Bürger, Bauern und Baraber
Bürger, Bauern und Baraber
Die Peggetz, das war jahrzehntelang so etwas wie der Abstellraum der Stadt Lienz, das Kammerl, in das man alles hineinwirft, das Gäste, die zu Besuch kommen, nicht sehen sollen.

Franz Edlinger ist ein kundiger Mann mit einer ganz besonderen Passion: Edlinger ist der Chronist der Peggetz und damit jenes Stadtteils von Lienz, der von allen Teilen der Stadt der unbekannteste, unerforschteste und mit Sicherheit der am meisten unterschätzte ist. Die Peggetz, das war Jahrzehnte lang so etwas wie der Abstellraum der Stadt, das Kammerl, in das man alles hineinwirft, das Gäste, die zu Besuch kommen, nicht sehen sollten.

Sie haben auch so ein Kammerl? Dann wissen Sie, was diesen Ort vor den anderen, blitzsauber aufgeräumten Zimmern einer Wohnung auszeichnet: Er ist bunt und chaotisch, eine Fundgrube für längst Vergessenes und ein gutes Versteck für – sagen wir – alles, was man nicht gerne herzeigt. Genau wie die Peggetz. Wenn man in Franz Edlingers Papieren kramt, dann findet man nicht nur unterhaltsame Geschichten, sondern auch spannende Zeitgeschichte. Es ist noch nicht lange her, da hat mich der alte Herr besucht und mir einige Unterlagen über ein Barackenlager slowenischer Kriegsflüchtlinge in der Peggetz gezeigt. Stadtführerin Evelin Gander, die auch den Cityguide-Lienz.at betreut, schaute sich Edlingers Chroniken genauer an und spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Ich muss etwas über die Peggetz schreiben, über Edlingers Forschungsgebiet, aber auch über „meine  Peggetz“, das Viertel, in dem ich aufgewachsen bin, in dem meine Eltern seit mehr als 60 Jahren wohnen und in das ich vor drei Jahren mit der Redaktion des DOLOMITENSTADT-Verlages zurückkehrte.

Die Peggetz (im Vordergrund Tristach) im Jahr 1953.
Foto: TAP/Sammlung Stadtgemeinde Lienz, Archiv Museum Schloss Bruck

In den siebziger Jahren nannte mich der Lateinlehrer im Gymnasium einen „Peggetz-Baraber“ und brachte damit das landläufige Ansehen dieses Stadtviertels auf den Punkt. Wer aus der Peggetz kam, war aus der Perspektive der Lienzer Innenstadt ein Baraber, wenngleich der Herr Professor in meinem Fall – und nicht nur in diesem – gewaltig irrte. Das beweist uns Franz Edlinger. Er breitet ein A3-Blatt aus, vielfach kopiert, fast schwarz, aber noch gut lesbar. Darauf ist ein einfacher Stadtplan zu sehen, um 1850 herum gezeichnet und übertitelt: „Parzellierungs Croquis Lienz“.  Croquis! Also eine Lageskizze der Stadt, hübsch beschriftet – und purer gesellschaftspolitischer Sprengstoff! Da ist eindeutig zu sehen, was kein Innenstädter je für möglich hielte: Unter den säuberlich aufgelisteten Stadtvierteln – Ortsried, Bründlanger, Grafenanger, Galgentratte, Mienekugel, Eichholz – finden sich auch Peggetz und Bürgerau. Und die Peggetz beginnt auf dieser Karte unzweifelhaft bei der Fischwirtbrücke!

Franz Edlinger ist froh, dass das endlich einmal jemand schreibt: „Die Lienzer meinen, die Peggetz beginnt da, wo der Auenweg ist. Doch da endet die Peggetz und dort beginnt die Bürgerau.“ Verkehrte Welt der Parzellierung. Geht es nach den alten Karten, dann steht das Grandhotel Lienz in der Peggetz und die Baracke 16 – auf die wir noch zu sprechen kommen – steht in der Bürgerau. Bürger, nicht Baraber. Na, Herr Professor, was sagen Sie jetzt?

In der sozialgeografischen Realität der Dolomitenstadt sieht die Sache freilich anders aus. Die Peggetz, das war und ist ein vielschichtiges Biotop, das seine baulichen Wurzeln vor und im Zweiten Weltkrieg hat. 1939/40 wurden die  Wohnhäuser mit je sechs Wohnungen im Auenweg gebaut, zur Unterbringung von Unteroffiziersfamilien. Für die Truppe wurden Baracken errichtet, in Bayern vorgefertigt und in Teilen per Bahn angeliefert, samt Plänen und Teilelisten zum Zusammenbau vor Ort. Die meisten dieser Baracken waren 62 Meter lang und zwölf Meter breit. Es gab aber auch Spezialgebäude.

Das Barackenlager der UNRRA, in dem 1946 2.600 Slowenen untergebracht waren.
Foto: Rafaelova druzba, Ljubljana

Sowohl der Auenweg als auch die „untere Peggetz“, die eigentliche Bürgerau, sind im Krieg entstanden, der zwar 1945 endete, aber bis heute Spuren in der Peggetz hinterlassen hat. Das Barackenlager für die Truppe wurde schon kurz vor Kriegsende zum Flüchtlingslager. Kriegsflüchtige zu Tausenden kamen hier durch, nicht nur Kosaken und Altrussen, sondern auch Slowenen. Das Schicksal der Kosaken wird mittlerweile aufgearbeitet, ihr kleiner Friedhof in der Peggetz mit der orthodoxen Kirche, die im Juni 2015 eingeweiht wurde, erzählt die Tragödie der Auslieferung an Stalin, die in den Tod oder den Gulag führte.

Franz Edlinger hat zur Aufklärung der Ereignisse im Mai 1945 einiges beigetragen. Verklären will er aber nichts. Er sieht die Rolle der Kosaken differenziert, denn Heldenverehrung ist nicht seine Sache. Und Edlinger hält sich an Fakten, auch bei der Beschreibung des Krieges. Trotz seiner 88 Jahre kraxelt er zum Drauufer hinunter und zeigt uns ein Fundament. Hier spannte sich Anfang der vierziger Jahre eine Brücke über den Fluss. Sie sei eingebrochen unter der Last hunderter Kosaken auf der Flucht, wird erzählt. Eine Legende, wie Edlinger belegt. Die Brücke wurde im August 1945 vom Hochwasser weggetragen. Damals bevölkerten bereits 2.600 Slowenen das Barackenlager in der Peggetz. Auch sie strandeten hier auf der Flucht vor den Titopartisanen. Praktisch unbemerkt, wie es heute scheint, wenn man mit Einheimischen spricht.

Franz Edlinger erklärt Evelin Gander, wo früher Baracken standen und eine Brücke über die Drau führte.
Foto: Miriam Raneburger

Dabei richteten sich die Slowenen vor Ort häuslich ein, bauten nördlich der Bürgeraustraße eine große Kirche, führten eine eigene Volksschule und ein Gymnasium, arbeiteten bei den umliegenden Bauern und publizierten eine eigene Lagerzeitung: „Die waren gut organisiert“, erzählt Edlinger. Nach eineinhalb Jahren zog auch diese Gruppe weiter, übersiedelte drauabwärts nach Spittal und nahm die Kirche mit! Zurück blieben die Heeres-Immobilien, die „verwertet“ wurden. Die ehemaligen Grundbesitzer kehrten zurück, stellten Anträge auf Restitution. Geld, das sie vor dem Krieg angeblich erhalten hatten, musste zurückbezahlt werden, in Schillingen und in bar. Viele hatten aber niemals Geld für ihre Gründe bekommen. Zurückzahlen mussten sie es trotzdem.

Einige Baracken wurden abgerissen, sie störten, standen mitten in den Feldern und machten Platz für neue Bauten und Betriebe. Die Lederfabrik Neuner, die Postgarage, die Unterwäschefabrik Plihal und die Werkstätte Thum legten das wirtschaftliche Fundament der Peggetz. Die Unteroffiziere blieben in der großen Wohnanlage am Auenweg und auch andere Beamte erhielten hier günstigen Wohnraum, meine Eltern zum Beispiel, die Anfang der fünfziger Jahre einzogen. Der Krieg war aus, das unaussprechliche Grauen wurde durch ein „Wirtschaftswunder“ weggezaubert, auch in der Peggetz. Noch standen die Baracken, noch erinnerten sich die Einheimischen daran, darunter Autor Gerold Foidl, dessen „Richtsaal“ ein Stück bittere Peggetz-Literatur ist.

Foto: Miriam Raneburger

Doch längst waren die neuen Zeiten auch hier eingezogen, mit der ersten großen Industrieanlage der Stadt, der Lederfabrik Neuner. Eine Großgerberei war damals kein Honigschlecken für die Arbeiter, nichts für empfindliche Hände und Nasen. Ein klarer Job für „Baraber“, also für jene, die froh um jede Arbeit waren. Baraber kommt vom tschechischen „poroba“, was Knechtschaft bedeutet und in unseren Breiten auch jenen nachgerufen wird, die ganz unten auf der Hackordnung der Werktätigen stehen, den Hilfsarbeitern, die Jobs machen, für die sich andere nicht hergeben. Zum Beispiel Leder gerben. Oder Beton zerschreddern. Beides machte man in der Peggetz.

Neuner holte die ersten Gastarbeiter nach Osttirol, Türken und Jugoslawen. Auch sie prägten das soziale Gefüge im Randbezirk. Und noch eine Gruppe zog in leere Baracken: Arme Menschen, die sich keine Stadtwohnung leisten konnten und „Delogierte“, Strandgut der beginnenden Wohlstandsgesellschaft. Stress gab es dennoch keinen, im Gegenteil. Friedl Bacher lebt – mit ein paar Jahren Unterbrechung – seit 1960 in Baracke 16. Als seine Familie hier einzog, war er zwölf. Die Bachers hatten fünf Kinder und wohnten zuvor in einer Baracke im Grafenanger.

Friedl Bacher lebt - mit ein paar Jahren Unterbrechung - seit 1960 in der „Baracke 16“.
Foto: Miriam Raneburger

„Wir hätten auch in die Friedensiedlung ziehen können, aber mein Vater wollte in die Peggetz. Er hat beim Neuner gearbeitet.“ Zwölf Parteien, insgesamt rund 30 Leute, wohnten damals in der Sechzehner. „Jetzt hat jede Wohnung Fließwasser“, erzählt der ehemalige Boxer, „damals haben wir das Wasser aus der Waschküche geholt.“ Der Herd, befeuert mit Kohle und Holz, war zugleich Kochstelle und Heizung. Bacher erinnert sich dennoch gerne an diese Zeit, an das „tolle Milieu“, das unbeschwerte Baden in der Schottergrube, auch an die Hühner, die er und seine Kumpels aus dem Stall eines Russen klauten und am Ufer des Baggertumpfes grillten.

Zwei Schulbusse voll mit Kindern fuhren damals stadtwärts. Einer ab der Postgarage, einer ab dem Auenweg, wo ich zustieg. Ab dieser Zeit kann ich mich gut erinnern. Es waren die sechziger Jahre. Frau Neuner – die Unternehmergattin – fuhr einen beigen Mercedes mit einem dreistelligen Kärntner Kennzeichen und wir grüßten sie höflich, wenn sie zum Hibler einkaufen kam.

Seit mehr als 60 Jahren leben Theresia und Ägidius Pirkner im Auenweg, der „Bürgersiedlung“ in der Peggetz.
Foto: Miriam Raneburger

„Der Hibler“, das war einer jener sozialen Schmelztiegel, in denen sich die sonst in Kasten eingeteilte Bevölkerung der „oberen und unteren“ Peggetz vermischte. Über dem Laden stand „Theoderich v. Hibler“, auch wenn der freundliche ADEG-Kaufmann Theo Hibler im weißen Kittel nichts Adeliges an sich hatte. Sein Sohn, mit dem ich die Schulbank drückte, wurde später Bürgermeister von Lienz.

Schräg vis-à-vis vom Hibler-Laden verkaufte „Frau Käthe“ Milch, frisch aus dem Zapfhahn in die Blechkanne. Sie hatte das Wohnzimmer ihrer 60 Quadratmeter-Wohnung zweigeteilt und aus der vorderen Hälfte ein Geschäft gemacht, mit Aufgang von der Straße über den Balkon. Im Nachbarhaus gab es eine Wohnzimmer-Trafik. Die Inhaberin lebt noch und ist heute weit über 90. Peggetzler werden alt und wissen auch, warum. Immer wenn der „untere Wind“ ging, stank es bestialisch. Die Leder-Gerberei Neuner hat zumindest olfaktorisch auch die Peggetzler gegerbt. Wer in diesen giftigen Chemikalien umrühren musste, war tatsächlich ein Baraber. Auf die Bewohner des Auenweges traf das nicht zu. Unsere Eltern waren Beamte, beim Bundesheer, beim Finanzamt und in anderen Ämtern. Im Kindergarten der Peggetz, den meine Mutter leitete, tummelten sich damals 40 Knirpse in einem multikulturellen Mix, der bunt und spannend war. Türken, Jugoslawen, Kinder aller sozialen Schichten. Die Neuners schickten ihre Sprösslinge genauso hierher, wie deren Arbeiter. Kinder mit Handicap? Kein Problem. Das Wort Inklusion kannte man damals noch gar nicht.

Die Bauern sind die dritte Kaste in der Peggetz und bereichern das Viertel um den Faktor Jugend.
Foto: Miriam Raneburger

Manchmal spazierten wir Kindergartler in Zweierreihe zur landwirtschaftlichen Schule, wenn die Schweine Nachwuchs hatten. Ferkel streicheln. Später, als Halbwüchsige, hätten wir lieber die Mädels aus dem landwirtschaftlichen Internat gestreichelt, was aber nicht ging, weil die Fenster dieser erotischen Trutzburg vergittert waren. Wir mutierten notgedrungen zu fleißigen Katholiken. Mittwochs mussten nämlich alle Schülerinnen zur Abendmesse in die Peggetz-Kirche, die gemeinsam mit der Lehranstalt errichtet worden war. Wir „beteten“ auf der Empore, dort hatte man den besten Blick auf die Mädels.

Die Bauern, das ist die dritte Kaste der Peggetz. Sie bewahren mit einem riesigen Feld entlang der Drau diesem Stadtquartier bis heute seine Distanz zur Innenstadt und bereichern die Peggetz um den Faktor Jugend, mit einer erfolgreichen und quirligen Schule, die wie ein Dorf geführt wird. Bei der „Landwirtschaftlichen“ haben wir als Jugendliche Fußball gespielt, im Herz Jesu-Kirchlein der Peggetz wurden wir getauft und auch wenn die Pfarrgemeinde wie andernorts immer kleiner wird, ist das Läuten der Sonntagsglocken noch heute nicht wegzudenken aus dem Viertel.

Das Betonwerk gehörte schon in den sechziger Jahren zu dieser Industriezone - so wie die Lederfabrik.
Foto: Miriam Raneburger

Die Bauern haben ihren Grund und Boden nicht nur behalten, sondern vermehrt und sind – geografisch aber auch wirtschaftlich – mit der Industrie zusammengewachsen. Das Machtzentrum der RGO in direkter Nachbarschaft zu Liebherr, Durst und Co. zeigt auch den Wandel in der agrarischen Welt – und nicht von ungefähr findet dieser Wandel in der Peggetz statt. Dort ist ein guter Humus für Neues. Die RGO-Arena macht die Peggetz zum Event-Hotspot und wenn in der riesigen Halle nicht gefeiert wird, dann wird versteigert. Hunderte Kühe und Schafe wechseln hier Jahr für Jahr ihre Besitzer.

Wandel ist das Kontinuum in der Peggetz, vom Barackenlager zum Industriegebiet und heute zum Hightech-Standort. Nirgendwo ist Osttirol industrieller als hier, nirgendwo urbaner. Nicht von ungefähr hat die Peggetz als einziger Lienzer Stadtteil einen eigenen Bahnhof. Viele Menschen pendeln täglich aus den Osttiroler Tälern und aus Oberkärnten hier ein. Ein guter Teil der Wirtschaftsleistung des Bezirkes wird hier erarbeitet, vom unangefochtenen Platzhirsch Liebherr und den später zugezogenen Südtiroler Betrieben wie Durst, Komet und Lorenz Pan, der die Seilbahnschmiede Wito übernahm.

Der Friedhof der Kosaken wurde gleich nach dem Krieg errichtet. Die Kapelle ist neu, gebaut von ukrainischen Arbeitern und im Juni 2015 eröffnet.
Foto: Miriam Raneburger

Die Peggetz ist aber noch viel mehr. Sie versorgt beispielsweise die Stadt mit Wärme, weil hier das große Fernheizwerk steht und nicht nur das, auch das Ausfallkraftwerk der Tiwag, das im Notfall zugeschaltet wird, entsteht am Eingang in die Peggetz.

Das Stadtmarketing Lienz weist für das Stadtviertel 98 Betriebe aus. Keine Osttiroler Gemeinde und kein Lienzer Stadtteil können da mithalten, weder bei Arbeitsplätzen, noch bei der Lohnsummensteuer oder anderen wirtschaftsrelevanten Daten. In alten Werkshallen der Lederfabrik Neuner befindet sich Osttirols größter Gewerbepark, auch wenn man beim Durchfahren nicht unbedingt den Eindruck hat, dass hier die Wirtschaft brummt. Es ist eher ein Brummeln hinter manchmal verschlossenen Türen. Nicht alles, was hier die billigen Mieten für eigene Geschäfte nutzt, ist vorzeigbar. Wie eingangs erwähnt – die Peggetz ist ein Abstellkammerl. Mancher arbeitet hier auch im Dunkeln, wie in anderen Industriegebieten auch. Doch bei Licht betrachtet, sind in den Hallen an der Peggetz-, Bürgerau-, und Aguntstraße hochkarätige Spezialisten zu finden, die Großtischlerei Forcher, vielfach ausgezeichnet für ihre Designprodukte, Schindel & Holz, der höchst erfolgreiche Sozialbetrieb, Pirkner Events, ein mittlerweile europaweit tätiges Spezialunternehmen für Bühnentechnik, daneben zwei Dutzend Handwerks- und Gewerbebetriebe, die jeder kennt, vom Tischler Kilzer bis zum Autohaus Thum.

Foto: Miriam Raneburger
Florian Gomig biegt Rohre und zählt zu den bekanntesten StartUps in den alten Neuner-Hallen.
Foto: Hans Groder

Seit einigen Jahren führt auch der Drauradweg tausende Radtouristen durch den Auenweg und geradewegs in diese Industriezone, wo mancher überrascht beim russisch orthodoxen Kosakenkirchlein stehen bleibt und sich fragt: Was ist denn das? Wo bin ich hier?

Wer hier nicht über den Steg in Richtung Tristach abzweigt, sondern am Nordufer der Drau in Richtung Kärnten weiter radelt, wird einen Hundeabrichteplatz, eine professionelle Rennstrecke für ferngesteuerte Miniatur-Rennautos und andere Skurrilitäten entdecken, von denen manche wohl schon auf dem Gemeindegebiet von  Debant stehen, aber den Hinterhof-Charme der Peggetz nicht verleugnen können.

Foto: Dolomitenstadt/Egger
Der Bahnhof Peggetz und im Hintergrund die neue Durst-Halle. Hier werden Hightech-Produkte gefertigt.
Foto: Miriam Raneburger

Immer öfter höre ich in letzter Zeit von Menschen, die Geld haben und sicher nicht in das Peggetz-Baraber-Schema meines lange verstorbenen Lateinlehrers passen: „Hier müsste man leben, das ist ja traumhaft. So ruhig, so grün, so stadtnahe …“ Tja, Friedl Bacher hat das schon vor Jahrzehnten erkannt, genau wie meine Eltern und viele begeisterte Peggetzler, zu denen auch die DOLOMITENSTADT-Redaktion zählt.

Sie waren noch nie in der Peggetz? Dann schwingen Sie sich einfach auf das Rad,  folgen Sie dem Drauradweg von Lienz über die Felder der Landwirtschaftlichen Lehranstalt bis in den Auenweg und gehen  Sie auf Entdeckungsreise im ehemaligen Viertel der Baraber, Bauern und Beamten. Es wird Ihnen gefallen – meine ich, als alter Peggetzler.

Credits
  • Autor: Gerhard Pirkner / Recherche: Evelin Gander
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