„dokFilm“-Premiere in ORF 2: „Unter Blinden – Das extreme Leben des Andy Holzer“
Sonntag, 23. April um 23:10 Uhr
ORF 2

Eva Spreitzhofers Dokumentarfilm über den blinden Osttiroler Extrembergsteiger feierte 2015 in Graz beim Filmfestival „Diagonale“ Kino-Premiere. Am Sonntag, 23. April 2017  ist er als „dokFilm“-Premiere um 23.10 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Er ist blind geboren, wurde wie ein Sehender erzogen, hat sechs der sieben höchsten Gipfel der Welt erklommen, arbeitet als Coach für internationale Führungskräfte und ist Protagonist des Dokumentarfilms „Unter Blinden – Das extreme Leben des Andy Holzer“. Der 50-jährige Osttiroler, der sich derzeit in Nepal befindet, um in einem dritten Versuch den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, zu besteigen, steht im Mittelpunkt dieser vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Kinoproduktion. Der Film, mit dem Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer 2014 ihr Regiedebüt gab, erzählt von Träumen und Grenzüberschreitungen und geht der Frage nach, welche Unterschiede ein fehlendes Sinnesorgan ausmacht, thematisiert aber auch Ausgrenzung und Andersartigkeit. „Unter Blinden – Das extreme Leben des Andy Holzer“ ist eine Reise von Sehenden in eine völlig unbekannte Welt.

Foto: ORF/Epo Film

Mehr zum Inhalt:
Andy Holzers Blindheit ist nur ein Aspekt seines Lebens. Dass wir in einer Gesellschaft leben, die Defizite überbewertet, die sich an den Schwächen der Menschen orientiert und nicht an ihren Stärken, merkt jedes Kind schon an unserem Schulsystem. Von seinen Eltern wurde Holzer wie ein sehendes Kind erzogen, was er heute als eine der Ursachen seines erfolgreichen Lebens sieht. Geschickt hat der spätere Extrembergsteiger gelernt, sich an das Leben der Sehenden anzupassen, die blinde Welt interessiere ihn nicht, sagt er. Heute repariert er das Dach seines Hauses, fährt Rad, geht langlaufen, möchte in jeder Disziplin mit den Sehenden mithalten können. Und er ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit einer sehenden Frau verheiratet. Holzer bewegt sich an Orten, an denen man normalerweise keine Blinden vermutet: in steilen Bergen, beim Skifahren und Mountainbiken. Als Vortragender vor Führungskräften und Wirtschaftsbossen erklärt er Sehenden die Welt. Normalerweise passiert es umgekehrt.

Eva Spreitzhofers Film erzählt anhand der Geschichte von Andy Holzer und den Menschen in seinem Umfeld auch auf spannende und witzige Weise, wie befreiend es ist, zu seinen Schwächen zu stehen und sich auf seine Stärken zu konzentrieren. Der Sänger George Nussbaumer, der 1996 Österreich beim Song Contest vertreten hat, ist ebenfalls blind. Er hat einen ähnlich trockenen Humor wie Andy Holzer, aber eine völlig andere „Sicht“ auf das Leben und das Blindsein. Die Auseinandersetzung der beiden über die unterschiedliche Art ihrer Wahrnehmungen bildet einen Höhepunkt von „Unter Blinden“.