Halloween in Osttirol: Krapfenschnappen

Sie rufen nicht „Süßes oder Saures!“, sondern haben bodenständigere Sprüche auf Lager.

„Tschinn, tschinn in da Kassa isch nix drin und im Körbl a nit!

Liabe Leit heats unsre Bitt, verschlieaßt's vor uns nit eure Hitt.

A poa Euro oder a Speis, des isch unsa Schnaggler Preis!

Vergelt’s Gott!“

Der Brauch des Krapfenschnappens hat sich in einigen Gemeinden erhalten. Dabei ziehen junge Burschen in weißem Hemd und mit einem Fell über dem Gesicht sowie einem Hut auf dem Kopf von Haus zu Haus – in ihren Händen tragen sie den “Schnapper”, eine Holzstange mit einem Tierkopf, z.B. einem Hahn oder Widder.

Durch eine Schnur, die am Tier befestigt ist, wird dessen Unterkiefer bewegt und damit wird kräftig geklappert. Dafür erhalten die Schnapper von den Bäuerinnen vor allem Krapfen, ein altes Kult- und Weihegebäck, das man früher auch auf die Gräber legte. Als Dank tragen die Krapfenschnapper ein Gedicht oder ein Lied vor.

Nicht überall wo der Brauch noch lebendig ist, erfolgt er nach dem selben Muster – in Patriasdorf z.B. dürfen sich die Burschen nicht zu erkennen geben und somit auch nicht sprechen. Müssen sie trotzdem reden, verstellen sie ihre Stimme und machen sich so unkenntlich. In Kals bedanken sich die krapfenschnappenden Burschen mit “Vergelt’s Gott für die Armen Seelen”.

Die Krapfenschnapper auf unserem Foto zogen am Sonntag, 31. Oktober, ihre Runden in Leisach. Von links: Dominik, Noel, David, Jonas, Raphael und Jakob.

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