Kunstraum Café Mitterhofer: Vernissage „Andreas Trenker – khodāhāfes“
Samstag, 30. November um 19:00 Uhr
Innichen, Rainerstraße 4
Foto: Khodāhāfes | Andreas Trenker

Die Fotoausstellung khodāhāfes (persisch: Auf Wiedersehen) des Designers und Dokumentarfotografen Andreas Trenker portraitiert seine Reise durch die Islamische Republik Iran. Dabei setzte er sich mit dem Land, aber auch mit seinem europäisch-abendländischen Blickwinkel auf eine ihm fremde Kultur kritisch auseinander. Welche Bilder entstanden vorab im Kopf, sind konstruiert oder ein Resultat aus westlichen Erwartungen gegenüber einem muslimischen Land? Welche hingegen sind spontan, authentisch und fordern Klischees sowie Vorurteile heraus?

Die Antworten auf diese Fragen liegen auch im Blickwinkel des Betrachters. Deshalb entschloss sich der Fotograf, Platz für die lokale Narration zu schaffen, indem er seine Fotoserie von Iranern und Iranerinnen kommentieren ließ. Ihre sprachlichen Fußnoten zu den einzelnen Bildern und zur Voreingenommenheit des europäischen Blicks auf ihr Land finden sich als Audio-Guide in der Ausstellung wieder. Auf diese Weise gibt Trenker seine Rolle als Fotograf zur Diskussion frei und stellt den Dialog zwischen Darstellung und Subjekt in den Mittelpunkt.

Die Ausstellung wird von der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen unterstützt und am Samstag, 30. November 2019, um 19.00 Uhr im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen eröffnet. Andreas Trenker ist anwesend. Einführung: Massimiliano Boschi, Journalist, Bozen. Begrüßung: Dr. Hans Schmieder, Gemeindereferent, Innichen und Prof. Kuno Prey, Fakultät für Design und Künste, Bozen.


Über den Fotografen
Der Südtiroler Designer und Dokumentarfotograf Andreas Trenker (*1990) arbeitet an der Schnittstelle zwischen visueller Kommunikation und Journalismus. Dabei erforscht er unterschiedliche soziopolitische Themen und hinterfragt dabei die Macht des Abbildes und das Abbild der Macht. Sein besonderes Interesse gilt den Themen der Identität, Staatlichkeit und Erinnerung. Diese selbstinitiierten fotografischen Projekte führten ihn bereits an die Grenze zum Gazastreifen, nach Bosnien, in den Iran und zuletzt in den nicht anerkannten Staat Transnistrien. Im Jahr 2018 war er außerdem Gast der Design Residency Disarming Design from Palestine in Birzeit. Trenker schloss vor kurzem sein Masterstudium Think Tank for Visual Strategies am Sandberg Institute in Amsterdam ab. Zuvor studierte er an der Fakultät für Design und Künste an der Freien Universität Bozen und ein Semester an der Bezalel Academy in Jerusalem. Neben seiner Tätigkeit als Gestalter ist er auch in der Lehre tätig. Seine Fotostrecke über den Iran wurde mit der Silber Medaille des Maghreb Photography Award 2018 ausgezeichnet und war Teil der Gruppenausstellungen Like a Dream beim Photoville Festival 2018 und The Outsider 2019, die beide in New York stattfanden. Für sein Rechercheprojekt in Eritrea, in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Giulia Faccin, erhielt Andreas Trenker 2019 das Stipendium Benno Barth Award.