Open /*Source*/ Movie: Das kollektive Filmprojekt

Drei Freunde machen einen ganz besonderen Film.

Wer will, kann mitmachen. Open/*Source*/Movie als kollektives kulturelles Experiment.

„Wir hatten ein Drehbuch aus unserer Schulzeit und wollten einen Film machen“ erzählt Daniel Kofler, „aber das funktioniert entweder nur mit viel Geld oder mit Abstrichen bei der Qualität.“ Also gründete der Wiener Student mit Osttiroler Wurzeln und seine beiden Freunde Dan und Jake das innovativste Filmprojekt des Landes:  Open/*Source*/Movie.

Open Source, das heißt „offene Quelle“ und bedeutet nicht nur in der Software-Entwicklung, dass jeder, der Lust hat, mitbasteln kann. Wikipedia ist das vielleicht beste Beispiel, dass viele gemeinsam Großes leisten können. Auch bei der Produktion eines Filmes funktioniert dieses Prinzip, wie die drei Jungfilmer spektakulär beweisen.

Sie stellten ihr Drehbuch mit dem Arbeitstitel „Fakes“ ins Netz und forderten die Internet-Community auf, nicht nur am Script, sondern auch an allen anderen Teilen des Projektes – von der Kamera bis zu den Kostümen – aktiv mitzuarbeiten. Mit durchschlagendem Erfolg. 600 Mitglieder zählt die Open/*Source*/Movie-Gemeinde bereits, Tendenz steigend.

Das Kollektiv schreibt und verwirft gemeinsam Szenen, organisiert die benötigte Technik, sucht – und findet – Sponsoren für das Projekt. Zunehmend begeistern sich auch Stars aus der offiziellen Filmwelt für „Fakes“, den Film, an dem alle mitmachen können.

TV-Größen wie Peter Simonischek, Wolfgang Böck, Michael Niavarani, Christoph Fälbl, Dirk Stermann oder Roland Düringer meldeten sich spontan und stehen bereits auf der Besetzungsliste. „Sie dienen als Botschafter für unser Projekt und machen alle ohne Bezahlung mit,“ freut sich Daniel.

OSM-Initiator Daniel Kofler erklärt Dolomitenstadt-Redakteurin Daniela Altenweisl, wie das unabhängige Filmprojekt funktioniert. Fotos: OSM

Die Hauptrollen in „Fakes“ sind allerdings unbekannten Akteuren vorbehalten. Wenn die Community eine Rolle streicht, dann ändere auch die prominente Besetzung nichts an dieser Tatsache, erklärt Daniel: „Man lernt sich zu hinterfragen und Entscheidungen der Community zu akzeptieren, auch wenn man sie anfänglich vielleicht nicht immer begrüßt.“

Profis arbeiten Hand in Hand mit Laien, Entscheidungen werden kollektiv getroffen, Hierarchien sind abgeschafft: „Auf diese Art entsteht eine Schwarmintelligenz, was die Sache vor allem künstlerisch spannend macht. Je mehr Leute sich an diesem Film beteiligen, desto mehr Kreativität entsteht, und desto spontaner ist der Arbeitsprozess.“

Mittlerweile ist Open/*Source*/Movie als gemeinnütziger Verein angemeldet und auch über die Art und Weise der Verwertung des Films wird momentan diskutiert. Die Freunde denken an eine breite Vermarktung und wollen „Fakes“ nach Kino und TV auf der Website zum freien Download anbieten. Dennoch bleibt der Weg das Ziel: „Uns liegt das Projekt am Herzen, nicht der Erfolg des fertigen Films.“

Dolomitenstadt.at wird natürlich weiter über das Projekt Open/*Source*/Movie berichten.

Link zur offiziellen Website des Projekts, www.opensourcemovie.org

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren