Kunstraum Café Mitterhofer: Vernissage „Hanna Battisti – Natura Viva“

Die Ausstellung „Natura Viva“ von Fotokünstlerin Hanna Battisti wird am Samstag, 24. September 2022, um 19.00 Uhr im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen eröffnet. Die Fotografin ist anwesend. Kunstinteressierte sind herzlich eingeladen.

Hanna Battisti lebt in Eppan (Provinz Bozen), arbeitet als Kunsttherapeutin und ist Dozentin für Kunstpädagogik an der Freien Universität Bozen.

Die Fotokünstlerin über ihre Ausstellung:

Im heißen Sommer dümpelte ein Goldfisch an der Wasseroberfläche im Teich. Hatte er der Hitze nicht standgehalten? War er einfach alt und schwach geworden, wie es auch unter Fischen vorkommen mag? Schön sah er aus, als ich ihn barg und auf eine feste Unterlage bettete, Rottöne im Schuppengewandt, die Augen blickten mich an. Er sollte ein Portrait bekommen, bevor ich ihn begrub. So hat es begonnen mit dem Kleingetier, das in der Folge immer wieder zu mir kam, da ein Vogel, der gegen meine Fensterscheibe flog und daraufhin zu Boden stürzte, nicht tot, aber in langer Schockstarre, bevor er wieder abhob. Dort eine Eidechse, die zack zack unterm Türvorleger verschwand. Dazu muss ich erklären, dass nicht weit vom Haus der Wald beginnt, ein kleiner domestizierter, mit Wanderwegen durchfurchter Wald zwar, aber doch wagt sich einiges an Kleingetier nahe an menschliche Wohnungen.

Diese fotografische Arbeit entsteht aus der Besorgnis für alle lebenden Wesen, für die kleinen Tiere und Insekten, die in unserer Kultur als dem Menschen untergeordnet wahrgenommen werden. Unser Verhalten gegenüber den Tieren ist das Ergebnis eines Anthropozentrismus, eines Erhabenheitsgefühls der menschlichen Spezies, die bereits in der Bibel wurzelt. Nach der Erschaffung der Welt spricht Gott zu dem Menschen: „Seid fruchtbar und vermehret euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen“ (Gen 1,28).

Es geht darum, das Bezaubernde der Natur wieder zu entdecken, in all seinen Facetten, das Leben und den Tod, Klein- und Kriechgetier ohne menschliche Zuschreibungen, jenseits von Gebrauch und Verbrauch, weder als Lebensmittel, noch als niedliches Kuscheltier. Jedes Lebewesen in seiner Art sehen, nicht im Dienste des Menschen, sondern als Mitwesen im Lauf der Natur.

Foto: Hanna Battisti