Iselrat verliert zwei Kraftwerks-Gegner

Am 13. April tagte Bürgerforum zum geplanten Kraftwerk in Virgen zum 5. Mal.

Der Iselrat, das Gremium der Bürgerbeteiligung zum geplanten Wasserkraftwerk Obere Isel, tagte am 13. April zum 5. Mal. Dabei verkündeten Adolf Berger und Reinhold Bacher ihr Ausscheiden aus dem Bürgerbeteiligungsforum. Der Iselrat verliert mit Berger und Bacher zwei der aktivsten Kraftwerksgegner.

Adolf Berger erklärt: „Speziell bei dieser letzten Sitzung des Iselrates ging es nur mehr um Detailplanungen zum Kraftwerk. Dazu kann ich nichts mehr beitragen.“ Für ihn sei von vornherein klar gewesen, dass sein Ausscheiden nur eine Frage der Zeit war: „Wir haben einfach ganz gegensätzliche Ziele. Aber man hat voneinander gelernt und von den Planern viel gehört.“

Der Prägratner Kraftwerkskritiker Adolf Berger verlässt den Iselrat. Mit ihm geht auch Reinhold Bacher. Foto: Brunner Images

Der Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler ruft nun interessierte Virgentaler auf, sich als neue Mitglieder zu bewerben. Es sei sein persönlicher Wunsch, dass wieder zwei Kraftwerksgegner nachfolgen, weil dadurch die Qualität der Planung gewinne. Das kann sich Adolf Berger aber nicht vorstellen: „Auch wir haben erst gezögert!“ Zur weiteren Zukunft des Iselrates meint der engagierte Kritiker: „Ich glaube nicht, dass der Iselrat weiterhin bestehen bleiben wird.“

Indes wurde im Rahmen des Iselrates der weitere Fahrplan zur Information der Bevölkerung beschlossen. Etwa ein Dutzend theoretisch möglicher Projektvarianten sollen bei einem Planungsgespräch am 27. April in Prägraten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bis Juni soll die Einreichvariante zur UVP-Prüfung feststehen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei einer der entscheidenden Faktoren, betont der Prägratner Bürgermeister Anton Steiner.

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3 Postings bisher
StephanTroyer vor 5 Jahren

Wirtschaftliche Machbarkeit liegt im Auge des Betrachters, das Projekt würde sich weiter verteuern. Die ganzen Varianten wurden für das Umweltverträglichkeitserklärungskonzept ausgearbeitet, welches diese fordert; Die praktische Sinnhaftigkeit muss dabei jedoch nicht gewährleistet sein. Wenn von Anfang an feststand, dass die Variante geologisch ungünstig ist, würde es mich überraschen, falls sich in der Zwischenzeit die Geologie verändert haben sollte. Meiner Meinung nach wird eher versucht durch das scheinbare Angebot von "Alternativen" der Bevölkerung vorzugaukeln, dass sie über das Projekt in allen Einzelheiten mitbestimmen kann. Diese Vorgangsweise ähnelt eher einem Autoverkäufer, der einem Passanten ein Auto einreden will, indem dieser die Farbe der Bremslichter aussuchen "darf". Auch sind Halbaussagen wie etwa "Das Modell ist so ausgerichtet, dass sich das Projekt selbst finanziert und das Gemeindebudget jeweils unberührt bleibt." "Das heißt, dass sich das Projekt selbst finanzieren muss. Die Gemeindebudgets sollen mit Ausnahme eines Teils der Eigenmittel nicht berührt werden" (beides virgentalerweg.at) sicherlich nicht förderlich, wenn die Bevölkerung eine Entscheidung im Sinne der Zukunft des Tales treffen will.

alps vor 5 Jahren

Vor einem Jahr hatte der Planungsstand sicher noch nicht einen solchen Detaillierungsgrad wie heute. Wenn es eine Südvariante wirtschaftlich machbar ist und es dabei keine Probleme mit dem Nationalpark gibt, warum sollte diese dann nicht ebenfalls in Betracht gezogen werden? Ich würde vorschlagen das Planungsgespräch am 27.4 abzuwarten. Wenn dort dann neue Fakten am Tisch liegen kann man drüber urteilen. Das im Zuge von Detailplanungen neue Erkenntnisse entstehen ist des Öfteren so, und wird sich bis zur finalen Einreichung ggf. auch noch öfters ergeben....

StephanTroyer vor 5 Jahren

Ein Beispiel zu den Varianten:

Zitat Bürgermeister vom Sonntag: "Eine wesentliche Frage dabei ist, so die Projektbetreiber, ob der Stollen nördlich oder südlich des Tales geführt werden soll."

Zitat UVE-Konzept vom Februar 2011 (Infra): "ausgeschiedene Lösungsvarianten: Triebwasserstollen auf südlicher Talseite Die Führung des Triebwasserstollens auf der südlichen Talseite wurde geprüft, jedoch aufgrund ungünstigerer geologischer Verhältnisse sowie einer etwaigen teilweise erforderlichen Unterquerung des Nationalparkgebietes ausgeschieden."

Es möge sich ein jeder seine eigene Meinung dazu bilden.