Kraftwerk Isel: Anfrage der Grünen im Landtag

„Heimische Flüsse und Bäche bieten mehr als nur Rohstoff zur Stromerzeugung.“

Aus ökologischer Sicht ein einzigartiges Flusssystem: die Isel.

Die Gemeinden Prägraten und Virgen planen mit der Nordtiroler Firma INFRA Project Development GmbH, die Wasserkraft an der Isel zur Energieerzeugung zu nutzen und haben einen Antrag auf Durchführung eines Vorverfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung gestellt. Dem Antrag sind eine Darlegung der Grundzüge des Vorhabens und ein Konzept für die Umweltverträglichkeitserklärung anzuschließen.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Maria Scheiber stellte gestern im Landtag diesbezüglich eine Anfrage an LHStv. Hannes Gschwentner. Sie möchte u.a. Details zu der dem UVP-Vorverfahrens-Antrag beigelegten Projektbeschreibung und des Konzeptes für die UVE erfahren.

„Das Land Tirol und der Bund haben sich 1989 gegen eine Ableitung der Isel, des Tauernbachs und anderer Bäche zur Stromgewinnung und für die Errichtung eines Nationalparks ausgesprochen. Zu dieser politischen Entscheidung soll man stehen“, fordert Sepp Brugger, Sprecher der Osttiroler Grünen, in einem Pressegespräch. Auch die Nationalparkverwaltung Hohe Tauern Tirol habe sich in ihrer Stellungnahme zum Kriterienkatalog gegen die energiewirtschaftliche Nutzung dieser Gewässer ausgesprochen. Zahlreiche Experten würden die Besonderheit der Isel bestätigen und seien der Meinung, dass die Isel als Natura 2000 Gebiet einzustufen und nachzunominieren sei, eine diesbezügliche Beschwerde sei aktuell bei der EU anhängig.

Zu viele Fragen sind für die Grünen noch offen. Brugger sprach etwa das Niedrigwasser der Isel im Winter an, aber auch die zu erwartende Verminderung des Geschiebetransports und die Zurückhaltung des Gletschersediments, die bei Realisierung des Projektes Auswirkungen auf die Vegetation an der Isel haben würden. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass die Bäche und Flüsse an ausländische Unternehmen verkauft würden, die dann auch das Recht auf das Wasser hätten. All diese Probleme seien zu berücksichtigen, wenn  es um die Entscheidung der Verbauung der Isel und somit eines des letzten großen alpinen Wildflusses geht.

„Ich warne die Gemeinden Virgen und Prägraten, Geld zu investieren, und fordere, das geplante Projekt ad acta zu legen“, so Brugger. „Öffentliche Mittel werden verwendet.“

Die Ableitung des Wassers der Isel sei aber vor allem aus ökologischer Sicht abzulehnen. LA Maria Scheiber: „Unsere Flüsse und Bäche sind eben mehr als nur Rohstoff zur Stromerzeugung. Sie sind Erholungsraum, Landschaftselement, Bewässerung, Lebensraum der Artenvielfalt, Hochwasserabfluss und vieles mehr.“

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5 Postings bisher
wolf_c vor 6 Jahren

... und wo sind überhaupt die sogenannten touristiker? stecken- oder besser gesagt liegen geblieben in den 60er jahren? vor nicht allzu langer zeit hatte osttirol 3 mio nächtigungen, jetzt sind es nicht einmal 2 mio; die ziehen den schwanz ein, gehören zur betonfraktion und vernichten ihre arbeitsgrundlagen; eh wurscht, geld gibt es ja gratis zum verpulvern, siehe hochstein.. golfplatz.. und den liftbetreibern wird es in den A. geschoben; es braucht niemand experte zu sein, um zu sehen das jede klosterschwester einen besseren job machen könnte ...

wolf_c vor 6 Jahren

Gesetze die Zerstörung zulassen und fördern sind einfach schlechte Gesetze ... mein Fluß soll leben dürfen!

veronika vor 6 Jahren

...da lob ich mir solche medien wie die dolomitenstadt.at, die noch in der lage ist die ach so belastende "monokultur" in bezug auf lokale berichterstattung mit ojektivität und guten rechergen aufzuhellen. ...dafür darf ich dem ganzen etwas meine emotionen hinzufügen und fragen,

...was muss denn das für landespolitik sein, wenn sie eine der innovativsten gemeindeführungen des landes aus "geldnot" in so ein chaos treiben lässt, wie man es sich im fall virgentalkraftwerk politisch und wohl auch wirtschaftlich nicht anders vorstellen kann. ...ein kraftwerk, das in wenigen jahren nur ein energiekonzern sich letztendlich unter den nagel reißen wird können,... ...ein kraftwerk, das niemand braucht, in einer natur, die schon vielen menschen freude bereitet hat und noch vielen unserer kinder erholung in unberührter natur bringen soll - für ein paar allmosen, wie lederhosen und musikinstrumente, einfach zu verkaufen - ...ich hoffe, dass die ungebremste machtkonzentration auf dem gebiet der energiewirtschaft unseres landes bald die decke erreicht hat. - daran wird auch die beste strategie und das größte budget für die kommende landtagswahl nichts ändern ;-))

wolf_c vor 6 Jahren

und im übrigen: -kraftwerk-virgental.at- und -wasser-osttirol.at- !!

wolf_c vor 6 Jahren

… es wird immer klarer, warum schon vor Jahrzehnten die ÖVP die -natura2000- widmung verhinderte - es geht um Geld für die Macht; und den Fluß zu zerstören für ein paar € tut einfach nur weh! verantwortungsvolles Denken und Entscheiden schaut anders aus …