Genug Tankstellen, zu wenig Hausapotheken

Neue Studie der Landesstatistik zur Grundversorgung der Tiroler Bevölkerung.

Während in der Stadt Lienz ein ausreichendes Angebot an Apotheken gegeben ist, schaut es in Gemeinden wie Kals oder Prägraten mit der Medikamentenversorgung mager aus. Foto: Franziskus Apotheke

Mit der Unterstützung aller Tiroler Gemeinden erhob die Statistikabteilung des Landes heuer zum dritten Mal nach 2005 und 2008 Daten zur Grundversorgung der Tiroler Bevölkerung. Dabei wurde der Versorgungsgrad mit Lebensmittelgeschäften, Tankstellen, Banken, Altenheimen, Apotheken, Ärzten, Postämtern, Polizeiinspektionen, Metzgern, Bäckern, Kinderbetreuungseinrichtungen usw. erhoben. Tirolweit hat die Landesstatistik 10.450 Einrichtungen zur Grundversorgung der Bevölkerung erfasst.

Die Versorgungslage hat sich demnach seit 2008 großteils verbessert, in manchen Bereichen aber auch verschlechtert. Dennoch: es gibt keine Gemeinde, deren Versorgungsangebot sich in den vergangenen drei Jahren in besonderem Maße reduziert hat. In Osttirol etwa halten sich die Gemeinden mit Verbesserungen und jene mit Verschlechterungen im Versorgungsangebot praktisch die Waage. Es wurden fünf Typen von Gemeinden kategorisiert – Lienz und Matrei zählen in dieser Kategorisierung zu den am besten versorgten Gemeinden, wobei Amlach etwa bei den Gemeinden mit dem geringsten Versorgungsgrad einzustufen ist.

Signifikant ist die drastische Verringerung von Posteinrichtungen – nur noch 53 Gemeinden in ganz Tirol haben ein Postamt. Mehr als die Hälfte der 138 im Jahr 2008 existierenden Postämter wurden inzwischen geschlossen bzw. deren Leistungen auf einen Postpartner übertragen. 140 Tiroler Kommunen haben weder ein Postamt, noch einen Postpartner oder eine Postservicestelle.

Tatsache ist, dass es im Bezirk Lienz mit seinen 33 Gemeinden nach wie vor 10 ohne Nahversorger gibt. Bei Apotheken und Hausapotheken beträgt tirolweit der Versorgungsgrad lediglich 45 %, was eine Verschlechterung bedeutet. Vor allem die Zahl der Hausapotheken sinkt. Konkret wurden in den Osttiroler Gemeinden Kals, Kartitsch, Prägraten und St. Veit die Hausapothekengenehmigungen nicht mehr erteilt. Dort gibt es damit keine direkte Versorgung mit Medikamenten mehr.

Erhoben wurde auch die Verkaufsfläche von Lebensmittelbetrieben. Am kleinsten sind die Betriebe durchschnittlich mit 272 Quadratmetern im Planungsverband Sillian und Umgebung-Villgraten-Gailtal. Das Tankstellennetz ist dicht geknüpft, nur im Pustertal zwischen Abfaltersbach und Amlach bzw. im Iseltal zwischen Lienz und Matrei finden sich tirolweit größere Lücken.

In der Studie ist zudem herauszulesen, welche Entwicklung bei Heimplätzen für Senioren zu erwarten ist. In der Region Sillian-Villgratental-Gailtal ist das Angebot von Heimplätzen im Verhältnis zur Zahl der über 75Jährigen sehr gering. Mit 15 potentiellen Anwärtern auf einen Heimplatz belegt diese Region einen der Schlussplätze im Tirol-Ranking.

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