Vor einhundert Jahren starb Albin Egger-Lienz, der bedeutendste Tiroler Maler seiner Generation, 58jährig in St. Justina bei Bozen. Sein Werk zeigt eine ganz eigene, von innerer Konsequenz geprägte Entwicklung. Schloss der Künstler zu Beginn an die Historien- und Genremalerei Franz von Defreggers, so erarbeitete er um 1900 seinen charakteristischen plastisch-monumentalen Stil, der die Basis für sein weiteres Schaffen wurde. In der Kriegszeit fand er zu außerordentlich expressiven Symbolbildern von allgemein gültiger Aussage um schließlich zu den Bildern „zuständlicher Versunkenheit“ zu gelangen. Mit diesen Spätwerken schuf er einen unverwechselbaren Beitrag zur Moderne in Österreich. Sie stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung, die am Freitag, 12. Juni 2026 um 19.00 Uhr auf Schloss Bruck eröffnet wird. Interessierte sind herzlich willkommen, um Anmeldung per E-Mail an museum@stadt-lienz.at wird ersucht!
Als der Maler Leopold Hauer Albin Egger-Lienz kurz vor seinem Tod am Grünwaldhof in St. Justina besuchte und diesen fragte, woran er jetzt arbeite, bekam er zur Antwort: „Ich bin fertig.“ Nicht nur Resignation und Erschöpfung des von Krankheit gezeichneten Künstlers sprechen aus diesen Worten, sondern auch das Bewusstsein, gesagt zu haben, was er zu sagen hatte.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen im Rahmen von „Ferdinandeum unterwegs“, die Leitung des Kuratorenteams übernahm Dr. Carl Kraus.