Am Sonntag, 6. September 2026 feiert die Sektion Lienz des ÖTK das 100-jährige Jubiläum des Kerschbaumeralm Schutzhauses. Die Feier beginnt um 11.45 Uhr mit einer von Dekan Franz Troyer zelebrierten Messe vor der Hütte, Begrüßung, Ansprachen, einem Rückblick auf die Historie des Schutzhauses und musikalischem Ausklang. Bergfreunde und Freunde der Kerschbaumeralm sind herzlich zum Mitfeiern eingeladen
Zwischen 9.00 und 16.00 Uhr fährt ein Shuttle Taxi vom Klammbrückele bis zum Ende des Fahrweges bei der Materialseilbahn-Station. Einzelfahrt 8 Euro, Hin und retour: 15 Euro. Anmeldung bis 31. August bei Bundschuh Reisen in Lienz, Tel. +43 4852 63360

Die Geschichte der Schutzhütte: Die 1884 gegründete Sektion Lienz des Österreichischen Touristenklubs widmete sich von Beginn an der touristischen Erschließung des Gebietes südlich des Spitzkofels. Der Impuls dafür war die vom Sektionsgründer Ignaz Linder errichteten und 1884 eingeweihten Linderhütte am Spitzkofel.
1888 erschloss die Sektion Lienz die Galitzenklamm mit einer Steiganlage als direkten Zustieg zur Kerschbaumeralm. Wegen des ständigen Steinschlages und der alljährlichen Lawinenschäden eine Dauerbaustelle. Allmählich setzte sich in der Sektion der Plan durch, diesen Steig aufzugeben und sich auf den Bau einer Schutzhütte auf der Kerschbaumeralm zu konzentrieren. Im Jahre 1923 erfolgte schließlich der Beschluss zur Errichtung der Hütte. Der Erwerb des Bauplatzes, Planung und Finanzierung, Antransport der Baumaterialien dauerten bis ins Jahr 1925. Kurz vor der geplanten Firstfeier Anfang September 1925 brannte die Hütte jedoch ab. Bemerkenswert ist, dass noch vor Wintereinbruch die Schäden beseitigt und das Dach fertiggestellt werden konnten. Den Winter über wurden die Arbeiten im Inneren fortgesetzt. Die feierliche Eröffnung konnte am 15. August 1926 begangen werden.
Die mühsame Erschließung der Hütte erfolgte zu Beginn vom sogenannten „Amlacher Gassl“, später Hirschbrunnhütte oberhalb des Klammbrückele aus. Durch den Bau eines Forstweges in mehreren Etappe bis zum heutigen Wegende beim Brandgraben verkürzte sich im Laufe der Jahre die Tragestrecke von 800 auf ca. 400 Höhenmeter. Diese wurden mit eigener Körperkraft, Saumtieren, später der Tragtierstaffel des österreichischen Bundesheeres und schließlich mit Hubschrauber überwunden.
Trotz der mühsamen Transportsituation wurden im Laufe der Jahre immer wieder Neuerungen und kleinere Umbauten durchgeführt. Erst durch die Fertigstellung einer modernen Materialseilbahn im Jahr 2010 waren die Voraussetzungen geschaffen, viele bis dahin aufgeschobene Baumaßnahmen umzusetzen. Die bedeutendsten waren der Bau einer biologischen Kläranlage, der Hüttenzubau für Sanitär- , Pächter- und Lagerräume, Erneuerung der Fenster, Erneuerung des Daches, Bau einer Photovoltaikanlage, Neuinstallation der Elektrotechnik. Insgesamt wurden im Laufe der letzten 25 Jahre fast eine Million Euro verbaut.