SP-Politiker sagen „Ja zur Ganztagsschule“

Blanik und Gschwentner setzen sich für Ganztagsschule ein.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und LH-Stv. Hannes Gschwentner
Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und LH-Stv. Hannes Gschwentner

Erleichterung für die Kinder, Erleichterung für die Eltern – kurz vor dem Start des Bildungsvolksbegehrens (von 3. bis 10. November 2011) rühren Bürgermeisterin und SP-Bildungssprecherin Elisabeth Blanik und LH-Stv. Hannes Gschwentner die Werbetrommel für die Ganztagsschule.

Nach dem Modell der Ganztagsschule findet ein verschränkter Unterricht statt, der Bildungs-, Freizeit- und Bewegungseinheiten beinhaltet und die Kinder zwischen 6 und 14 Jahren am Nachmittag mit voll erledigten Schul- und Lernaufgaben nach Hause entlässt. Ein starkes Argument für dieses Unterrichtskonzept ist die teure Nachhilfe: über 9 Mio. Euro gaben Tiroler im vergangenen Schuljahr dafür aus. Im Falle der Ganztagsschule würde sich die Nachhilfe durch die Betreuung in der Schule auch bei den Hausaufgaben erledigen. Darüber hinaus gelangen die Kinder zu einer spezielleren Förderung ihrer Fähigkeiten und Talente.

In einer Umfrage der Wirtschaftskammer Tirol, berichtet Gschwentner, sprachen sich über 83% für ganztägige Schulformen aus. „Am Interesse der Eltern hapert es nicht“ sind sich die SP-Politiker einig. Eine Ablehnung gegen die Ganztagsschule träfe die Schwächeren, wie etwa Kinder mit Migrationshintergrund. „Die Ganztagsschule würde bedeuten, dass alle Kinder gleiche Chancen hätten, unabhängig von Einkommen oder Bildung der Eltern.“ betont Blanik.

Schon jetzt wird eine Nachmittagsbetreuung auch in Osttiroler Schulen angeboten, so etwa in den Volksschulen Nord und Süd I in Lienz und in den Allgemeinen Sonderschulen Lienz, Matrei und Sillian. Jede Schule kann um ein solches Zusatzangebot beim Land ansuchen, so denn jeweils zwei Drittel der Lehrer und der Eltern für eine ganztägige Betreuung sind. Die Kosten dafür tragen im Falle der Pflichtschulen die Gemeinden, bei Gymnasien der Bund und beim Lehrpersonal das Land.

Blanik gibt zu: „Eine flächendeckende Ganztagesschule erfordert eine geeignete Infrastruktur, die derzeit noch deutlich nachhängt. Das kann noch einige Jahre dauern.“ Doch nicht nur ausgebildete Lehrer, sondern auch Freizeitpädagogen können bei der Ganztagsschule als Betreuungspersonal eingesetzt werden.

„Die Ganztagsschule soll nicht als Zwangsverordnung verstanden werden, aber das Angebot muss da sein.“ meinen Blanik und Gschwentner und weisen auf das Beispiel Südtirol hin: „In Südtirol wird die Ganztagsschule schon seit Jahrzehnten sehr erfolgreich praktiziert! Die PISA-Ergebnisse speziell auch für Tirol zeigen die Unterschiede zwischen den Schulformen sehr deutlich.“

Foto: Brunner Images

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2 Postings bisher
30055 vor 6 Jahren

wenn überhaupt, dann muss die Schule ein Ort sein wo man sich wohlfühlt. wo es kleine Bereiche gibt in die man sich zurückziehen kann. Nur ein paar Beamer aufzustellen ist zu wenig. wo sollte die Verpflegung erfolgen? im Altersheim vielleicht? Ich denke an den Abrissfälligen Schulkomplex Nord. Ganztagsschule ist dort im Moment undenkbar. Die Eltern sehen dann ihre Kinder gar nicht mehr. sicherlich sagen die Kinder nach Weihnachten zu den Lehrern Mama und Papa. soll das so sein?

SKS vor 6 Jahren

Ganztagsschulen – wirklich ein Muss?

Ich habe mit großer Verwunderung und auch „Bauchweh“ die Forderung der SPÖ nach Ganztagesschulen gelesen. Ich bin Mutter von 2 Kindern, arbeite halbtags, meine Tochter besucht derzeit die 2. Klasse einer Volksschule in Lienz, mein Sohn den Kindergarten. UND ich freue mich jeden Tag, wenn meine Tochter mit Freude mittags von der Schule nach Hause kommt, mir zeigt, was sie in der Schule gelernt hat, ich mit ihr in Ruhe Hausaufgaben machen und auch Vorbereitungen für den nächsten Schultag treffen kann. Ich weiß, dass es eine Nachmittagsbetreuung braucht – diese ist bereits vorhanden und kann bzw. soll auch ausgebaut werden. Mir persönlich sind die Kinder ab 6 Jahren zu jung, um bis 16.00 Uhr in einer Ganztagesschule betreut zu werden! Ich möchte, dass ich meinen Kindern zu Hause einen Raum geben kann, um sich auch einmal zurückziehen zu können, um mit meinen Kindern nach draußen gehen zu können, und noch vieles mehr. Nicht außer Acht zu lassen ist das Vereinswesen, wo viele Kinder mit Freunde mitmachen. Ich denke da beispielsweise an die Musikschule, an den Fußballverein oder an Ballett. Würde die Ganztagesschule bis 16.00 Uhr - wie von der SPÖ gefordert – dauern, könnten unsere Kinder erst am späten Nachmittag in den Vereinen tätig sein. Die Forderung nach Ganztagesschulen entspricht einfach nicht meinem Bild von „Kinderbetreuung“! Ich möchte doch selbst entscheiden können, ob ich mein Kind in eine Nachmittagsbetreuung schicke oder ob ich die Möglichkeit nutze, meine Kinder zu Hause zu betreuen! Sarah Klaunzer-Sporer, Lienz