Jugendzentrum: Hausaufgaben gemacht!

Pädagogisches Konzept und Betreiberkonzept zum Download.

Betreuerin Moni Karré mit Jugendlichen im Jugendzentrum in der Gartengasse. Fotos: Ramona Waldner

Kurz vor Weihnachten stieg die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik beim  geplanten Neubau eines Jugendzentrums am Standort Dolomitenstadion unerwartet auf die Bremse. Es fehle ein Betriebskonzept, beklagte die Bürgermeisterin, der Verein für offene Jugendarbeit in Lienz müsse mehr Flagge und Aktivitäten zeigen – bei Öffentlichkeitsarbeit, Visionsfindung und Sponsorensuche. Ein Baubeginn im Frühjahr 2012 – den Blanik noch im August selbst angekündigt hatte – gilt trotz Gemeinderatsbeschluss seither als unwahrscheinlich.

Stefan Schrott, der Obmann des Vereins reagierte prompt und verwundert. Das Konzept sei längst bei den Gemeinderäten eingetroffen. „Das Land Tirol erhielt dieses Konzept zeitgleich,“ berichtet Wolfgang Walder, pädagogischer Leiter des Jugendzentrums, „und gab uns augenblicklich eine wohlwollende Rückmeldung. Die Reaktion der Stadt Lienz steht aber immer noch aus.“  Nur eines ist derzeit klar: das Haus in der Gartengasse 1, im dem nicht nur das Jugendzentrum, sondern noch weitere sechs Vereine untergebracht sind, hat ein Ablaufdatum. Bis auf das Jugendzentrum sollen alle „Bewohner“ schon bald in das ehemalige TIWAG-Gebäude am Egger-Lienz-Platz übersiedeln. Entsprechend verunsichert sind die Betroffenen.

Ein Gutes hat die Diskussion um Präsenz oder Nicht-Präsenz des Vereines für offene Jugendarbeit. Das Jugendzentrum mit seinen niederschwelligen Angeboten wird plötzlich von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen. Wie definiert sich diese Einrichtung selbst? Dazu Wolfgang Walder: „Es gibt einen Unterschied zwischen offener Jugendarbeit, die wir vertreten, und einem verbandlichen Verein. Wir sind für alle zwischen 12 und 19 Jahren da. Unser Zentrum ist Treffpunkt, Freizeit- und Beratungseinrichtung, also niederschwellige Jugendsozialarbeit.“

Wolfgang Walder, pädagogischer Leiter der Jugendzentrums: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht".

Man habe bereits in der Planungsphase gemeinsam mit Jugendlichen über die Funktionen des neuen Hauses diskutiert und alle Hausaufgaben gemacht. Jetzt müsse gemeinsam  weitergearbeitet werden: „Ein direktes Gespräch mit der Stadtführung muss stattfinden,“ pocht der Jugendzentrumsleiter auf eine konstruktive Weiterentwicklung des Projekts. Das würden sich auch die derzeit rund 30 regelmäßig im Jugendzentrum weilenden Kids wünschen. „Sie denken in anderen zeitlichen Dimensionen als wir Erwachsenen“, erklärt der Pädagoge.

Dolomitenstadt.at hat sich im Jugendzentrum umgesehen und sowohl das Betriebskonzept als auch das pädagogische Konzept zum Download für interessierte LeserInnen mitgenommen. Das Thema „offene Jugendarbeit“ ist spannend. Überzeugen Sie sich selbst.

Betriebskonzept_Jugendzentrum Lienz

Pädagogisches_Konzept_Jugendzentrum Lienz

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5 Postings bisher
Heimliche Journalistin

"Bauen wir ein neues Jugendzentrum", aber wer kümmert sich denn noch darum? Die Jungen würden sich an etwas Neuem, doch sehr darüber freuen.

Also liebe Politik, wir Bürger sparen nicht mit Kritik, denn vorher viel versprechen, und dann wieder alle Zusagen brechen, das geht in der heutigen Zeit nicht mehr, bei der nächsten Wahl spürt ihr das dann um so mehr.

Es ist höchste Zeit, für die jungen zu laufen, und ihnen ein neues Zentrum zu kaufen, macht endlich Nägel mit Köpfen, dann kann die Jugend wieder Hoffnung schöpfen.

Sie werden dann auch wieder an euch glauben, denn so werdet ihr ihnen nur die Zukunft rauben, sie werden vielleicht auf Lienz pfeifen, und die Abwanderungen werden sich weiter häufen.

Fürs Nichtstun wurdet ihr NICHT gewählt, das hat euch schon so mancher Wähler erzählt, also macht endlich mal euren Job a bisserl gscheiter, dann geht auch wieder mal was weiter!

der Professor

Auch ich muss sonnenstadtler und behu zustimmen...wo bleibt die Transparenz der Fr. Blanik? Wo bleibt der Wille, den Jugendlichen baldigst einen schönen Ort ihrer Freizeitgestaltung zu bauen, denn den jetztigen Zustand des Jugendclubs würde ich wohl eher als unter jeder Kritik bezeichnen. Und das schon seit Jahren, also ich wollte da eigentlich nie hinein gehen, denn das ist kein Ort zum Wohl fühlen. Warum können die jungen Menschen nicht vorläufig auch ins Tiwag Gebäude umziehen, dann könnte man das alte Gebäude sofort verkaufen und hätte damit schon einen kleinen finanziellen Grundstein für das neue Jugendheim. Und ich glaube ja fast, wenn die Stadt gut verhandelt, könnte dieser Betrag sogar größer ausfallen, wenn man weiß, wer dieses Haus wohl unbedingt kaufen möchte! Also liebe SPÖ´ler macht weiter, damit spreche ich besonders auch Fr. GRin Gruber an, die sich ja für die Jugend immer wieder löblich einsetzt und ihre Stimme dafür erhebt. Zeigt endlich, dass es euch wirklich ernst ist mit der Jugend, denn sie sind nun mal die Zukunft!!!

Behu

@Sonnenstadtler ich kann Ihnen nur zustimmen! Auch ich vermisse die offene Diskussion der Bürgermeisterin (allerdings nicht nur bei diesem Thema!) - genau die offene Diskussion war Ihr Wahlversprechen! Da habe ich mich wohl täuschen lassen - leider! Ein entäuschter Blanikwähler.

anton2009

Beide Konzepte sind gut ausgearbeitet - Papier ist allerdings geduldig! Was ist an Samsatgen und Sonntagen? Wollen da die Betreuer ihre 5-Tage-Woche? Jugendarbeit muss rund um die Uhr geschehen und vor allem an Wochenenden!

Und dann noch die Frage, welche Ausbildung haben die genannten Betreuer (Herr Walder u. Frau Karre)?

Sonnenstadtler

Danke für die Transparenz. Hier wird mit offenen Karten gespielt. Weiter so! Ich erwarte mir auch hier auf dieser Plattform eine positive Reaktion der Frau Bürgermeisterin. Eine Frage an die Verantwortlichen im Gemeinderat - ist euer Beschluss zum Bau des Jugendzentrums nichts wert? Kann in einer Demokratie die Bürgermeisterin den (ich glaube einstimmigen) Beschluss des Gemeinderats einfach ignorieren?