Saitenweise
Saitenweise
Es gibt in Osttirol eine Handvoll Spezialbetriebe, deren Wissen und Können international gefragt sind. Der Instrumentenbauer Bernd Petutschnigg zählt zu diesem Kreis. Sein Name hat für Musikliebhaber auf allen Kontinenten buchstäblich einen besonderen Klang. Petutschnigg baut mit seinen Mitarbeitern in aufwendiger Handarbeit Harfen, die weltweit gefragt sind.

Ein intensiver Duft aus Fichtenholz, Leim und Lack empfängt den Besucher in der 1.000 Quadratmeter großen Werkstatt der Firma „Osttiroler Musikinstrumenten-Erzeugung“ von Bernd Petutschnigg im Lienzer Stadtteil Peggetz.

Allerorts sind auf den Werkbänken hölzerne Korpusse eingespannt, stehen eineinhalb Meter hohe Fichtenholzsäulen und stapeln sich 30 cm hohe, zusammengeleimte Holzklötze. Bauteile, die nur darauf warten, bearbeitet zu werden, um nach einer ganzen Reihe vielfältiger Arbeitsprozesse zu einem einzigartigen Instrument zu werden: einer Harfe. Kaum ein Instrument verströmt einen größeren Zauber. Kunstvoll geschwungen gleicht die Harfe einem stilvollen Möbelstück, vollendet, eine klassische Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bereits seit 5.000 Jahren erfreut sie die Menschen mit ihrem Klang.

Für eine einzige Harfe wenden Bernd Petutschnigg und seine Mitarbeiter rund 200 Arbeitsstunden auf.
Für eine einzige Harfe wenden Bernd Petutschnigg und seine Mitarbeiter rund 200 Arbeitsstunden auf.
Für eine einzige Harfe wenden Bernd Petutschnigg und seine Mitarbeiter rund 200 Arbeitsstunden auf.
Für eine einzige Harfe wenden Bernd Petutschnigg und seine Mitarbeiter rund 200 Arbeitsstunden auf.

Ganz so lange baut die Familie Petutschnigg aus Lienz ihre hochwertigen Harfen noch nicht, aber Bernd Petutschnigg fertigt mit seinem Team bereits in der dritten Generation die noblen Instrumente. Sein Unternehmen zählt zu den letzten dieser Art und genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Doch Spitzenqualität hat ihren Preis. „Eine Standardharfe kostet zwischen 6.000 und 8.000 Euro“, verrät Petutschnigg.  Allerdings steckt ein enormer Aufwand dahinter. „Für eine einzige Harfe wenden wir rund 200 Arbeitsstunden auf“, erklärt der Firmenchef, der seit 1987 im Betrieb arbeitet. Früher fertigte man auch noch andere Instrumente, doch mittlerweile hat sich Petutschnigg auf den Bau von Volksharfen und Hackbrettern spezialisiert. Jedes Instrument ist ein Einzelstück, penibel verarbeitet, wunderschön gedrechselt, mit kunstvoll geschnitzten Säulenköpfen versehen und oft bis zu acht Mal lackiert, damit die Oberfläche sauber und glatt ist. Petutschnigg: „Wir bauen 50 bis 60 Harfen im Jahr. Dazu noch fünf Hackbretteln. Mehr geht sich zeitlich einfach nicht aus.“

Kunstvoll geschwungen gleicht die Harfe einem stilvollen Möbelstück.

Gefertigt werden die original Petutschnigg-Harfen aus heimischem Fichtenholz. Mit Ausnahme des Halses, der aus 54 Schichten Buchenholz verleimt ist. „Das hat seine Gründe. Eine Harfe muss insgesamt 800 Kilo Saitenzug stützen können“, erklärt der Instrumentenbauer.  Der Erfolg gibt dem kleinen Osttiroler Unternehmen recht. Petutschnigg-Harfen werden nicht nur in ganz Europa verkauft, sondern finden auch in Süd- und Nordamerika begeisterte Liebhaber.

Credits
  • Autor: Bernd Lenzer
  • Fotografie: Ramona Waldner
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