Planungssicherheit für Osttiroler Landwirtschaft

Spitzen von Landwirtschaftskammer und Bauernbund besuchen Bezirk Lienz.

Den Fahrplan für die kommende Agrarperiode ab 2014 stellte Bauernbund-Dir. Peter Raggl am Hof von Kilian Brugger in Patriasdorf gemeinsam mit Landwirtschaftskammer-Präs. Josef Hechenberger und Bezirksbauernbundobmann Martin Mayerl vor.

Der Tiroler Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger, Bauernbund-Direktor Peter Raggl und Bezirksbauernbund-Obmann Martin Mayerl sind sich einig: die Osttiroler Landwirtschaft steht auf stabilen Beinen. Bei ihrem Besuch im Bezirk Lienz weisen sie aber auf die bevorstehenden Herausforderungen hin. Die Verhandlungen für die Verteilung der Agrarfördergelder der EU für die bevorstehende Periode 2014 bis 2020 auf EU- wie auch Bundesländerebene haben begonnen.

In Osttirol gibt es 1.700 Bauern, 92 % davon sind Bergbauern, die durch höhere Produktions- und Arbeitskosten sowie Arbeitsintensität einen klaren Wettbewerbsnachteil haben. Daher fordern Hechenberger und Raggl weiterhin die Sicherung der Bergbauernförderung und eine angemessene Abgeltung der umweltgerechten Bewirtschaftung. Die Osttiroler Landwirtschaftsbetriebe sind mit durchschnittlich 8,5 Hektar landwirtschaftlicher und 18 Hektar Almfutterfläche eher klein strukturiert. Nur ein Viertel der Betriebe werden im Vollerwerb geführt.

Der Tiroler Landwirtschaftskammer-Präs. Hechenberger und Bezirksbauernbundobmann Mayerl setzen sich bis in die höchste EU-Ebene für gerechte Leistungsabgeltungen für Osttirols Landwirtschaftsbetriebe ein.

Als weiteren zentralen Punkt der Verhandlungen nennen die Tiroler Interessenvertreter die Einführung eines einheitlichen Betriebsprämienmodells. „In Österreich muss jedes Hektar gleich viel wert sein, egal ob Acker- oder Grünlandfläche!“ so Hechenberger und Mayerl. In Oberösterreich etwa würden durchschnittlich 320 Euro pro bewirtschaftetem Hektar ausbezahlt, in Tirol seien es bislang nur 106 Euro. Für die heimischen Landwirte müsse Planungssicherheit von 2014 bis 2020 gegeben sein, um sich unternehmerisch auf die kommende Periode einzustellen.

Kilian Brugger vom Riedlhof in Patriasdorf produziert künftig auch für die Hofer-Biomarke "Zurück zum Ursprung".

Beim Pressetermin am Riedlhof in Patriasdorf, Osttirols größtem Biobauernhof, hoben die Funktionäre von Landwirtschaftskammer und Bauernbund die gerade im Bezirk Lienz sehr kreativen und findigen Marketingkonzepte und das hohe Qualitätspotential der bäuerlichen Produkte hervor. Riedlhof-Bewirtschafter Kilian Brugger etwa produziert ab 1. Juli für die Hofer-Marke „Zurück zum Ursprung“, die höchste Ansprüche an ihre Zulieferer stellt. Rund 230.000 kg Milch vom Riedlhof werden künftig in Lienz für die Bio-Produktschiene des Lebensmitteldiskounters verarbeitet.

Am 10. Juni öffnen Bauern in ganz Tirol ihre Höfe und laden Interessierte ein, sich ein Bild vom bäuerlichen Leben und dem Produktionsablauf zu machen. In Osttirol richtet dieses Fest die Familie Alois und Gerlinde Steiner vulgo Bethuber in Matrei aus. Den Konsumenten zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert, möchte auch Kilian Brugger: „Es ist wichtig, den Konsumenten wieder an den Bauern zu binden.“ Mit seinem Sunnseitner Hoffest möchte er das Miteinander von Konsument und Produzent stärken.

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