Galerie der Kunstwerkstatt Lienz: Ausstellungseröffnung von Peter A. Bär
Freitag, 11. September um 19:00 Uhr
Neue Galerie der Kunstwerkstatt Lienz, Mühlgasse 8a

Dem aus Innsbruck gebürtigen, seit Anfang der 1990er Jahre im Waldviertel lebenden Bildhauer Peter A. Bär ist die erste Einzelausstellung in der neuen Galerie der Kunstwerkstatt Lienz gewidmet. Sie wird am Freitag, 11. September 2015, um 19.00 Uhr eröffnet.

Bär besuchte die Kunstgewerbeschule in Innsbruck und absolvierte bereits als Siebzehnjähriger ein Ferialpraktikum im Krastal bei Otto Eder, einem der bedeutendsten österreichischen Steinbildhauer der Nachkriegszeit. Seit seinem Diplom bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien ist Peter Bär freischaffend tätig, zunächst in seiner Heimatstadt, wo er 1998 den Brunnen am Ladhausplatz gestaltet, später St. Leonhard am Hornerwald, wo er und seine Frau sich uneigennützig und ohne öffentliche Förderungen in ihrem Projekt „Künstlergärten“ für den Austausch mit lateinamerikanischen Kunstschaffenden engagieren. Dem Osttiroler Publikum stellte Bär sich schon 1992 im Rahmen eines internationalen Bildhauerymposiums vor, mit einer Steinskulptur, die immer noch am rechten Iselufer zwischen St. Johann und Huben zu bewundern ist.

Galerie der Kunstwerkstatt Lienz: Skulpturenpark
Galerie der Kunstwerkstatt Lienz: Skulpturenpark

Bärs wichtigste Voraussetzung für die Formfindung ist der Werkstoff, vorzugsweise Krastaler und Wachauer Marmor sowie Serpentin aus Osttirol, Materialien, wie sie nicht nur in ihrer äußeren Erscheinung sondern auch im Widerstand, den sie dem Bildhauer entgegen setzen, unterschiedlicher nicht sein könnten. Bärs solides Handwerk unterscheidet sich von dem des Steinmetzen vor allem dadurch, dass es das Werkstück keinem anderen Zweck zuführt, als jenen, sich selber darzustellen. Mit herkömmlichen Begriffen wie gegenständlich und abstrakt sind die Skulpturen Peter Bärs nicht auszuschöpfen. Sie werden unter seiner Hand geschmeidig oder spröde, sie stehen, liegen, sitzen wie lebendige Figuren oder entfalten sich als haptische Wandbilder in den Raum. Sorgfältige Überlegungen zur Statik begleiten den Arbeitsprozess deshalb genauso wie Ausdauer und Beharrlichkeit, die immer wieder mit neuen Entdeckungen, Erkenntnissen und Lösungen belohnt werden.

Kostproben aus Peter Bärs zeichnerischem Schaffen ergänzen die Schau als Kontrapunkt: Keine Vorarbeiten zu den steinernen Skulpturen, sondern Niederschriften bildhauerischen Denkens in einem spontaneren Medium.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober 2015 zu sehen: Montag bis Freitag, 10.00 bis 12.00 und 13.30 bis 17.00 Uhr. Erstmals wird jeweils donnerstags um 18.00 und 20.00 Uhr auch eine Abendöffnung angeboten.