Radeln am Fluss
Radeln am Fluss
Während der Drauradweg zum Massenspektakel geworden ist, kann man an der Isel beschaulich radeln und viel entdecken.

Kein Fluss berührt die Seelen der Osttiroler so wie die Isel, die sich schon bald nach ihrem Ursprung am Umbalkees auf ca. 2.500 Metern jung und voller Leben über steile Felsen stürzt, Stufen überwindet, Schluchten durchquert und sich neben grünen Wiesen durch’s Tal schlängelt, vorbei an Ortschaften und Menschen, bis sie sich schließlich in Lienz – nach 57,3 Kilometern – mit der viel kleineren Drau vermischt. Die Isel ist der größte Gletscherfluss der Alpen, der noch ohne Stau, Ausleitung oder größeren Schwall frei von der Quelle bis zu Mündung fließt. Mich macht das stolz. Der Fluss ist nicht nur Lebensraum seltener Arten, sondern auch Erlebnis- und Erholungsraum für Osttiroler und Gäste.

Auf zwei Rädern lässt sich die fantastische Isel wunderbar hautnah erleben! Es gibt eine durchgehende Verbindung von den Umbalfällen bis nach Lienz, immer abseits von verkehrsreichen Straßen. Für diese DOLOMITENSTADT-Geschichte wähle ich nur den letzten Abschnitt und erkunde mit Fotografin Ramona Waldner und unseren Models Tanja und Ruth den Weg des Flusses von Matrei nach Lienz.

Genussradler wie ich, aber auch Familien mit Kindern können den bequemen Radshuttlebus für die „Auffahrt“ nehmen und dann mit wenig Beinarbeit flussabwärts radeln. So bleibt Zeit, um den Fluss in seiner Vielfalt zu erleben und sich den Sehenswürdigkeiten des Tales zu widmen.

Zu entdecken gibt es genug! Auch für Einheimische, die „eh schon alles kennen“. Hand aufs Herz: Habt ihr die größte Landkirche Tirols – wer’s noch nicht weiß, sie steht in Matrei – einmal von innen bewundert, euch von der Ausstellung „Tauernwelten“ im Nationalparkhaus faszinieren lassen und die Serpentinskulpturen aus der Nähe betrachtet? Na also! Und ehrlich: wie lange ist es schon her, dass ihr den Iselfluss am eigenen Körper gespürt habt? Es ist also höchste Zeit!

VON MATREI NACH HUBEN

Ein wunderschönes Kirchlein und ein „Archehof“ voller Leben

Wir starten in der Nationalparkgemeinde Matrei in Osttirol, die den höchsten Bergen Österreichs ihre Existenz verdankt. Die historische und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde wurde wesentlich vom Bergbau bestimmt. Matrei war in der Vergangenheit wichtiger Ausgangspunkt des Saumpfades über den Tauern, eine bedeutende Handelsverbindung zwischen Nord und Süd. Erst im 14. Jahrhundert tauchte übrigens die Bezeichnung Windisch-Matrei auf. Der Zusatz „Windisch“ sollte die Unterscheidung von Matrei am Brenner erleichtern und hat nichts – wie manchmal zu lesen ist – mit den Alpenslawen zu tun. Diese Namensgebung blieb bis 1921 amtlich. Dann beschlossen Vertreter der Marktgemeinde die Umbenennung, da die „irreführende Bezeichnung Windisch dem Tourismus schade“.  Wir vermeiden die verkehrsreiche Hauptstraße und radeln auf der Virgener Landstraße zur Brugger Brücke, wo der Tauernbach auf die Isel trifft und der Radweg entlang unseres Flusses beginnt. Natürlich habt ihr schon längst das Kirchlein auf der Schattseite des Matreier Talkessels erblickt!

Ein Stückchen die Hauptstraße entlang und weiter Richtung Virgen über die Zeller Brücke treffen wir auf besondere Wegzeichen: Vier volkstümlich bemalte Votivbilder aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dort lassen wir unsere Räder stehen und spazieren den wunderschönen Kreuzweg hinauf – als Aufwärmübung sozusagen – der bedeutenden Wallfahrtskirche St. Nikolaus entgegen. Das Kirchlein wird ins 12. Jahrhundert datiert. Es zählt zu den wichtigsten kunsthistorischen Denkmälern unserer Region. Ältester Teil ist der romanische Chorturm. Ihr werdet begeistert sein!

Der angenehm kühle Hauch des Gletscherwassers begleitet uns, während wir in die Pedale treten. Dafür nehmen wir gerne die Schotterstraße in Kauf. An beiden Seiten des Tales sieht man hoch oben in den Bergen Bauernhäuser wie Adlerhorste an den gepflegten steilen Feldern kleben. Die Land- und Forstwirtschaft produziert in der Region unter schwierigen Bedingungen. Die Hälfte der Fläche Osttirols liegt über 2000 Meter Seehöhe, mit nur zehn Prozent Dauersiedlungsgebiet. Ein Großteil der Betriebe sind Bergbauern und werden im Nebenerwerb geführt. Leider sind jedes Jahr Betriebe gezwungen, die Bewirtschaftung aufzugeben. Die Steigerung der Wertschöpfung der Landwirtschaft sollte ein Anliegen von uns allen sein. Die traditionell kleinräumige landwirtschaftliche Bewirtschaftung ist durch die Erhaltung der Kulturlandschaft wichtiges Element im Tourismus, trägt wesentlich zum Schutz vor Naturgefahren bei und schafft schlussendlich Lebensqualität in der Region!

Wir kommen zur Hauptstraße, die wir schnell überqueren und folgen den Hinweistafeln. Ein asphaltierter Weg führt durch ein schattiges Waldstück ein wenig bergauf. Er ist auch für Kinder einfach zu meistern. Belohnt werden wir mit dem Blick auf die andere Talseite, wo sich im Sommer rauschende Bäche und Wasserfälle in die Isel ergießen.

Nach der kleinen Anstrengung kommt der Landgasthof Steiner im Dörfchen Feld wie gerufen. Zum Gasthof gehört ein Bauernhof, der einzige anerkannte „Archehof“ in Osttirol. Archehöfe dienen zur Erhaltung und Präsentation alter, in ihrem Bestand gefährdeter Nutztierrassen. Diese landwirtschaftlichen Betriebe sind nicht mit Haustierzoos zu verwechseln, sondern werden zum Lebensunterhalt geführt. Neben heute seltenen, früher aber bei uns üblichen Rinderrassen, gibt es beim Steiner auch allerhand kleinere Tiere zu bestaunen.

Und ins Staunen kommt man auch beim Betreten des ca. 330 Jahre alten Bauernhauses, das mit viel Arbeit in seinen Originalzustand gebracht wurde und nach Aussage des Wirtes schon im Jahr 1796 die erste Pflichtschule im Iseltal beherbergte. Bis nach Huben geht’s jetzt auf der ruhigen Landstraße leicht abwärts. Kurz vor der Kalser Landesstraße überqueren wir auf einer kleinen Fußgängerbrücke die Isel und gelangen so ins Dorf Huben.

VON HUBEN NACH ST. JOHANN

Steinskulpturen, eine echte Ritterburg und Abkühlung in einem See!

Huben gehört zur Gemeinde Matrei. Seine Herz-Jesu-Kirche wurde erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Baugrund für das Gotteshaus von Josef Unterlercher kostenlos zur Verfügung gestellt und mehrere Baumeister eingeladen, Pläne anzufertigen. Darunter auch der bekannte Architekt Clemens Holzmeister. Der Ruhm nützte ihm in Huben wenig. In einem Bericht wurde damals darauf hingewiesen, dass er mit anderen Aufträgen „seiner katholischen Gesinnung wenig Ehre mache“ und deshalb als Architekt der Hubener Kirche eher nicht in Betracht gezogen werde. Die Planung übernahm schließlich der Innsbrucker Architekt Lois Welzenbacher.

Wir radeln durch’s Dorf, am Bahnhofsgebäude vorbei Richtung Kienburg. Jawohl, Huben besitzt ein Bahnhofsgebäude, ohne jemals einen Zug gesehen zu haben. Vor langer Zeit gab es Bestrebungen, Schienen durch das Iseltal zu legen. Die Pläne wurden nicht umgesetzt. Wahrscheinlich dachte man: „Bauen wir erst einmal einen Bahnhof, der Zug wird dann schon kommen …“.

Bei der Brücke über die Schwarzach halten wir an. Das Marterl dort erinnert uns daran, wie mächtig wir Menschen uns doch glauben und wie klein und unbedeutend  wir in Wahrheit gegenüber den Naturgewalten sind. Im Laufe der Geschichte hat die Gewalt des Wassers immer wieder viel Zerstörung und Leid verursacht. Nach den katastrophalen Hochwässern 1965 und 1966 ließ man der Isel viel Raum. Inzwischen sind zusätzliche Aufweitungen dazugekommen, die Hochwassersicherheit wurde so verbessert.  Die so entstandenen Verzweigungen mit Sand- und Schotterbänken sind Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten wie dem Flussuferläufer und der Deutschen Tamariske, aber vor allem auch ein toller Spielplatz für Jung und Alt. Entlang der Landesstraße müssen wir am Klärwerk vorbei. Es gibt aber auch die Möglichkeit, bis St. Johann auf dem Dammweg der Isel zu fahren.

Bald gelangen wir an das feudal anmutende, über 100 Hektar große Anwesen der Familie Stocker und es bleibt uns nichts anderes übrig, als anzuhalten und zu staunen. Neben der sagenumwobenen Kienburg-Ruine gibt es noch weitere fünf Gebäude und einen Teich. In einem Gebäude befindet sich eine ganz besondere „Wellnesseinrichtung“, das sogenannte Heubad. Schon vor Jahrhunderten wussten es Bauern und Knechte zu schätzen, wenn nach einer Nacht im Heu jegliche Müdigkeit verschwunden war. Und so schlugen sie zur Zeit der Heuernte ihre Nachtlager auf den hochgelegenen Almen immer im Heustock auf.

Viele Sagen und Legenden kreisen um die Kienburg. Erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, war sie ursprünglich im Besitz der Grafen von Lechsgemünd und wurde um 1200 – mit Matrei und Teilen des Defereggentales – dem Erzstift Salzburg übergeben. Die Kienburg gehörte somit nicht nur zur Erzdiözese, sondern zum weltlichen Eigentum der Salzburger Bischöfe bis 1803! Die Burg diente zur Grenzsicherung. Es kam hier häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Görz-Tirol und Salzburg. Auch vielen Osttirolern ist nicht bekannt, dass die Kapelle zu Kienburg einst ein beliebter Wallfahrtsort war.

1579 wurde die Burg durch einen Brand schwer beschädigt und nie mehr vollständig renoviert. Eine Fliegerbombe vergrößerte im Zweiten Weltkrieg die Zerstörung. Anscheinend wollte sich der US-Bomber nur seiner explosiven Fracht entledigen. Eine Bombe traf den hochmittelalterlichen Wohntrakt der Burg. Nur die Einschlagstelle blieb erhalten. In ihr steckt heute noch ein Teil des Stahlmantels der Fliegerbombe!

So ist die Kienburg dem Verfall preisgegeben, als Ruine, die unserer Fantasie freien Lauf lässt, aber nicht betreten werden darf. Man fühlt sich wie im Märchen von Dornröschen, wie einer jener Prinzen, die einen fürchterlichen Tod im Dornengestrüpp starben … übrigens sollen gepanzerte Ritter nachts aus dem kleinen See am Fuße der Ruine steigen und immer noch ihr Unwesen treiben …

Fantasieanregend sind auch die Stein-skulpturen, die uns seit Huben begleiten und vor allem den Isel-Dammweg schmücken. Serpentingestein ist schön, wetterfest, farbecht und daher vielseitig einsetzbar. Unterhalb des Großvenedigers wird der Serpentin von der Firma Lauster auf 1670 Metern abgebaut und zur Weiterverarbeitung ins Tal gebracht. Der Serpentin der Hohen Tauern gilt als einer der härtesten in Europa und wird von Steinbildhauern sehr geschätzt.

Jetzt sind wir schon am Gossenbach angelangt, wo sich früher manches Drama abspielte. Der Bach wurde lange Zeit „Diebsbach“ genannt, weil hier das Erzbistum Salzburg zum Tode verurteilte Straftäter an das Gericht Lienz übergab. Noch bis 2002 war der Gossenbach die Grenze zwischen den Gerichtsbezirken Lienz und Matrei.

Jetzt kommt das Beste an unserer Radwanderung! Wenn es euch so geht wie mir, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die verführerische Frische des Wassers auch zu spüren und einfach schnell in den St. Johanner Teich zu springen. Ein erfrischendes Erlebnis für Körper und Seele!

Der Iselradweg ist nicht durchgehend asphaltiert und dennoch ein tolles Erlebnis, auch für weniger sportliche Radler.

Danach begrüßt uns St. Johann mit einladendem Gasthof und einer sehenswerten Kirche, über die es einiges zu berichten gibt: Beim Hochwasser 1965 wurde ein Teil des mittelalterlichen Sakralbauwerkes förmlich weggeschwemmt und auch der Friedhof zerstört. Eine Frau aus dem Nachbardorf erzählte mir, wie unheimlich ihr zumute war, als sie die Heiligenskulpturen in der Isel schwimmen sah …

Von der Sonnseite her grüßt aus Schwindel erregender Höhe die hart am Rand des  Abgrundes erbaute Kapelle von Oberleibnig. Der Legende nach hatten die Oberleibniger ihr Kirchlein ursprünglich im Dorf gebaut und die Heiligenbilder in der Zwischenzeit an einen Baum gehängt, exakt dort, wo die Kapelle heute steht. Sobald die Dorfkapelle fertig war, wurden die Bilder an ihren Bestimmungsort gebracht, verschwanden aber über Nacht und hingen morgens wieder am Baum. Weil die Leibniger schließlich der Zorn packte und sie die Bilder den Hang hinunter warfen, heißt der Ort im Volksmund der „Heiligenkofel“. Während der Napoleonischen Kriege im Jahre 1809 verdeckten die Oberleibniger das Kirchlein mit Ästen, um ihr Dörfchen in luftiger Höhe nicht zu verraten. Die Gondel hinauf nach Oberleibnig wurde lange vor der Straße errichtet. Sie ist immer noch die schnellste Verbindung ins Dorf und deshalb vor allem bei Kindergarten- und Schulkindern sehr beliebt.

VON ST. JOHANN NACH LIENZ

Indianerzelt, Hängebrücke, chillen am Wasser und Kunst im Schloss

Von St. Johann führt ein asphaltierter Radweg den Lienzer Dolomiten entgegen. Ohne Halt komm ich schwer am „Raftingcamp“ in Ainet vorbei. Hier kann man sich am Lagerfeuer vor dem Tipi wie ein alter Indianer fühlen, in den Bäumen des Hochseilgartens abhängen, oder bei einer Raftingtour in Begleitung eines geprüften Guides in die Fluten der Isel tauchen. Das ist Abenteuer pur für die ganze Familie.

Als Gletscherfluss führt die Isel im Sommer viel Wasser. Es gibt Raftingstrecken in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, bis hin zum ultimativen Kick beim Wasserfallspringen mit dem Kajak.

Wer auf Asphalt verzichten will, überquert die Glanzer Brücke und radelt der Stadt Lienz am landschaftlich anregenden rechten Flussufer entgegen. Auf beiden Seiten der Isel findet man ab jetzt herrliche Relax-Oasen, mit Holzliegen für Sonnenanbeter, erfrischenden Brunnen und wunderschönen Strandbuchten.

Jetzt ist es höchste Zeit, einen Blick in den Fluss zu werfen. Die Isel bringt wahre Schätze aus den Bergen mit: Granite, Altgneise, Serpentine, Prasinite und Calcite. Die vielen Quarze sind wichtiges Begleitmineral von Gold, also aufgepasst, mit viel Geduld kann man im schimmernden Flusssand vielleicht fündig werden. Allerdings muss ich alle enttäuschen, die euphorisch einen „Goldklumpen“ aus dem Wasser fischen. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Pyrit, der häufig mit Gold verwechselt wird und wohl deshalb den Namen „Katzengold“ trägt. Tolle Souvenirs sind die Schätze der Isel aber allemal!

Nahe der legendären Pöllander Hängebrücke – für Kinder ein Hit und ehrlich gesagt für mich auch – kommen wir zu einer weiteren Sehenswürdigkeit: dem „Iselblick“, einem preisgekrönten Projekt des Osttiroler Landschaftsschutzvereines.  Ein Nebenarm des Flusses, der nach der Hochwasser-Verbauung in den sechziger Jahren verlandet war, wurde wiederbelebt und ist nun eine weitere ökologische Bereicherung der Isel und ihrer Au, unter anderem mit Laichtümpeln für Amphibien. Auf der hölzernen Aussichtsplattform informiert eine Tafel über die Bedeutung des Flusses. Man hat hier einen herrlichen Blick hinauf ins Iseltal und auf den Oberlienzer Schwemmkegel.

Drei eigenständige Gemeinden, Oberlienz, Thurn und Gaimberg haben sich zu den „Sonnendörfern“ vereint, um gemeinsam mehr zu erreichen. Gemeinsam ist ihnen ihre Lage am sonnigen Hang, gebettet in Feldfluren am Fuße der Berge. Es wurden „Sonnenwege“ geschaffen, verschiedene interessante Themenwege, die dazu einladen den uralten Kulturboden zu erkunden.

Manch wissenschaftlich widerlegte Behauptung hält sich lange aufrecht. So werde ich immer wieder bei meinen Führungen durch die Stadt mit dem angeblichen „Schleinitzbergsturz“ im Jahr 1113 konfrontiert, der angeblich eine sündhafte Stadt unter Fels begraben hat. Aber Fundstücke aus viel früherer Zeit lagen nur knapp unter der Erdoberfläche und widerlegen somit das Gerücht.

Unweit des heutigen Pöllander Hofes befand sich ab 1763 ein Kohlplatz zur Herstellung von Holzkohle, auch ein hölzerner Rechen war über die Isel gespannt. Steinkohle war lange Zeit unbekannt und der Bedarf an Holzkohle groß, ganze Wälder wurden abgeholzt, was vielerorts zu Problemen führte. Das „Köhlerhaus“ wurde erst 1980 beim Bau der Umfahrungsstraße abgerissen.

Überqueren wir die „Tagger-Radbrücke“, benannt nach dem ehemaligen Chef des Baubezirksamtes Lutz Tagger. Unser Ziel ist nicht mehr weit: eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Lienz, das Schloss Bruck. Der Ausflug hat uns wissenshungrig gemacht – also treten wir ein. Die Burg wurde von den Gründern der Stadt Lienz, den Görzer Grafen im 13. Jahrhundert errichtet. Im Jahre 1500 starb der letzte der Dynastie, Graf Leonhard. Seine Grabplatte kann man in der Lienzer Pfarrkirche St. Andrä bewundern. Selbst für „Geschichtemuffel“ ist die Erforschung des mittelalterlichen Schlosses kurzweilig. Heuer lockt eine Sonderausstellung zum Thema „Fisch“ – passt ja wunderbar zu unserem Thema.

Selbst für „Geschichtemuffel“ ist die Erforschung des mittelalterlichen Schlosses kurzweilig.

Leider ist der Radweg von Matrei nach Lienz nicht durchgehend asphaltiert. Ob der Radshuttlebus – ein tolles Service! – weiter geführt wird, ist fraglich. Er ist nur schwach ausgelastet. Dabei kann man entlang der Isel fantastische Naturlandschaften entdecken und noch viele Geschichten warten darauf, endlich erzählt zu werden!

Der Iseltalradweg verdient viel größere Aufmerksamkeit, deshalb freue ich mich schon auf die Ausweisung der Isel zum Natura-2000 Gebiet. Dann können endlich Projekte wie weitere Aufweitungen, Themenwege und ein „richtiger“ durchwegs asphaltierter Radweg finanziert werden. Wir alle würden davon profitieren.

Also, liebe Gäste, liebe Osttiroler, macht es wie ich, „aufi auf’s Radl“ und verliebt euch in die Isel!

Credits
  • Autorin: Evelin Gander
  • Fotografie: Ramona Waldner
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