Im Rahmen des Fotojahres 2026 präsentiert das Museum Kloster Neustift unter der Schirmherrschaft von Paul Renner und in Zusammenarbeit mit dem Fotomuseum WestLicht Wien zeitgenössische fotografische Positionen, die sich mit dem Thema Gemeinschaft und deren Bedeutung zwischen Zusammenhalt, Identität, Ritual und Abgrenzung auseinandersetzen. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung „COMMUNITAS - Spuren der Gemeinschaft“ am Donnerstag, 7. Mai 2026 um 19.00 Uhr.

Mit dabei sind auch u.a. auch Miriam & Peter Raneburger mit ihrer Werkserie „ratio“ – der Titel lässt erahnen, dass die Rationalität (Vernunftbegabung) im Mittelpunkt der Werkschau steht. Jene Fähigkeit, die uns einerseits als menschliche Personen von allen anderen Lebewesen abhebt, andererseits auch Grundlage dafür ist, dass wir entscheiden können und uns gezielt Mittel und Wege einfallen lassen können, wie wir andere – nicht Gleichgesinnte – quälen und töten. Exemplarisch für diese, seit Jahrtausenden praktizierten, Vorgänge stehen Tötungspraktiken des IS – nicht, weil sie sich von anderen Praktiken besonders abheben, sondern, weil sie durch bewusste Einbeziehung der digitalen Medien am besten dokumentiert sind. Das Bild, das Foto, das Video als Mittel zur Festhaltung eines Moments – eines Moments des Todes – den wir alle fürchten. Inszeniert für ein Publikum, das das Unfassbare verabscheut und doch davon in den Bann gezogen wird.

Im Zentrum der Arbeit von Miriam & Peter Raneburger steht ein Stahlkäfig – nicht bloß als Symbol für die Unterdrückung des freien Willens, sondern vor allem als Beispiel für ein Werkzeug, ein Instrument, das in der fotographischen Werkreihe „zum Einsatz“ kommt. In dieser 5-teiligen Fotoserie werden Tötungspraktiken nachgestellt – inszeniert an vermeindlich idyllischen Orten beängstigend fern jeder Zivilisation. Die (fehlende) Opferrolle übernimmt der Betrachter selbst, indem er sich durch seine Vorstellungskraft unvermittelt damit identifiziert ...