„mehr als nichts“ – Sonderführung mit Fritz Ruprechter und Martin Tiefenthaler

Zum letzten Öffnungstag der Werkschau „mehr als nichts“ im Westtrakt des Museums Schloss Bruck laden Fritz Ruprechter und Martin Tiefenthaler zu einer privaten Führung durch die Ausstellungsräume.

Es ist oft nur ein Tag, schnell vorüber. Ein Tag wie die Vernissage zur Ausstellung Ende Mai, die für Schloss Bruck in diesem Jahr auch den Start in die Museumssaison bedeutete. Vergangen, verwischt in der Erinnerung. Nicht so in der Schau „mehr als nichts“, dort zeigt schon der erste Ausstellungsraum, dass das Kleine, Einzelne seine Bedeutung weit über sich selbst hinausstreckt und im Konzept seine Bedeutung findet. 184 Aquarelle, jedes für sich ein Unikat, stellen einzelne Tage dar, ergeben zusammen ein Tag-Werk eines halben Jahres, werden zusammen zu einem großen Kunst-Werk.

Fritz Ruprechter, Foto: Museum Schloss Bruck / Markus Mayr

Ruprechters Arbeiten sind Gefühle, in Kunst dargestellt. Dabei folgt er etwa der von ihm bewunderten kanadisch-US-amerikanischen Minimalistin Agnes Martin, die festhielt: Nicht alles kann in Worte gefasst werden, „es geht nicht um Tatsachen, es geht um Gefühle.“ Diese Gefühle sucht der gebürtige Matreier Ruprechter in seiner Kunst auszudrücken – und schafft es brilliant, etwa in einer Großserie innerhalb der Ausstellung, die er Martin widmet.

Mit Ruprechter gemeinsam auf eine Reise durch seine Kunst, durch sein Leben, durch die Ausstellung zu gehen, das ist ein letztes Mal am Sonntag, 20. September 2026, um 11.00 Uhr möglich. Und dabei trifft man auch auf ein Werk, das im ersten Moment wie ein Fremdkörper in der Schau wirkt und sich dennoch harmonisch einpasst – eine kleine Gipsfigur eines Kleinkindes. Genauer gesagt, eine Abbildung des gerade erst geborenen Fritz Ruprechter, geformt und gestaltet von seinem Onkel Fritz Tiefenthaler. Dem Bildhauer, der bei einem weiteren Fritz, nämlich Wotruba, studierte, um sich dabei von ihm zu emanzipieren. Tiefenthalers Arbeiten sind nur in wenigen Fällen in großen, vollendeten Ausführungen in der Öffentlichkeit gelandet, einen Einblick in weitere Bildet die räumliche Intervention innerhalb des Westtrakts – am letzten Öffnungstag vermittelt durch seinen Sohn Martin. Um Anmeldung per E-Mail an museum@stadt-lienz.at wird ersucht!

Blick in die Ausstellung „mehr als nichts“, Foto: Wolfgang C. Retter