Einkommen bundesweit an siebtletzter Stelle

ÖGB-Vorsitzender Otto Leist übt bei Osttirol-Besuch Kritik an Einkommensverhältnissen.

ÖGB-Regionalvorsitzender Willi Lackner (links) mit ÖGB-Landesvorsitzendem Otto Leist in Lienz. Bild: ÖGB

Der Kollektivvertragsverhandlungsmarathon hat am 22. September begonnen. Im Verhandlungsteam befindet sich auch Otto Leist, Tiroler ÖGB-Vorsitzender, der am Mittwoch Lienz einen Besuch abstattete.

„Menschen brauchen Geld zum Leben, besonders jene aus Lienz, die unter dem siebtschlechtesten Einkommen aller 99 österreichischen Bezirke leiden”, so Leist. “Gepaart mit den hohen Lebenserhaltungskosten wird dies ein immer größeres Problem.“

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für Beschäftigte in der Metallindustrie und im Bergbau fordern PRO-GE und GPA-djp, aber auch Otto Leist eine deutliche Lohnerhöhung über der Inflation.

Während Tiroler Frauen im Schnitt für eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung 30.110 Euro brutto verdienen, müssen sich Osttirolerinnen mit 27.282 Euro begnügen. Noch deutlicher fällt der Unterschied bei den männlichen Arbeitnehmern aus. Hier liegt das Tiroler Durchschnittseinkommen bei 41.342 Euro, jenes der Osttiroler bei 37.400. Lienz ist damit einkommenstechnisches Schlusslicht in Tirol.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik und der Wirtschaftstreibenden”, so Osttirols ÖGB-Vorsitzender Willi Lackner. ”Jetzt ist es an der Zeit Firmen anzusiedeln, die uns Osttiroler gut bezahlte Einkommen garantieren. Das aktuelle Vorgehen führt dazu, dass gut qualifizierte Arbeitskräfte den Standort Lienz verlassen, weil es schlichtweg keine geeigneten Jobs gibt.”

Für den Osttiroler Arbeitsmarkt, der unter der höchsten Tiroler Arbeitslosenrate zu schnaufen hat (5,8 Prozent oder 1.171 Arbeitslose/Stand August 2011), wünscht sich Lackner künftig mehr Jobs abseits des Tourismus und des Handels: „Nur so können wir der einkommenstechnischen Abwärtsspirale entgegenwirken.“

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