energy-and-renewables-are-far-far-safer-than-fossil-fuels

      Wenn wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen wollen, wäre es toll wenn man wenigstens über Atomkraft diskutieren darf.

      steuerzahler

      @karlheinz: niemand braucht Atomkraftwerke, sie produzieren derzeit gerade mal 10% des Stroms. Das kann durck Optimierungen der derzeitigen Verbraucher eingespart werden. Der steigende Bedarf ist eine direkte Folge aus dem eigentlichen Problem und darüber wird leider konsequent geschwiegen, nämlich die Überbevölkerung und das steigende Wachstum der Bevölkerungszahl.

      Wirt2200

      @steuerzahler Ah ja die 10% können wir ja mit Kohlekraftwerken übernehmen.

      Was ist mit Frankreich, welches 72% ihres Stroms aus Kernenergie gewinnt?

      Die Überbevölkerung können wir ja gut mittels Covid lösen, am Besten die Impfungen verbrennen und alle Maßnahmen aufheben, oder wie???

    dazu folgendes

    Whataboutismus von seiner grauslichsten Seite.

    Zwei Generationen haben von der Atomenergie profitiert. 40 000 Generationen werden mit dem strahlenden Atommüll und den verseuchten Landstrichen mit hohen Krebsraten (30fach erhöhte Schilddrüsenkrebsraten bei tausenden Kindern in Weissrussland/Ukraine, Missbildungen...) leben müssen.

    https://www.youtube.com/watch?v=zDIDOdUPFjs

    Zu Fukushima: Glück war der landabweisende Wind. Problem ist das verseuchte Wasser. https://www.youtube.com/watch?v=dVKWuGdarn8

    Humoristische Aufarbeitung der Thematik: https://www.youtube.com/watch?v=zDIDOdUPFjs

      Wirt2200

      Warum redet Böhmermann denn so entschlossen von 60.000 Toten von Tschernobyl, wenn die Zahl umstritten ist und bei Fukushima erzählt er auf einmal gar nichts mehr über Tote

      https://en.wikipedia.org/wiki/Deaths_due_to_the_Chernobyl_disaster

      dazu folgendes

      @ Wirtn:

      Die Zahl von 60 000 Toten ist keineswegs umstritten, außer eventuell bei der Atomlobby. Im Gegenteil wird von unabhängiger Seite von einer weit höheren Todesrate ausgegangen, abgesehen davon sind auch die langfristigen generationsübergreifenden Änderungen im Erbgut der Betroffenen gar nicht untersucht und der Atomkatastrophe zugeordnet.

      Btw: Die Informationspolitik von Tepco und den japanischen Behörden gleicht stark der sowjetischen Informationspolitik nach der Tschernobylkatastrophe. Daher muss mit immer neuen Daten und höheren Todeszahlen gerechnet werden, die erst nach und nach bekannt gegeben werden.

      https://taz.de/Sechs-Jahre-nach-dem-GAU-in-Fukushima/!5387577/

      Und wie bereits erwähnt, wäre die Wolke gen Westen gezogen, hätte die Katastrophe weit größere Auswirkungen gehabt, so ist diese im Pazifik abgeregnet und hat sich dort verdünnt. Also Glück im Unglück.

      siehe zB https://www.spektrum.de/news/erste-radionuklide-aus-japan-erreichen-ostrussland/1066856

      oder Hintergrundinterview der Heinrich Böll Stiftung https://www.boell.de/de/2020/03/30/interview-higuchi-kenj

      Wirt2200

      @dazu folgendes ich beziehe mich darauf, dass die U.N. sagt, dass die Zahlen umstritten sind. Dasselbe gilt für Fukushima: https://www.google.com/amp/s/mobile.reuters.com/article/amp/idUSKBN2B11IG

      dazu folgendes

      NGOs gehen von 1 Million Toten (sic!) aus, denke da sind die 60000 Toten eher die Untergrenze.

      Sie meinen vermutlich die UNSCEAR Berichte, ein selten tagender oft kritisierter Ausschuss von 27 Staaten, deren Vertreter von Länder bzw. Regierungen entsandt werden, die direkt für die IAEA lobbyieren und deren wissenschaftliche Erkenntnisse gelinde gesagt mehr als fragwürdig sind.

      Vgl. dazu

      https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/kritik_an_unscear_2013_report_fukushima.pdf

      oder

      https://www.bundestag.de/resource/blob/341728/2c1ebefd3903dcae8061351c6c636f7e/fukushima--bericht-des-vn-ausschusses-zur-untersuchung-der-auswirkungen-atomarer-strahlung--unscear--data.pdf

    12345

    Naja das mit der Atomenergie ist so ein zweischneidiges Schwert gelinde gesagt. Im störungsfreien Betrieb ist sie an sich nicht so schlimm, natürlich entsteht Atommüll keine Frage, aber an sich müsste man dafür halt eine geeignete Lösung finden. Wenn es allerdings zu einer Störung kommt sieht es schon anders aus dann ist die freigesetzte Radioaktivität ein großes Problem. In einem Punkt stimme ich dir zu nämlich dass man sich, bevor man sich darauf konzentriert AKW's stillzulegen, darauf fokusieren sollte Kraftwerke die fossile Brennstoffe verbrennen abzuschalten. Denn was man auch bedenken sollte ist, dass das Erdreich rund um Kohlekraftwerke höher radiaktiv belastet ist als das Erdreich rund um ein Störungsfreies AKW. Das ist unter anderem auf das in Kohlr enthaltene C14 zurückzuführen und natürlich auch andere Isotope. Die Kohlekraftwerke scheren sich halt nich um Radioaktivität während bei einem kleinen Leck in einem AKW sofort sämtliche Messgeräte ausschlagen.

    Zusammengefasst Atomkraft ist keines wegs ungefährlich und stellt natürlich ein Problem dar anderer seits wird sie schon etwas schlimmer dargestellt als sie tatsächlich ist da die meisten Leute beim Wort "Radioaktivität" sofort Panik bekommen.

      S-c-r-AT

      Natürliches C14 mit angereichertem Uran und Plutonium zu vergleichen, ist schon ein wenig frech. Messen Sie doch mal die Strahlung im Erdkeller eines alten Bauernhauses. Sie werden auch dort erhöhte Strahlung feststellen.

      Wahrscheinlich wird auch auf der Radiologie im Krankenhaus erhöhte Strahlung messbar sein. Punktuell vielleicht sogar höher, als neben einem störungsfreien AKW.

      Ach ja, noch etwas: Meiden Sie am besten Wildschweinsalami. Die soll auch verstrahlt sein, weil die Rüsseltiere in den Erdschichten nach Futter graben, die von Tschenobyl noch belastet sind. Vielleicht sollte man Wildschweine neben einem störungsfreien AKW mästen und schlachten, der Gesundheit wegen. 😉

    12345

    @S-c-r-AT ja tut mir leid war mein Fehler die meiste Radioaktivität die von Kohlekraftwerken emittiert wird stammt natürlich nicht vob dem darin enthaltenen C14 sondern von Uran und Thorium, welche beide in der verwendeten Steinkohle enthalten sind. Ändert jedoch nichts daran, dass Kohlekraftwerke mehr Radioaktivität an die Umgebung abgeben als ein AKW im Störungsfreien Betrieb.

    devil666

    Weil es grad hier reinpasst, Fake oder Wahrheit? https://www.stern.de/panorama/wissen/mitten-im-tschernobylreaktor-gedeiht-ein-schwarzer-pilz---er-ernaehrt-sich-von-der-strahlung--9143054.html?utm_campaign=stern_fanpage&utm_source=facebook&utm_medium=posting

karlheinz

Wenn wir unter anderem die E-Mobilität im großen Rahmen haben möchten, so werden wir leider ohne Atomstrom das Auslangen sicher nicht finden können. Es gibt sonst keine Alternative !! Hoffentlich verstehen dies bald die Befürworter oder sitzen sie gerne auf einem Pulverfass ? Ein tragisches Beispiel ist hier geschildert ! Leider kennen Atomstrahlen keine Grenzen und ich bin mir nicht sicher, ob wohl auch nicht bei uns so mancher durch dieses Ereignis einen gesundheitlichen Schaden davongetragen hat ? Traurig aber, dass dies in anderen Regionen der Fall war ! Ich kann mich an die Erstmeldungen über diesen Vorfall noch gut erinnern. Irgendwie waren die Menschen bei uns geschockt und jeder hoffte, dass das Glück uns hold ist. Gott sei Dank war dies so.

    steuerzahler

    Atomstrom ist überhaupt keine Alternative. Großmaßstäblich erzeugte Energie gibt es im Überfluß von der Sonne. Die gilt es zu nutzen. Die Technik ist vorhanden. Das einzige Problem derzeit ist der Preis des Atomstroms, denn die verantwortungslosen oder geschmierten Politiker haben die Erzeuger großzügig von den gesamten Kosten befreit.

      karlheinz

      Lieber @ steuerzahler, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit Sonnenenergie unseren Energiebedarf nur irgendwie decken können. Außerdem müssten wir für derartige Anlagen unsere schönen Wiesen und Hänge verpflastern. Auch mit der Windkraft gelingt es uns nicht den Bedarf zu decken. Wie machen wir es dann ?? Strom soll doch für jeden leistbar sein !

      frin

      Das Atomstrom teuer ist, ist kein neues Argument. Die Kraft der Sonnenenergie besser zu nutzen klingt sehr vernünftig, aber wie soll das z.B. im Winter funktionieren, welche effiziente Technik gibt es hier?

      Der Energiebedarf vor allem in dieser Jahreszeit ist enorm, nur wie soll dieser Bedarf mit einer nicht beständigen Energiequelle und nicht vorhandenen effizienten Speicherlösungen genutzt werden? Pokern und hoffen das möglichst bald jemand DIE Lösung entwickelt?, halte ich für fahrlässig. Die größten Konzerne der Welt arbeiten seit Jahren an möglichen Lösungen, denn das wäre eine Goldgrube, es gibt aber noch keine. Man kennt eine Richtung im Bereich der Gasspeicherung, aber der Wirkungsgrad ist noch viel zu gering - im übrigen steht in AT sogar eine der größten Speicheranlagen in Europa.

Luna9

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Wir durften nicht mehr raus zum Spielen..