„Reduktion“ – Fokus auf das Wesentliche

In Dieter Remlers neuester Aktion sind Zuschauer Hauptakteure.

In Dieter Remlers neuer Performance wird's ganz schön dunkel... und spannend!
In Dieter Remlers neuer Performance wird's ganz schön dunkel... und spannend!

Remlers neuestes Kunstprojekt unterscheidet sich von allem, was man bisher vom Osttiroler Performance-Künstler kannte: „Jeder performt seine eigene Realität!“ umschreibt er kryptisch.

Was am 22. November ab 20.00 Uhr im Moserwald bei Huben tatsächlich passieren wird, bleibt noch streng geheim. Dennoch stellt Dieter Remler klare Regeln für die Teilnahme auf, die zwingend einzuhalten sind:

      1. Geeignete Kleidung und festes Schuhwerk
      2. Absolutes Sprech- und sonstiges Lärmverbot
      3. Kamera und Handy sind tabu
      4. Rauchverbot

Konkret steht eine nächtliche Wanderung durch den Wald auf dem Programm. Es gilt, jeglichen Radau, ja sogar Unterhaltungen und Lichtemission zu vermeiden – lediglich Taschen- oder Stirnlampen sind erlaubt.

„Wir leben heute in einem Zustand der völligen Reizüberflutung. Dadurch werden wir vom Wesentlichen abgelenkt.“ erklärt der Künstler. „Genau hier möchte ich reduzieren, auf das Eigentliche, das Essenzielle, um zurückzufinden zur eigenen inneren Ruhe.“

Die Idee dazu kam Remler, als er selbst eines Nachts alleine durch den Wald spazierte. „Ich sagte mir: Bisch a Monn oda bisch koana,“ belächelt der Künstler seine damalige Scheu vor dem finsteren Forst, „Aber es hat etwas in mir bewegt, zweifellos, und das möchte ich auch den Besuchern von ‚Reduktion’ verdeutlichen.“ Dass es nicht nur bei einem schweigsamen Marsch bleiben wird, ist anzunehmen. Doch über alles andere schweigt Dieter Remler beharrlich und weist unaufhörlich auf absolute Funkstille während der Performance hin.

Der aus Matrei stammende Performance-Artist begeisterte in seinen vergangenen Aktionen vor allem durch symbolträchtige Bildgewalt und actionreichen Szenen. Extremsport, Farbe, Licht und Musik spielten stets eine wichtige Rolle – etwa wie bei „Apokalypse“, dem multimedialen Kletter-Spektakel am Lienzer Gymnasium (1999), „Verbindung der Völker“ künstlerische Gestaltung der Abschlussfeier der Snowboard WM 2003 oder die vielbeachtete Installation „Sog der Gewalt“ 2005 im Wiener WUK und in Lienz.

Zur nunmehrigen Performance sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Parkmöglichkeiten bestehen bei der Kalser Brücke in Huben. Von dort in Richtung Feld startet die mysteriöse „Reduktion“.

Hier geht’s zur Website des Künstlers.

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