Die „Urforelle“ fühlt sich eindeutig wohl

Vom Aussterben bedrohte Fischart vermehrt sich im Nationalpark Hohe Tauern.

Die Forelle trotzt den extremen Bedingungen und pflanzt sich eigenständig fort. © Ranacher

Mit einem EU-Projekt hat vor 6 Jahren die Suche nach heimischen Bachforellen, die sich seit Generationen an die Lebensbedingungen vor Ort angepasst haben, begonnen. Die Erhebung betraf fast ganz Europa. Als Ergebnis kam das Phänomen des Aussterbens der heimischen Bachforelle ans Tageslicht, obwohl sie auf keiner Liste gefährdeter Arten zu finden ist. Für die in der Nationalparkregion gefundenen „Urforellen“ hat man sch seitens des Nationalparks dem Artenschutz und der Bewahrung der heimischen Fischart verpflichtet.

Im Osttiroler Anteil des Nationalparks dienen zwei hochgelegene Bäche als Versuchsgewässer: der Trojeralmbach in St. Jakob und Dorferbach/Seebach in Kals. Nach Erstbesatzmaßnahmen mit den heimischen Bachforellen wurde in den letzten Jahren der Bestand jährlich im Spätherbst kontrolliert. Mittels Elektrobefischung und anschließender Vermessung der narkotisierten Fische konnte dieser ermittelt werden, und das Ergebnis war stets sehr erfreulich. Also wartete man auf die Eigenreproduktion, die den Bestand absichert.

Im Spätherbst 2009 wurden erste Laichgruben entdeckt, jetzt Ende November wurde der Nachweis für Eigenaufkommen erbracht. Gegenüber Zuchtbedingungen benötigen die Bachforellen in diesen extremen Lagen länger, um geschlechtsreif zu werden. „Die hohe Standorttreue und der Nachweis des Eigenaufkommens bestätigen die gute Anpassung und Eignung heimischer Bachforellen für solche extremen Standorte“, freut sich Dr. Nikolaus Medgyesy von der Universität Innsbruck.

Hier gibt’s die Bilder von der letzten Kontrollbefischung:

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