Sozialverein „Osttirol für Jalimo“ legt los

Hospital-Projekt im Südsudan von Franz Krösslhuber startet als heimische Initiative durch.

Ohne das Herzblut von Franz Krösslhuber wäre das Jalimo-Hospital-Projekt, das über 50.000 Menschen im Südsudan zugute kommen wird, nicht denkbar.

Schon seit Jahren engagiert sich der Lienzer Kinderarzt Franz Krösslhuber für die Arbeit des Vereins „Helfen wir“, der sich in der Südsudanesischen Region Kajo Keji im Grenzgebiet zu Uganda vor allem für Bildungs- und Ernährungsinitiativen stark macht. 2007 bereiste der aus Oberösterreich stammende und schon lange in Osttirol lebende Arzt das Land erstmals. Bald schon erkannte Krösslhuber das Leid der Menschen aufgrund des maroden Gesundheitssystems und entwickelte die Idee eines Hospitals für die von der weltweit höchsten Müttersterblichkeit und auch hohen Kindersterblichkeitsrate heimgesuchten Region.

Seit etwa zwei Jahren setzt sich Franz Krösslhuber beharrlich für seinen Lebenstraum – die Realisierung des Hospitals in Jalimo – ein, besuchte das Land sowie die behördlichen und politischen Machthaber mehrmals und ersuchte in Osttirol um Unterstützung, die ihm auf breiter Basis bereitwillig gewährt wurde. In der Zwischenzeit wurden die Pläne zum Hilfsprojekt immer klarer, und die Hilfsbereitschaft der Osttiroler Bevölkerung erlangte immer größere Dimensionen. Daher wurde nun ein eigener Verein „Osttirol für Jalimo“ gegründet, um die Umsetzung des Projekts fest in Osttiroler Hand zu haben.

Nicht alle Vorstandsmitglieder konnten der Gründungsversammlung beiwohnen, die Anwesenden jedoch – Andi Weiskopf, Franz Krösslhuber, Bezirkshauptfrau Olga Reisner, BKH-Gemeindeverbands-Obmann Andreas Köll, Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Peter Kraler und Hans Themessl  sowie im Hintergrund die Architekturstudenten Christoph Lachberger und David Kraler – freuen sich über diesen denkwürdigen Moment für das Jalimo-Hospital-Projekt.

Am 15. Oktober fanden sich der Vereinsvorstand, der Beirat sowie Freunde und Gönner des Sozialprojekts Jalimo – unter anderem der blinde Osttiroler Alpinist Andy Holzer oder der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider – in der Wirtschaftskammer zur offiziellen Gründungsversammlung ein. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik fungierte als „Wahlleiterin“. Nun steht der Vorstand unter Obmann Franz Krösslhuber fest: Obmann-Stv. Peter Kraler, Kassier Hansjörg Mattersberger, Öffentlichkeitsarbeit/Schriftführer Hans Themessl und Stv. Andi Weiskopf sowie Rechnungsprüfer Kurt Wallensteiner und Franz Stangl. Den Beirat bilden Bezirkshauptfrau Olga Reisner, Bürgermeisterin Elisabeth Blanik sowie Andreas Köll in seiner Funktion als Obmann des Gemeindeverbandes BKH Lienz.

Die Architekturstudenten Christoph Lachberger aus Oberösterreich und der Lienzer David Kraler verbrachten zwei Monate in Jalimo, um die dortige Kultur, Lebensweise, Technik und die vorhandenen Materialien kennenzulernen. Sie berichteten von ihren Impressionen und sind sich einig: „Potentiale vor Ort nutzen!“

Mit aktuell knapp 78.000 Euro Kapital stehen nun die nächsten Schritte bevor, berichtete Franz Krösslhuber. Die jungen Architekturstudenten David Kraler und Christoph Lachberger – wir berichteten – verbrachten kürzlich zwei Monate in Jalimo, um sich die Situation und technischen Gegebenheiten vor Ort persönlich anzuschauen. Sie beginnen nun umgehend mit der Planung und Konzeption, denn schon im nächsten Jahr soll der Baustart erfolgen und 2014/2015 der Betrieb aufgenommen werden. Die Verantwortlichen rechnen mit etwa 250 bis 300 Euro Baukosten pro Quadratmeter. Bewährt sich der regelmäßige Ambulanzdienst und die Ausbildung von medizinischem bzw. Pflegepersonal vor Ort, so soll 2016 mit dem Bettenbau und der Errichtung eines Operationssaales fortgesetzt werden. „Wir hoffen, dass das Jalimo-Hospital ein Selbstläufer wird,“ blickt Krösslhuber zuversichtlich in die Zukunft.

Alle, die sich für das Jalimo-Hospital-Projekt interessieren und mehr über die Vision von Franz Krösslhuber erfahren möchten, wenden sich per Email an jalimo@gmx.net oder telefonisch unter 0676-6781300 an den für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Hans Themessl, der mit Infos und Auskunft zur Verfügung steht.

Finanzielle Unterstützung kann weiterhin auf das Spendenkonto Volksbank Osttirol, BLZ: 40730, Ktnr: 17.523 (oder: BIC: OVLIAT21; IBAN:  AT55 4073 0000 0001 7523) überwiesen werden. Spendenerlagscheine liegen auch bei allen Osttiroler Geldinstituten auf!

Fotos: Tobias Tschurtschenthaler

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