TV-Tipp! Universum History: „Unser Österreich: Tirol – Geteilte Heimat“
Dienstag, 29. Dezember um 21:05 Uhr
ORF2
Regisseur Mag. Georg Laich (links) und Landeshistoriker Dr. Michael Forcher
Regisseur Mag. Georg Laich (links) und Landeshistoriker Dr. Michael Forcher, der die Fachberatung des Universum History Films „Unser Österreich: Tirol – Geteilte Heimat“ übernahm. (Foto: ORF/Interspot Film/Ferdinand Cibulka)

Mit der neunteiligen ORF-Zeitgeschichtereihe „Unser Österreich“ startet „Universum History“ am Dienstag, dem 29. Dezember 2015, um 21.05 Uhr in ORF 2 eine aufwendige Dokumentationsreihe im Hauptabend, die erstmals die facettenreiche Geschichte von Österreichs Bundesländern im 20. Jahrhundert in den Mittelpunkt rückt. Bis zum Republiksjubiläum 2018 soll die regionale Entwicklung Österreichs mit jeweils einer Folge pro Bundesland erzählt werden – vom Ende der Habsburger-Monarchie und ihren Kronländern bis zur heutigen Zeit, in der die EU ein Europa der Regionen ermöglicht. Den Auftakt macht „Tirol – Geteilte Heimat, im Frühjahr 2016 folgt „Kärnten – Ein Jahrhundert unterm Mittagskogel / Koroška – Stoletje pod Jepo“, im Herbst 2016 „Salzburg – Ein Land für sich“.

Die Grenzziehung am Brenner, der Verlust Südtirols und die Abtrennung Osttirols vom verbliebenen Landesteil – nichts hat die Entwicklung Tirols im 20. Jahrhundert mehr geprägt. Die „Schandgrenze“ sorgte für innenpolitischen und außenpolitischen „Zündstoff“ – in den 1960er Jahren sogar wortwörtlich. Die Auseinandersetzung mit der Einheit Tirols führte aber auch zu neuen Impulsen. Wirtschaftlich wurden die Grenzen – pionierhaft durch die Landeshauptleute Eduard Wallnöfer und Silvius Magnago – überwunden. Resultat ist die heutige Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, in der sogar der Traditionsverband der Tiroler Schützen als Bannerträger für eine neue „geistige“ Landeseinheit auftritt.

Erzählt wird diese Geschichte anhand der Erlebnisse der Familie Molling, heute in Innsbruck lebend, mit Wurzeln in Südtirol: Der Urgroßvater Alois war als ehemaliger Offizier der k. u. k. Armee Mitglied der österreichisch-italienischen Grenzziehungskommission 1919 und engagierte sich bei der Heimwehr gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Die Großmutter Herlinde Molling (dargestellt von Julia Rosa Stöckl) unterstützte wie ihr Mann Klaudius seit den späten 1950er Jahren den „Befreiungsausschuss Südtirol“ bei Sprengstoffanschlägen. Sogar als Schwangere schmuggelte sie Sprengstoff über die Grenze – eine Tatsache, mit der ihre Tochter Dominika, mittlerweile selbst Mutter, bis heute hadert und sich die Frage stellt, ob eine Landesteilung die Gefährdung des eigenen Lebens und das seines ungeborenen Kindes wert ist. Für die heute 20-Jährigen, Sven und Eric, die in einem Europa ohne Grenzbalken aufgewachsen sind, stellt sich die Frage, ob hinter dem Brenner ein anderer Staat beginnt, gar nicht. Sich frei zu bewegen und seine Meinung frei zu sagen, ist in ihrer Welt selbstverständlich.