Neuer Aichner-Krimi: Die Schöne und der Tod

„…ich wollte aus dieser verkrusteten Welt ausbrechen“.

Der aus Osttirol stammende Autor Bernhard Aichner wagte den Schritt, seine Kreativität zum Beruf zu machen. Aichner lebt schon seit vielen Jahren als erfolgreicher Autor und Fotograf in Innsbruck. Vor einigen Tagen erschien sein erster Kriminalroman „Die Schöne und der Tod“. Dolomitenstadt-Korrespondentin Nora Hopfgartner stellte dem kreativen Kopf einige Fragen zu seinem künstlerischen Schaffen.

Hopfgartner: Herr Aichner, Sie sind in Osttirol aufgewachsen und haben mit 17 Jahren die Schule abgebrochen, um nach Innsbruck zu gehen. Was haben Sie sich von diesem Schritt erhofft, welche Erwartungen sind gleich, welche erst später und welche gar nicht in Erfüllung gegangen?

Aichner: Ich bin damals geflüchtet, wollte etwas Neues in meinem Leben, ich wollte aus dieser verkrusteten Welt ausbrechen. In erster Linie war es das Schulsystem, das mich brechen wollte, unfähige Lehrer, ideenlos, nicht bereit Schüler zu fördern, sie zu begleiten. Ich habe in Innsbruck die Abendschule besucht und dort eine völlig andere „Schule“ kennen gelernt. Schüler wurden mit Respekt behandelt und ernst genommen. Die Welt in Innsbruck war damals gößer, schöner, weiter. Der Boden hier war fruchtbar für all meine Träume. Ist er immer noch.


Hopfgartner: Glauben Sie, dass Ihre kreative Arbeit genauso erfolgreich geworden wäre, wenn Sie in Osttirol geblieben wären?

Aichner: Nein.

Hopfgartner: Wann und wie haben Sie gemerkt, dass Sie das Schreiben zu Ihrem Beruf machen wollen? Welche Schlüsselerlebnisse gab es, die Sie in Ihrer Entscheidung bestärkt haben?

Aichner: Mich auszudrücken war immer schon etwas Besonderes. Schreiben macht mich glücklich. Dass es mittlerweile zu meinem Beruf  wird, ist grandios, ich bin sehr dankbar dafür. Etwas mit Leidenschaft zu betreiben, garantiert Qualität, und diese Qualität garantiert mir ein Leben im Glück. Man hat mich oft belächelt, meinen Traum als unmöglich abgetan, aber ich wollte es halt unbedingt, mein Schreiben. Diesem Traum zu folgen ist spannender, als alles andere.


Hopfgartner: Neben Ihrer Tätigkeit als Autor sind Sie Inhaber eines Ateliers in Innsbruck und arbeiten als Fotograf. Was fasziniert Sie daran, solch kreativen Arbeiten nachzugehen?

Aichner: Fotografie ist eine andere wunderbare Möglichkeit, mich auszudrücken, meine Kreativität aus mir zu lassen. Irgendwie ist das wohl alles so wie ein Kraftwerk: Ich produziere und die Freude über das Produzierte treibt mich an, weiterzuproduzieren.


Hopfgartner: Lesen Sie selber auch gerne; wenn ja, was? Gibt es Autoren, die Sie in Ihrem eigenen Schreiben inspirieren?

Aichner: Ich lese sehr, sehr wenig. Die Zeit, die ich neben Familie, Fotografie und Schreiben finde, nutze ich zum Träumen, Ideenspinnen und Weiterschreiben. Ich mag gerne Krimis, spannende Geschichten, gut erzählt, in einer schönen Sprache geschrieben.


Hopfgartner: Woher kommen die Ideen Ihrer Romane? Haben die Geschichten manchmal einen persönlichen Bezug, oder sind Sie immer frei erfunden?

Aichner: Die Ideen kommen. Es ist wie ein Bach, der aus mir rinnt, sie sind einfach da, begeistern mich. Geschichten liegen auf der Straße, hunderte, tausende, sie wohnen neben dir, sitzen neben dir in der Straßenbahn. Man muss sie nur sehen, sie zulassen. Es gibt nichts Schöneres, als dem Bach beim Fließen zuzusehen, Geschichten weiterzuspinnen, sie zu entwickeln, Figuren zu erfinden, ihnen Namen zu geben, ihnen ein Leben zuzuschreiben.


Hopfgartner: Wann und wie schreiben Sie am liebsten: Gibt es einen fixen Zeitplan, an den Sie sich halten oder schreiben Sie nur, wenn Sie gerade Lust dazu haben?

Aichner: Ich schreibe, wann immer es geht. Die Hälfte der Woche verbringe ich mit Papier und Füllfeder, der Ort meines Schreibens wechselt. Es ist ganz egal wo ich bin, Geschichten kann man überall erzählen. Am Schreibtisch, im Cafehaus, in der Sauna.


Hopfgartner: Kürzlich ist Ihr neuer Kriminalroman „Die Schöne und der Tod“ erschienen. Was hat Sie dazu bewegt, ihn zu schreiben?

Aichner: Wie gesagt, ich liebe es, spannende Geschichten zu erzählen. Sei es im Theater, in Form eines Hörspiels, oder aber auch in Form eines Romans. Bereits in „Schnee kommt“ und „Nur Blau“ war das Kriminalistische Thema. Dass ich irgendwann auch mit dem Genre Krimi anbändle, lag nahe. Ich wollte einen Krimi schreiben, der nicht nur spannend ist, sondern auch sprachlich punktet. Ich habe tolle Figuren gefunden, die, so wie es aussieht, in Serie gehen werden. Kommendes Jahr wird es den zweiten Band der Max-Broll Krimis geben.


Hopfgartner: Können Sie kurz in einem Satz erklären, worum es darin geht ?

Aichner: Ich habe einen etwas anderen Krimihelden geschaffen: Max Broll ist kein Polizist, kein Staatsanwalt oder Gerichtsmediziner, nein, er ist Totengräber in einem kleinen Dorf im Westen Österreichs. Gemeinsam mit seinem Freund, dem ehemaligen Fußballstar Johann Baroni verstrickt er sich in ein Verbrechen, das die Dorfidylle empfindlich stört. Eine Leiche wird vom Friedhof gestohlen und der Gehilfe von Max verschwindet spurlos. Als Max die Sache nach der Leiche und seinem Schützling gegen den Willen der Polizei selbst in die Hand nimmt, beginnt für ihn ein Wettlauf mit dem Tod. Das kurz zum Inhalt.


Krimis bieten ja einen wunderbaren Boden für Gesellschaftskritik, dafür, bestimmte Themen anzusprechen. In „Die Schöne und der Tod“ geht es um Magersucht und das Modelleben, genauso aber auch um die Kluft zwischen Stadt und Land.


Hopfgartner: Sie leben nun schon seit vielen Jahren in Innsbruck, welchen Bezug haben Sie heute noch zu Ihrer Heimat Osttirol?

Aichner: Ich finde, Osttirol ist ein absolut wunderbares Land. Ich fahre immer wieder gerne dorthin zurück, leben möchte ich aber in Innsbruck. Es ist nach wie vor größer, schöner und weiter für mich.


Vielen Dank für das Interview!

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1 Posting bisher
Niko.Kal vor 7 Jahren

Den spannenden Krimi kann ich nur weiterempfehlen.