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Neue „Rote Liste“ der Tagfalter Österreichs

Österreichs Schmetterlinge rücken in den Fokus. Letzte Bestandserhebung mehr als 20 Jahre alt.

Schmetterlinge sind weit mehr als bunte Botschafter des Sommers: Als Bestäuber und wichtiger Teil der Nahrungskette sind sie unverzichtbare Motoren eines funktionierenden Ökosystems. Doch die bisherige Datengrundlage für ihren Schutz ist veraltet. Die aktuelle „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“ stammt aus dem Jahr 2005 – in der Ökologie eine Ewigkeit.

Seit der letzten Erhebung haben Klimawandel und intensive Landwirtschaft die Lebensräume massiv verändert. Daher sollen nun neue, aktuelle Daten erhoben werden, um Schutzmaßnahmen dort zu setzen, wo sie wirklich gebraucht werden. Nach mehr als zwei Jahrzehnten wird die „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“ umfassend aktualisiert.

Pure Eleganz und bunter Botschafter des Sommers: der Zitronenfalter. Sehen, fotografieren und auf naturbeobachtung.at hochladen lautet bis Ende Juli die Devise. Foto: Naturschutzbund/Dominik Moser

Bereits laut der letzten Erhebung gelten über 50 Prozent der heimischen Tagfalterarten als gefährdet. Um den aktuellen Status zu erfassen, rufen der Naturschutzbund und das Umweltbundesamt (UBA) die Bevölkerung jetzt dazu auf, aktiv an diesem wissenschaftlichen Großprojekt mitzuwirken.

„Rote Listen“ sind nicht einfach Bestandsverzeichnisse, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Alarmsystem, das objektiv aufzeigt, welche Arten bereits gefährdet sind oder kurz vor dem Verschwinden stehen. Damit werden sie im Idealfall auch zum Fundament für politische Grundsatzentscheidungen, gezielte Förderungen sowie behördliche Genehmigungsverfahren.

Um den Status der rund 215 heimischen Tagfalterarten präzise neu zu bewerten, gibt es ein Citizen Science Projekt, zu dem der Naturschutzbund und das Umweltbundesamt einladen. Unter dem Motto „Schmetterlingen auf der Spur“ sind Schulen, Familien und naturbegeisterte Menschen bis zum 31. Juli eingeladen, Fotos von Tagfaltern auf www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen.

Die Daten werden von Expertinnen ausgewertet und für eine topaktuelle neue „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“ aufbereitet. Im Rahmen des Citizen-Science-Awards des OeAD warten attraktive Preise für die engagiertesten Datensammler:innen.

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