Durchstarten mit einem Klangerlebnis
Durchstarten mit einem Klangerlebnis
Das Osttiroler Start-up Akonus arbeitet an einem superflachen Lautsprecher mit besonderem Klang. Ob das preisgekrönte Technikerquartett bald auf eigenen Beinen steht oder noch im Inkubator der Innos in Lienz bleibt, haben wir bei einem Lokalaugenschein erkundet.

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es nun her, dass das erste Start-up in den Inkubator Sder Innos GmbH eingezogen ist. Die Akonus GmbH arbeitet an der Umsetzung einer Idee für einen elektrostatischen Bluetooth-Lautsprecher, den sie auf den Markt bringen möchte. Ich habe mich für Dolomitenstadt.at mit dem Geschäftsführer des Start-ups, Johannes Mascher, getroffen und mich erkundigt, was sich in der Zwischenzeit so getan hat und wie es nun weitergeht.

Bei der Gründung hieß das Start-up noch „Phonum“. Da ein Produkt eines anderen Lautsprecherherstellers allerdings schon diesen Namen trägt, haben sich die Jungunternehmer in „Akonus“ umbenannt. Die Rede ist hier von Johannes Mascher, Florian Wiedemayr, Stephan Pichler und Maximilian Hippacher, die bei ihrer Arbeit am Produkt auch Unterstützung von ehemaligen Schulkollegen bekommen. Der Name Akonus kommt nicht von ungefähr. Das „A“ steht für Alternative und „Konus“ für den klassischen Konuslautsprecher – der Lautsprecher des Start-ups soll also eine Alternative zum Klassiker mit der trichterförmigen Membran sein. Doch wie?

So könnte der Akonus-Lautsprecher aussehen. Das Rendering zeigt eine Perspektive von schräg unten, die Anschlüsse an der Seite lassen erahnen, wie schmal diese „Boxen“ sind. Rendering: Akonus

„Bisher gibt es noch keinen rein elektrostatischen Bluetooth-Lautsprecher. Unser Lautsprecher soll ein Nischenprodukt sein und eine Marktlücke schließen. Zudem ist das Besondere an unserem Lautsprecher, dass die Technologie, die wir verwenden, ganz andere Designmöglichkeiten bietet. Klanglich haben wir deshalb natürlich auch große Vorteile,“ so Johannes Mascher. So würden beispielsweise speziell Streichinstrumente schön auf dem Lautsprecher zu hören sein, da sie sehr detailreich wiedergegeben werden können. Der Lautsprecher von Akonus hat circa die Größe eines A4-Blatts und wird in etwa so dünn sein wie ein Tablet – portabel und praktisch also. Gefertigt werden soll er wenn möglich in Europa und mit nachhaltigen Materialien.

Ursprünglich geplant war eigentlich ein ausziehbarer Teleskoplautsprecher. Aber wie bei einem Start-up nicht unüblich, ist diese Idee in den Hintergrund gerückt, da sie sich nicht bewährt hat. Jetzt wird an einem flachen, elektrostatischen Lautsprecher gearbeitet. Momentan gibt es erst ein „Proof of concept“. Der Prototyp ist noch in der Schmiede, soll aber demnächst, sprich in wenigen Wochen fertig sein. Ein verkaufsfähiges Produkt peilen die Jungunternehmer frühestens  2020 an. Unterstützung bei der Entwicklung des Lautsprechers holen sie sich auch bei den potenziellen Kunden selbst. „Es ist nicht so, dass wir das einfach nur im stillen Kämmerchen entwickeln. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir viel Interaktion mit Kunden oder Interessenten haben und uns Meinungen einholen,“ verrät Johannes im Gespräch. Erste Ergebnisse zeigen: Der Designaspekt hat eine sehr hohe Priorität bei den zukünftigen Käuferinnen und Käufern!

Johannes Mascher, Maximilian Hippacher, Florian Wiedemayr und Stephan Pichler punkteten bei mehreren Start-up-Wettbewerben, darunter beim AdventureX. Das eröffnete den Jungunternehmern die Chance, in den ersten Osttiroler „Inkubator“ einzuziehen.

Ein so flacher Lautsprecher bringt natürlich eine Reihe an technischen Herausforderungen mit sich. Dennoch ist Johannes zuversichtlich, diese gemeinsam mit seinem Team bewältigen zu können. Gemeinsame Treffen im Inkubator gibt es aber nur selten. „Es gibt kein Nine to Five, weil jeder von uns beruflich etwas anderes macht. Wir treffen uns dann halt so mal, arbeiten daheim, unterwegs oder eben im Inkubator,“ erzählt Johannes.

Geld verdient das Akonus-Team mit seiner Idee aktuell noch keines. „Momentan ist es noch ein reines Investment. Der größte Faktor ist Zeit, aber finanziell muss man natürlich auch ein bisschen was hineinstecken und da muss man schon daran glauben, dass etwas daraus werden kann.“ erklärt Johannes. „Deshalb sind wir momentan noch auf Förderungen angewiesen.“ Auf die Frage, ob denkbar wäre, hauptberuflich für Akonus zu arbeiten, antwortet Johannes: „Ja, wir hätten schon vor, dass wir das dann irgendwann mal hauptberuflich machen. Es gibt zwar viele Herausforderungen, aber es wird immer realistischer!“ Es bleibt also spannend, wie es mit der Akonus GmbH weitergeht.

Credits
  • Autorin: Ida Pichler
  • Fotografie: Akonus
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