Galerie9900: Peter Niedertscheider „20 Jahre Papier- und Steinarbeiten“
Donnerstag, 23. November um 19:30 Uhr
Alleestraße 23, Lienz
Veranstalter
Christina Winkler-Darby
Mehr Infos
+43 676 9561012

Peter Niedertscheider, Jahrgang 1972, zählt zu den bekanntesten Osttiroler Künstlern, was eine Werkschau nahelegt. Doch mit der Ausstellung, die am Donnerstag, 23. November um 19.30 Uhr in der Galerie 9900 in Lienz, Alleestraße 23, eröffnet wird, gelingt Galeristin Christina Winkler-Darby weit mehr als nur eine Ansammlung von Arbeiten des Künstlers aus den letzten zwanzig Jahren.

Durch 20 Jahre seines Schaffens führt Peter Niedertscheider persönlich am 23. November um 19.30 Uhr in der Galerie 9900 in Lienz. Foto: Galerie 9900

Diese spannende Schau macht eine Entwicklung sichtbar und eröffnet damit neue Perspektiven auf bereits Bekanntes, aber auch Einblicke in die kreative Denk- und Arbeitsweise des Künstlers, der selbst durch die Ausstellung führt. Am Beginn seines Schaffens war der Einfluss seines Lehrers Alfred Hrdlicka noch stark spürbar. Der aus dem Stein gehauene menschliche Körper stand im Zentrum der Gestaltungsprinzipien, wich aber bald jener Schaffensperiode, die in Osttirol vielleicht am gegenwärtigsten ist, den zarten, unglaublich konzentrierten Zeichnungen mit Acryl und Pinsel, in denen weibliche und männliche Figuren zu einem fast magischen Code werden.

Dann kehrt der Künstler in einer weiteren Schaffensperiode zum Stein zurück, nimmt jetzt aber ästhetische Zitate seiner zweidimensionalen Arbeiten mit in die Bildhauerei und entlockt seinem bevorzugten Arbeitsmaterial Marmor durch Bearbeitung und Arrangement eine verblüffende dritte Ebene zwischen der Ewigkeit des Steins und der Flüchtigkeit der Betrachtung. Auch in der Umsetzung seiner Kunst arbeitet der Lienzer einerseits klassisch, andererseits mit neuen technologischen Möglichkeiten, wie beispielsweise der Lasertechnik.

Das Flachrelief wird schließlich zur wesentlichen Konstante in Niedertscheiders Schaffen des vergangenen Jahrzehnts, eine klassische Technik, die er in die Gegenwart überführt. Vorlage sind dabei meist Fotografien, selbstgemachte Aufnahmen oder Bilder aus dem Internet. Es sind spontan wirkende Szenen, die der Künstler meisterhaft zur Postkarte miniaturisiert und in Marmor einfriert.

Bei aller Entwicklung, die auf gesellschaftliche Veränderung ebenso reagiert, wie auf das Wachsen der eigenen künstlerischen Persönlichkeit, zieht sich durch Peter Niedertscheiders Schaffen ein Kontinuum. Es ist die kreative Ansiedlung in einer Zwischenwelt, die diesen Künstler einmalig macht. Niedertscheiders Arbeiten liegen dazwischen, zwischen Bild und Text, Skulptur und Malerei, zweiter und dritter Dimension, auch zwischen Moment und Ewigkeit. Das macht Niedertscheider so unverwechselbar. Christina Winkler-Darby gibt der Ausstellung deshalb den Titel: „Unmistakable Peter“.

Highlight am 23. November um 19.30 Uhr ist die persönliche Führung mit dem Künstler durch die Ausstellung. Niedertscheider gibt dabei sehr persönliche Einblicke in seine Kunst.