Tourismus vor Zerreißprobe

Vor der entscheidenden Budgetsitzung bezieht Lienz Position. 

Die Zeichen für eine gedeihliche Zusammenarbeit der vier Osttiroler Tourismusregionen, die sich in einem Fusionsvertrag zum „Tourismusverband Osttirol“ (TVBO) zusammengeschlossen haben, stehen schlecht. Der Vertrag wurde zwar von allen Regionen unterzeichnet, war aber schon bei seiner Entstehung ein papiergewordener Misstrauensbeweis, vor allem zwischen den großen Playern im Verband, den Regionen rund um Lienz und Matrei.

Über die Hintergründe dieses Misstrauens haben wir ausführlich berichtet. Es geht um Geld, viel Geld. Tendenziell soll es flussaufwärts fließen, aus dem wirtschaftlich starken Lienzer Becken zu den touristischen Quellgebieten in den Tauern.

Bei den Budgetverhandlungen der Touristiker, die Anfang Jänner ergebnislos abgebrochen wurden, geht es längst nicht mehr darum, ob Lienz einen größeren Beitrag als bisher leisten soll. Es geht um die Höhe dieses Beitrags und den Einsatz des zusätzlichen Lienzer Geldes im Gesamtverband.

Der Lienzer Bürgermeister Hannes Hibler, mitten im Stich-Wahlkampf um das Amt, signalisiert in einem offenen Brief an TVBO-Obmann Franz Theurl Bereitschaft für „konstruktive Gespräche zur Adaptierung des Fusionsvertrages in einzelnen Punkten“, aber nur, wenn „konkrete Punkte genannt und hiezu  ganz konkrete Änderungswünsche unterbreitet werden“.

Das Lienzer Angebot lautet: Freiwillig werden zusätzliche 15% der Pflichtbeiträge – rund 300.000 Euro – an den Gesamtverband abgeliefert, zweckgebunden für gemeinsame Werbung. Die Region Lienzer Dolomiten zahlt zudem noch eine Million Euro an Golfplatzbetreiber Werner Hamacher.

Dem Matreier Bürgermeister Andreas Köll ist dies zuwenig, deshalb ließ er die erste Runde der Verhandlungen platzen. Er will, dass die 15 Gemeinden rund um Lienz gut 150.000 Euro mehr auf den Tisch legen.

Hibler untermauert in seinem Brief an Theurl, „dass weitere finanzielle Belastungen nicht unser Einverständnis finden“.  Kein gutes Omen für die nächste Runde der Verhandlungen um das Tourismusbudget 2011.

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1 Posting bisher
renalt vor 8 Jahren

...ja ich bin auch dafür, dass gerecht geteilt wird - brüderlich teilen, den großen betrieben am meisten - die vielen kleinen schreien eh nicht zugleich und somit können sie nicht sooo laut werden, dass es stören würde ...und was die regionenverteilung angeht - i hoff nur, dass der schwallbetrieb nit allzu stark ausfällt - die isel ist schützenswert, das wissen mittlerweile alle, egal ob fluss-ab oder -aufwärts ;-) ...denn eines sei noch angemerkt, soviel wie es aus dem tauerntal gespült hätte, wird die isel hinauf wohl nie fließen können... also fröhliches teilen meine herrn, schlimmer kann es eh nit werden, weil mit so viel geld eine stagnation grad so abzusichern ... was kann schon passieren?