Öffentliche Vorträge im Rahmen der 44. Matreier Gespräche
Samstag, 01. Dezember um 19:00 Uhr
Kesslerstadel, Kirchplatz 4

Die Matreier Gespräche wurden von Otto Koenig 1972 ins Leben gerufen, um kulturethologische Forschung zu fördern. Diese interdisziplinäre Veranstaltung findet seit 1976 jeden Dezember in Matrei in Osttirol statt. Sie bietet Wissenschaftlern aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Physik, Chemie, Mathematik, Biologie, Geschichte, Kulturwissenschaften, Musikwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Soziologie, Theologie, Ethnologie, Psychologie und einigen anderen eine Plattform um zu ausgewählten Themen Vorträge zu gestalten und deren kulturethologische Implikationen zu diskutieren. „Generationentransfer“ lautet das Tagungsthema der 44. Matreier Gespräche von 30. November bis 4. Dezember 2018 im Hotel Hinteregger, Matrei.

Öffentliche Vorträge stehen am 1. und 2. Dezember auf dem Programm, Interessierte sind herzlich eingeladen:

SAMSTAG, 1. DEZEMBER

Dr. Bernhart Ruso, Otto Koenig Gesellschaft, Wien:
Wer glaubt schon die Wahrheit? – Das Match „Fake-News“ gegen „Wissenschaft“
Voltaire, der französische Philosoph der Aufklärung, hat gesagt: „Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, der kann dich auch veranlassen, Gräueltaten zu begehen.“ Umso wichtiger ist es Fakten von Märchen, Wissenschaft von Glauben unterscheiden zu können.  Es gibt unterschiedliche Arten sich in der Welt zurecht zu finden: Erfahrung, Tradition, Religion. Eine davon ist Wissenschaft. Die Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse nennt man „Technologie“. Man kann auch Ideen umsetzen, die sich nicht auf Wissenschaft berufen. Es ist aber mit der Bibel oder dem Koran z.B. schwierig ein Auto zu bauen.
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Bernhart Ruso ist Biologe und Verhaltensforscher und Vorsitzender der Otto Koenig Gesellschaft.

BSc. Katharina Koller, Institut für Jugendkultur, Wien:
Entfremdung von Alt und Jung – Leben wir in Generationenblasen?
Die heutigen Generationen ziehen sich zunehmend in eigene Blasen zurück, Kommunikation und Austausch zwischen Generationen findet zunehmend seltener statt, die Blasen wirken als Kontaktbarrieren. Jung und Alt nehmen auf unterschiedliche Arten am sozialen und politischen Leben teil und erfahren gesellschaftliche Phänomene und Probleme auf unterschiedliche Art und Weise. Dabei fühlen sich Jugendliche von den Alten oftmals unverstanden, die Alten können mit den Jungen nicht viel anfangen – da stellt sich die Frage, wie das gesellschaftliche Zusammenleben und zukünftige Herausforderungen trotz Rückzug in die Generationenblase gemeistert und der Austausch zwischen den Generationen gefördert werden kann.
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Katharina Koller absolvierte ihr Psychologiestudium an der Sigmund-Freud-Universität in Wien, ergänzend studiert sie derzeit noch Politikwissenschaft an der Universität Wien. Ihre bisherigen Forschungsschwerpunkte im Bereich qualitativer sowie quantitativer empirischer Forschung reichen von persönlichkeitspsychologischer Testkonstruktion über Milieuforschung bis hin zu Wechselwirkungen zwischen Sprache und Sympathie sowie zu psychologischen Einflüssen auf das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen.