Föger: TVB-Geld für Lienzer Bad nicht fix

Der oberste Tourismusbeamte klärt Elisabeth Blanik und die Touristiker auf.

Zigarrenraucher Gerhard Föger ist bekannt dafür, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Foto: Martin Lugger

Es mag an der hochsommerlichen Hitze liegen, dass das Thema “Dolomitenbad Lienz” plötzlich heiß diskutiert wird. Während Landeshauptmann Günther Platter erst am 16. August im Videointerview mit dolomitenstadt.at die Förderung durch das Land außer Frage stellt, erteilt sein wichtigster Tourismusbeamter Gerhard Föger heute in einer Mail an die Redaktion der Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik eine Finanzierungslektion, die den zweiten potenziellen Geldgeber betrifft: den TVB-Osttirol.

“Die von mir sehr geschätzte Frau Bürgermeister von Lienz sitzt einer Fehlinformation auf, wenn sie in letzter Zeit mehrfach öffentlich kundtut, ein TVB-Zuschuss in Höhe von 2,5 Mio Euro sei ‘fix’, ‘bereits budgetiert’ u.ä. Davon kann jedoch überhaupt keine Rede sein und ich wundere mich schon etwas, dass dies von den TVB-Verantwortlichen nicht klargestellt wird”, schreibt der als recht streitbar bekannte Föger.

Unter den gegebenen Verhältnissen sei eine Förderung jedenfalls nicht denkbar und in vertretbarer Höhe frühestens dann diskutabel, wenn der TVB “weitere einnahmenseitige Maßnahmen” beschließe, erläutert der Leiter der Tiroler Tourismusabteilung weiter.

Föger fordert dann unmissverständlich eine Erhöhung der Aufenthaltsabgabe (Kurtaxe) für die Region Lienzer Dolomiten und einen höheren Promillesatz für die Tourismusabgabe.

Zuständig für einen diesbezüglichen Beschluss sei die Vollversammlung des Osttiroler Tourismusverbandes “und es ist dahingestellt, ob die Mitglieder erstens für diesen Schritt überhaupt zu gewinnen wären und zweitens nicht anderen Investitionsvorhaben eine wesentlich höhere touristische Priorität zugemessen würden”, schreibt Föger in seiner E-Mail an dolomitenstadt.at und spricht konkret den Speicherteich auf dem Zettersfeld an.

Außerdem müssten die sonstigen Rahmenbedingungen für die Schwimmbadinvestition im Sinne des TVB verbindlich geregelt werden. Föger will sichergestellt wissen, dass es zu keiner TVB-Beteiligung an allfälligen Baukostenüberschreitungen und Betriebsabgängen des Lienzer Bades kommt.

Föger schließt: “Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass die kommunale Seite Osttirols nicht selten die Unsitte an den Tag legt, touristische Mittel von vornherein einzuplanen. Hier sind die TVB-Gremien aufgefordert, ein selbstbewußtes Verhalten an den Tag zu legen, welches deutlich macht, dass der – verschuldete! – TVB kein Infrastrukturfüllhorn ist, welches auf Zuruf von außen pariert, sondern eigenständig die Erfordernisse aus touristischer Sicht – und die ist jene des Gastes! – definiert.”

Einen Kommentar schreiben...

6 Kommentare bisher

  1. hoidanoi

    @ pepi:
    .
    Die nächsten Tage scheinen ein mehr als dehnbarer Begriff zu sein. Insofern erscheint Ihr Verbal-Heroismus gar nicht so unähnlich dem Verhalten der von Ihnen oft mehr emotional denn substantiell Opponierten.

  2. hoidanoi

    @ Pepi:
    .
    Bitte nicht wieder so viel Schaumgeschlage und doch einmal was mit Substanz. Das Übliche “sich in den nächsten Tagen damit befassen” war bis dato reine Ankündigungspolitik, die in ihrer Substanzlosigkeit der konsequent inkonsequenten Kontrollpolitik des AR des TVB um Nichts nachsteht. Dass Föger in diesem Fall mehr als Recht hat, ganz besonders in Hinblick auf das dilletantische Verhalten des AR in Sachen LBB-AG, gefällt Ihnen nicht. Ob dafür persönliche Gründe ausschlaggebend sind, ist unbekannt. Der stets allzu persönlich gehaltene Ton, mit dem das Lamento untermalt wird, legt es nahe. Nützliches sieht anders aus. Stil im Übrigen auch.
    .
    Auf den inflationären Einsatz des Begriffs “Kasperltheater” zugunsten von Daten und Fakten zu verzichten – zum Beispiel die Veröffentlichung der Jahresrechnungen 2011 und 2012 des TVB im Abgleich mit den Budgetzahlen, die Gebahrung der OW, die Öffentlichmachung der Beschlüsse zu den Sprechern des TVB in Sachen Bergbahnen – brächte weit aus mehr, als sich ständig all zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

  3. Pepi Kreuzer Parkhotel Tristachersee
    Pepi Kreuzer Parkhotel Tristachersee

    Dr. Föger, “Die Zweite” (Kleine Zeitung und Dolomitenstadt)

    Sehr geehrter Herr Dr. Föger,

    Ihre Unsachlichkeit in Sachen Investitionen (vergangene und künftige) des TVBO ist grenzenlos und dient lediglich zu Ihrer persönlichen Reinwaschung. Aus diesem Grunde werde ich mich in den nächsten Tagen mit einer Aufklärung Ihrer Aussagen kritisch aber wahrheitsgemäß befassen. Ihre Veröffentlichungen dienen wohl zur Irreführung und Verschleierung Ihrer persönlichen Mitschuld an gewaltigen Fehlinvestitionen des TVBO in der Vergangenheit. Verzeihen Sie meine direkte Art aber auch für Sie und die von Ihnen geleitete Aufsichtsbehörde gilt ab sofort Wahrheitspflicht. Dies als kleine Kostprobe und auf Wiedersehen in den nächsten Tagen.

    Pepi Kreuzer
    PARKHOTEL AM TRISTACHERSEE

  4. bergfex
    bergfex

    Welches Vogerl hat die Frau BM da zwitschern gehört ??
    Da wird mit Bau-Schaufel-weitwerfen wohl einige Zeit nicht sein. Ob die Frau BM bei gewissen Eröffnungen NOCH dabei sein wird ist fraglich. Sie glänzt ja jetzt schon bei Anlässen, die ihr zustehen würden, durch Abwesenheit. Das ist aber verständlich, wenn man dem Wahlvolk Sachen einreden will, die nicht zutreffen (werden). Von den Macher des TVB , (eh schon wissen) hört man aus gegebenen Gründen keine Wortspende . Vielleicht sind sie auf Radurlaub in Italien.

  5. hoidanoi

    Unsittliches Verhalten
    .
    Dass die Reaktionen der Tourismusverantwortlichen – ein interessanter Terminus, der ein ungeheures Ironiepotential in sich trägt – verhalten ausfallen, wundert nicht. Touristische Priorität ist beim Eine-Hand-Wäscht-Die-Andere der Freigiebigen vom Dienst ein Begriff, der mit allem Möglichen deckungsgleich sein mag, nur nicht mit seinem Bedeutungskern.
    .
    Föger sorgt sich zurecht. Besonders was Baukostenüberschreitungen angeht. In diesem Bereich wurde wirtschaftliche Kernkompetenz von den TVB-Lienzer-Talboden-Herkunftsverbrieften mit Verve bewiesen, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen. Dass Werner F. – ein ganz besonders Verantwortlicher, der Dr. Föger bei der letzten JHV für dessen Funktion als Retter in der Verantwortungsnot verzückt um den Hals fiel, jetzt wieder darauf hoffen darf, dass ihm und seinen weitblickenden Kollegen im AR eine unangenehme Aufgabe abgenommen wird, ist im Artikel zu lesen.
    Wieder sagt Föger dem TVB, was zu tun ist.
    Womit er zweifellos Recht hat.
    .
    Nicht dass die Reaktionen der Herren und einer Einzeldame besonders beachtenswert sein werden. Man scheint bis zu den Neuwahlen – wann sollten die noch einmal stattfinden? – die Füße still halten zu wollen. Für die letzten Monate erfolgreich. Andreas Köll durfte einmal, ganz konfliktfrei, den TVB als Showbühne der eigenen Eitelkeiten nützen, sekundiert vom Freundespaar Frömel und Theurl, die in Sachen Amtsverständnis und Kontrolle leuchtende Beispiele für den weiten Begriff von Verantwortung bieten.
    Das gelegentliche Krakelen eines selten um Sachlickeit bemühten, dafür sich ständig im Ton vergreifenden Obmanns in spe vermag die Truppe nicht zu stören. Dessen Gebahren wirkt ebenso lächerlich wie die Titulierung des Vorstandes und des Aufsichtsrates als Verantwortliche.
    .
    Schützenhilfe beim TVB-Mikado wurde – bis zu diesem Artikel – auch vom Gros der Osttiroler Medien geleistet.
    Es ist zu hoffen, dass das Stillhalte-Abkommen hiermit aufgekündigt ist.
    Und Tacheles geredet wird.

  6. nanny

    Kann ich nur sagen – aha. Nix mit “prall gefüllt” . Und strenge Trennung Tourismusverband hier und Gemeinde da. Aha. Lienzer Bürger, bitte warten.