Nichts außer leeren Versprechungen

Grüne kritisieren Land Tirol: kein Geld für direkte Öffi-Verbindung Lienz-Innsbruck.

Einsteigen in Lienz und erst wieder Aussteigen in Innsbruck - das fordern die Grünen für die Zugverbindung von Ost- und Nordtirol.

Es ginge um organisatorische Kleinarbeit, und nicht um hohe zusätzliche Kosten, meinen die Osttiroler Grünen zur geplanten Streichung der direkten Zugverbindung zwischen Lienz und Innsbruck. „Während das Land Tirol für ein Tunnelprojekt mit zweifelhaftem Nutzen hunderte Millionen Euro investiert, bleiben die Interessen der Osttiroler wieder einmal auf der Strecke!“ Ab dem Sommer soll ein Bus durch das Pustertal den Verkehr auf Schiene ersetzen. Südtirol will sich an den Kosten für den Zug, der an 16 Südtiroler Stationen hält, nicht beteiligen. Landesrat Thomas Widmann aus Bozen argumentiert mit einer schlechten Auslastung, auch die Fahrtdauer sei aufgrund der Koppelung mit dem Südtiroler Nahverkehr zu lang, erwähnte er gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Auch aus dem Büro von Landesrat Anton Steixner wird vermeldet, dass es nicht nur an den Kosten, sondern deren Verteilung läge.

Der Dreier-Landtag habe mehrfach für den Ausbau der grenzüberschreitenden Zugverbindungen, insbesondere auch zwischen Lienz und Innsbruck, einheitliche Tarife und koordinierte Fahrpläne gefordert. „Außer leeren Versprechungen ist bis heute nichts passiert“, klagt Klubobmann Georg Willi, „eine Umsetzung ist nicht in Sicht.“ Die Landesregierungen von Tirol und Südtirol könnten hier beweisen, dass die beschworene „Europaregion Tirol“ mehr als eine Worthülse sei, so Willi.

Grünen-Bezirkssprecher Sepp Brugger fordert Fakten für die Osttiroler Betroffenen ein: „Eine Fahrzeit von drei Stunden sollte für die 186 Bahnkilometer doch realisierbar sein! Warum kann man nicht wenigstens vier direkte Zugverbindungen in den Südtiroler Taktverkehr einbinden, um die ‚Benützungsgebühren’ für die Gleisstrecke endlich verhandelbar zu machen?“ Brugger fragt weiter: „Warum können die Züge, die zwischen Franzensfeste und Innichen stündlich verkehren, nicht im gleichen Takt bis Lienz weiterfahren?“

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6 Postings bisher
khubc vor 6 Jahren

@hubert

zitat TT-Onlineausgabe: Der zuständige Landesrat Thomas Widmann in Bozen sieht die Sache von einem anderen Blickwinkel. „Die Korridorzüge sind ein Relikt aus der Vergangenheit und eher eine politische als eine sinnvolle Verbindung. Sie sind auch schlecht ausgelastet“, meint er im Gespräch mit der TT. Die Busverbindung über Kitzbühel mache der Pustertal-Achse zusätzlich Konkurrenz. Er plädiert dafür, dass die Fahrpläne der Verbindung Ost-, Süd- und Nordtirol an den Südtiroler Takt angepasst und darin integriert werden. „Dann ist sogar eine Durchbindung Lienz – Innsbruck alle zwei Stunden möglich.“ Als Knotenpunkt müsse Osttirol dann allerdings nicht Klagenfurt, sondern Bozen oder Franzensfeste wählen, meint der Landesrat. „Es hängt maßgeblich vom politischen Willen ab.“

Die Integration in den Südtiroler Takt wird keine Verbesserung bringen. Das Problem ist, das man in jedem Bahnhof stehen bleiben muss, weil man warten muss, bis der entgegenkommende Zug in der Station ist. Sonst kann man nicht weiterfahren. Die gesamte Strecke ist ja nur eingleisig, bis Franzensfeste zumindest

Detektor vor 6 Jahren

Ja, so sieht das Ergenis aus, wenn sogenannte "Verkehrspolitik" von Politikern gemacht wird, die ständig mit großem Dienst-PKW samt Chauffeur unterwegs sind und sich allenfalls einmal für ein Werbefoto in einen Zug setzen. Wie soll man solchen Typen den Unterschied zwischen einem schaukelndem Bus auf holprigen Straßen und einem Bahnabteil erklären, in welchem man bei ruhiger Fahrt auf seinem Labtop arbeiten, lesen oder oder sonstwie die Fahrzeit sinnvoll nützen kann? Ganz abgesehen von den Unterschieden für die Umwelt! Offensichtlich wären regelmäßige Pflichtfahrten für Politiker auf öffentlichen Verkehrsmitteln nötig, damit sie wüssten, wovon sie reden.

alice vor 6 Jahren

Eine Zugverbindung zwischen Lienz und der Landeshauptstadt in einer akzeptablen Fahrzeit? "Eine unendliche Geschichte". Als ich als Osttirolerin in Innsbruck studierte waren die Zugverbindungen eine Zumutung. Damals dachte ich, es wird sich gewiss in absehbarer Zeit etwas ändern, aber das ist nun 20 Jahre her und geändert hat sich so gut wie nichts. Würden sich die Politiker, die sich so vehement für eine Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler einsetzen, mit derselben Energie für eine entsprechende Zugverbindung zwischen Lienz und Innsbruck arbeiten, dann wäre vieles möglich. Aber es ist wieder einmal so, dass viele Nordtiroler immer den Blick nach Südtirol richten und dabei das "kleine" Osttirol vergessen.

hubert vor 6 Jahren

@ khubc: schau mal in diese Ausgabe der Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 30.03.2012

khubc vor 6 Jahren

und was sagt der Herr Verkehrslandesrat? Die Zugverbindung Lienz-Innsbruck wäre ein anachronistisches Relikt, das heute nicht mehr benötigt werde. Also diese Aussage kann man getrost ignorieren!!

hubert vor 6 Jahren

Würden die Grünen Zeitung lesen, wüssten sie mehr und würden sich die Fragerei ersparen! Tipp von mir: Fragt doch mal den Südtiroler Verkehrslandesrat.