Mein Tag als Dolomitenfrau
Mein Tag als Dolomitenfrau
Dolomitenmann – das ist Wildwasser-Kajak, Berglaufen, Mountainbiken und Paragleiten beim härtesten Teamwettbewerb der Welt. Nur für Männer, sagt Werner Grissmann, der Erfinder. Mich haben diese Sportarten schon immer fasziniert, also habe ich alle vier Disziplinen einen Tag lang als „Dolomitenfrau“ ausprobiert! Ich freue mich, dass ihr mich an diesem Tag begleitet!

Ein ganz normaler Samstag?

Schon früh am Morgen klingelt der Wecker. Eigentlich brauchte ich den nicht, hüpfte wie von allein aus dem Bett. Traumwetter! Das ist gut. Ich bin noch nie geflogen, treffe Manfred Lobenwein von Airtime-Austria und das Dolomitenstadt-Team am Zettersfeld – und  spüre leichtes Nervenflattern. Zeit zum Nachdenken bleibt kaum, Manfred zeigt mir das Equipment – es sieht filigran aus.

„Diese Schnürchen halten so einiges an Gewicht aus“, lächelt der Guide, er ist schon oft beim Dolomitenmann mitgeflogen und wird es wissen, denke ich mir. Einerseits bin ich total nervös und aufgeregt, andererseits recht ruhig, weil ich nicht weiß, wie sich Fliegen anfühlen wird. Nun erhalte ich die letzten Instruktionen, der Schirm wird startklar gemacht, das Herz pocht und meine Hände und Füße kribbeln. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!

Fliegen wie ein Vogel

Ich höre nur noch Manfreds Stimme, 3 … 2 … 1 … und schon laufen wir los, und wir laufen und laufen … bis wir im wahrsten Sinne des Wortes keinen Boden mehr unter den Füßen haben! Wow! Was für eine Aussicht und was für ein herrliches Gefühl! Ich muss zugeben, ich hatte das Ganze vor dem Start unterschätzt. Von unten sieht Paragleiten so ruhig und langsam aus, doch wir düsen mit 40km/h durch die Lüfte! Ich darf sogar den Schirm selbst lenken – mein Herz klopft. Das Gefühl in der Luft ist unbeschreiblich. Bei diesem Wetter über Osttirol zu fliegen, ist einfach unglaublich! Ich fühle mich sicher und genieße den Moment, bis Manfred anfängt zu „spielen“ und wir uns nur noch im Kreis drehen, als säßen wir in einer Achterbahn. Das Adrenalin schießt in den Körper, die Endorphine strömen – und ich bin einfach total glücklich!

Airtime Austria, Professional Tandem Paragliding
Airtime Austria, Professional Tandem ParaglidingManfred Lobenwein
9903 Oberlienz Nr. 6.
Tel +43 676 7410906
www.airtime-austria.com

Aufi auf’n Berg

Zweite Station: Mountainbiking. Diese Sportart hab ich drauf und bike immer wieder gerne. Zuerst kämpft man sich den Berg hoch, flucht und schwitzt, doch das Gefühl, es geschafft zu haben, ist herrlich! Dann geht es mit voller Geschwindigkeit wieder runter und dir wird erst bewusst, wie weit der Weg nach oben war. Vom Rad geht es dann gleich ins Wasser. In einem Wildwasserkajak saß ich noch nie, doch auch hier werde ich bestens eingewiesen. Armin Zöttl vom Osttiroler Kajak Club ist auch ein Dolomitenmann. Sein erster Satz: „Falls du umkippst, zieh‘ einfach die Neopren-Spritzdecke nach unten und tauch‘ raus“. Das macht mir dann doch etwas Sorgen. Armin erklärt mir das Paddeln im Trockenen, dann steigen wir in unsere Kajaks und gleiten hinaus auf den Tristacher See.

Konzentration auf dem Wasser

„Puh, das ist ja wackelig“, ist mein erster Satz im Kajak. Kajaken und paddeln sind tatsächlich schwerer, als es aussieht. Man muss sich voll und ganz auf seine Bewegungen konzentrieren. Die erste Herausforderung ist, einfach „nur“ geradeaus zu fahren. Jede kleinste Rumpf- und Armbewegung wird sofort nach unten auf das Kajak übertragen und Armin und ich müssen lachen, weil ich mal wieder kurz vor dem Umkippen bin. Irgendwie kann ich mich aber immer wieder retten, beginne, das Paddel richtig einzusetzen – das macht Spaß. Man lernt viel in kurzer Zeit.

Auf dem wunderbar ruhigen See vor sich hin zu paddeln ist ein herrliches Gefühl. Irgendwann möchte ich mich ins Wildwasser trauen, doch gilt allen Dolomitenmännern mein größter Respekt, weil sie das so einfach aussehen lassen!

Osttiroler Kajak Club
Thomas Zimmermann
Osttiroler Kajak Club
Thomas Zimmermann
Mühlgasse 15, Lienz
Tel. +43 664 1923382
Mail: info@laola.at, www.okc.at

Über Stock und Stein

Beim Dolomitenmann ist der Läufer der Erste. Ich habe die Reihenfolge ein wenig durcheinandergewirbelt. Um den Tag ausklingen zu lassen, passt das Laufen zum Schluss perfekt. Heute war ich schon in der Luft, im Wasser und auf dem Rad, da fühlt es sich gut an, wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben.

„In die Berg bin i dahoam“ – Es ist wirklich ein Erlebnis, meine Heimat aus einer anderen Perspektive zu sehen und die Möglichkeiten hier sind unendlich! Ich freue mich auf den Dolomitenmann am 12. September in Lienz, wo ich mir einiges von den Profis abschauen und lernen kann! Und ich kann nur sagen: Nachahmung empfohlen. Probiert es aus!

Credits
  • Autorin: Klara Fuchs
  • Fotografie: Marco Leiter/Clemens Girstmair
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