Osttiroler Bibelkurs: Lost in Translation? Gottes Wort in vielen Sprachen

Die Bibel hat streng genommen keinen „Ur-Text“. Sie begegnet uns immer schon in Kollagen, Übertragungen und Übersetzungen – und jede Wieder- und Weitergabe verändert, wie Gottes Wort gehört, verstanden und gelebt wird. Am Freitag, 17. April 2026, 19.00 Uhr geht es im Bildungshaus Osttirol um die Geschichte und Praxis des Bibelübersetzens, aber auch um seine geistliche Dimension: Was geschieht, wenn Gott die Sprache wechselt? Es referieren:

Dekan Franz Troyer (Leiter des Seelsorgeraumes Lienz Nord, Leiter der Bibelpastoral der Diözese Innsbruck) gibt einen Überblick über deutsche Bibelübersetzungen seit Martin Luther und stellt die Einheitsübersetzung (2016) sowie die revidierte Lutherbibel (2015) vor. Dabei fragt er nach den Chancen und Grenzen jeder Übersetzung – denn jede Übersetzung ist auch eine Deutung.

Thomas Sojer (Leiter der Bücherei Hohenems und Mitbegründer der Forschungsstelle Sprachkunst und Religion an der Universität in Erfurt) spricht über Martin Buber und Franz Rosenzweig, die das Lesen der Schrift radikal neu denken. Für sie ist die Bibel kein Text zur bloßen Auslegung, sondern ein sprachliches Geschehen, das gehört, gespürt und im Alltag beantwortet werden will. Sojer zeigt, warum die Buber-Rosenzweig-Bibel nach einem Ausdruck in eigenen literarischen Formen ruft.

Beitrag: 10 Euro (kein Kursbeitrag unter 27 Jahren). Rechtzeitige Anmeldung per E-Mail an office@bildungshaus.info oder telefonisch unter +43 4852 65133 erforderlich!