Kraftwerksbetreiber spielen Wunschkonzert

Virger „Planungsgespräch“ hatte den Charakter einer Verkaufsveranstaltung.

Nachdem am Nachmittag die Medien über Neuigkeiten rund um das Iselkraftwerk Virgen informiert wurden, waren am Freitagabend, 14. Oktober, die Bürger des Iseltales zu einem „Planungsgespräch“ mit den Bürgermeistern Dietmar Ruggenthaler (Virgen), Anton Steiner (Prägraten) und INFRA-Geschäftsführer  Wolfgang Widmann geladen.

Es wurde eher ein Planungsmonolog. Zwei Stunden hagelte es werblich gut aufbereitete Argumente und große Worte für das Projekt. Wie eine Vogelbeere sei dieses Kraftwerk: Irrtümlich für giftig gehalten, aber ein Lebensbaum. Die Isel bleibe weiterhin ein frei fließender Gletscherfluss, es würden „nur“ zwei Drittel des Wassers entnommen.

Unüberwindbaren Hindernisse für eine Genehmigung des Projektes seien nicht in Sicht und: „Das Geld soll im Tal bleiben und nicht abfließen, wie das Wasser,“ erklärte Dietmar Ruggenthaler. Zwei Tagesspeicher würden die Landschaft bereichern und das Krafthaus könne eine touristische Attraktion werden. Der Lasnitzen- und Dorferbach blieben unberührt – außer es würde sich in der Planung anderes ergeben.

Die Bevölkerung erhielt den ganzen Abend nie eine Chance zur Wortmeldung, dafür wurden Plakate verteilt, auf denen man seine Sorgen und Anregungen notieren konnte. Hausaufgaben für den“ Iselrat“, der soll sich damit beschäftigen.

Auf Diskussionen ließ man sich nicht ein, dafür gab's Wunschkonzert: Eine Kajakschule ab Unterpellach wäre vorstellbar. Für Kanuten führe die obere Isel im Sommer ohnehin zu viel Wasser. Fehlen davon zwei Drittel, würde die Strecke attraktiver! Wenn der Strom-Rubel rollt,  gibt es die „Iselstiftung“ und die fördert dann Projekte zur Sanierung von privaten Häusern, Solaranlagen, Renaturierungsmaßnahmen und vieles mehr.

Bis zur Einreichung tragen Gemeinden und INFRA die Selbstkosten. Ist das Projekt genehmigt, dann müssen die Gemeinden die Vorkosten und den Wert des Projektes erstatten. Über die Dimensionen und die geplanten Beteiligungsschlüssel haben wir bereits berichtet.

Der Abend, zu dem erst zwei Tage vorher eingeladen wurde, verlief mangels Diskussionswille der Veranstalter ruhig. Das kann sich schon nächste Woche ändern. Da steht – streng nach Choreografie der Nordtiroler PR-Agentur Wiko – die Konstituierung des „Iselrates“ auf dem Programm.

Zum Nachlesen: Kraftwerk Virgen

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2 Postings bisher
veronika vor 6 Jahren

...es ist sicher alles gut durchdacht und wenn es dann die "fette iselstiftung" gibt, so bald einmal nach den 30jahren, dann geht´s erst richtig auf ... man kann sich das ja bildlich vorstellen ;-) ...nein, es ist schon toll zu beobachten, wie so fadenscheinige argumente heutzutage schnell entzaubert werden und auch einem breiteren publikum aufgeklärt werden können... dANKe!

TschojerG. vor 6 Jahren

"Eine Kajakschule ab Unterpellach wäre vorstellbar. Für Kanuten führe die obere Isel im Sommer ohnehin zu viel Wasser. Fehlen davon zwei Drittel, würde die Strecke attraktiver!"

Also das is super ich als begeistetert Kajakfahren und allein heuer min 10x auf der hinteren Isel unterwegs sage das die Strecke sich auch bei den Wasserstand nicht als Strecke für eine Kajakschule eignet. Zu den Thema die hintere Isel führt im Sommer zu viel Wasser kann ich nur sagen das wir heuer über den Sommer 3 Tage vorgefunden haben wo der Wasserstand so hoch war das mann von einer befahrung abraten sollte.