St. Jakob beherbergt die Welt im Kleinen

Im Haus des Wassers reicht ein Blick in eine Kugel, um die Entwicklung der Erde zu sehen.

Was passiert, wenn die gesamten Eismassen der Erde schmelzen? Wie entstehen Orkane? Wie verändert sich die Welt, wenn die Nacht über sie hereinbricht? Diese und ähnliche Fragen bekommt man seit kurzem im Haus des Wassers in St. Jakob im Defereggental beantwortet. Und das nicht nur verbal, sondern vor allem visuell.

Ausschlaggebend dafür ist das Projekt „Vision Globe“.  Eine in dieser Form europaweit einzigartige Installation, bei der man das Gefühl hat, man würde die Erde vom Weltall aus betrachten.

Brigitte Eckle und NP-Ranger Hermann Mauthner präsentierten Hermann Stotter und Olga Reisner den "Vision Globe".

„Die Kosten belaufen sich auf 140.000 Euro, worin aber nicht nur die Installation, sondern auch die bautechnischen Maßnahmen enthalten sind“, erklärt Nationalparkdirektor Hermann Stotter. Für den riesigen Globus, der früher im Haus der Natur in Salzburg stand, wurde extra ein eigener, vollständig abdunkelbarer Raum geschaffen, damit auf dem leuchtenden
“Vision Globe“ die diversen Klimaszenarien besser sichtbar sind.

Zudem kann der erdgeschichtliche Ablauf bis
 zur Gegenwart beobachtet werden. Eigene Computerprogramme und ein Videobeamer im Inneren des Gerätes machen es möglich. Ja sogar einen Blick in Zukunft, kann man durch die große Kugel aus Acryl werfen.

Zusätzlich zum Präsentationsglobus gibt es einen großen Wandbildschirm und eine riesige, beschreibbare Weltkarte, die in den lebendig gestaltbaren Unterricht einbezogen werden kann.

Die Motivation für das Projekt, dass zu 50 % aus EU-Mitteln, 30 % Bundes- und 20 % Eigenmitteln des Nationalparks finanziert wurde liegt für Nationalparkdirektor Stotter auf der Hand: „Obwohl wir hier in Osttirol in einer nahezu heilen Welt leben, wollen wir die Menschen dennoch für Klimaveränderungen sensibilisieren.“

Anhand des „Vision Globe“ wird die Komplexität des Klimas dann auch deutlich einfacher dargestellt, und alle Betrachter erhalten einen umfassenden Blick auf die Inhalte des Themas.

Daher soll das Projekt „Vision Globe“ nicht nur auf Schülergruppen im Alter von 10 bis 17 Jahren reglementiert, sondern auch für Erwachsene erlebbar sein. „Vom 9. Bis 13. Juli findet im Haus des Wassers eine Klimawoche statt, die von allen Erwachsenen die Interesse haben, besucht werden kann“, verrät Brigitte Eckle, die das Haus des Wassers leitet.

Übrigens: Laut „Vision Globe“ steigt der Meeresspiegel um 70 Meter an, wenn alle Eismassen schmelzen. Ein Szenario, dass nicht nur weltweit ganze Staaten in den Ozeanen versinken lässt, sondern auf dem künstlichen Globus auch gut sichtbar dargestellt wird.

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1 Kommentar bisher

  1. Leonhard

    St. Jakob beherbergt die Welt im Kleinen. Das wissen wir, seit der Gerald Hauser Bürgermeister ist. Und jetzt reicht dort ein Blick in eine Kugel, um die Entwicklung der Erde zu sehen. Gewaltig. Ich bin genauso fasziniert, wie die BH und der NP-Direktor auf dem Foto. Von den Defereggern können wir wirklich alle nur lernen.