Osttirols Tourismus hielt sich im Sommer gut

Trotz Felbertauernsperre wurde das Vorjahresergebnis fast erreicht.

Die Sommersaison 2013 ist fast Geschichte. Und betrachtet man die äußeren Umstände, dann ist sie touristisch gesehen eine kleine Erfolgsgeschichte: Nach den Nächtigungsverlusten im Juni, bedingt durch den Felssturz am Felbertauern und einem unerwarteten Wintereinbruch, kompensierte der Bezirk die erwarteten Rückgänge zur Sommersaison 2012 annähernd.

Ein Minus von 1,5% bei den erzielten Nächtigungen erscheint im Vergleich zum relativ starken Vorjahresergebnis verschmerzbar, besonders unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen.

Gewinner der Saison war die gehobene Hotellerie mit einem Plus von 7,29%. Foto: Martin Lugger
Gewinner der Saison war die gehobene Hotellerie mit einem Plus von 7,29%. Foto: Martin Lugger

Als Gewinner in der durchwachsenen Saison präsentieren sich die Häuser der 4 und 5 Sternekategorie, die ein Plus von 7,29% in ihrem Segment zum Vorjahr verzeichnen können und so ein gutes Fünftel der Osttiroler Logisnächtigungen abdecken. Große Verlierer der Entwicklung sind hingegen die Häuser der 2- und 3-Sternkategorie sowie die Camping-Platzbetreiber: In Summe verlieren sie zu der Sommersaison 2012 satte 23.949 Nächtigungen. Als Grund für diese Verluste nennt die Osttirol Werbung Einbrüche im Bereich der Busreisen insbesondere durch die Einschränkungen auf der Felbertauernstrasse.

Erfreuliche Zahlen meldet Barbara Nussbaumer, Noch-Geschäftsführerin der Osttirol Werbung GmbH, bei den italienischen Gästen: Ein Plus von 6,9 % bei den Ankünften und eine Steigerung von 9,4% bei den Nächtigungen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, in den Umland-Regionen Südtirol, Kärnten und Nordtirol ist der Trend gegenläufig. Sie verbuchen starke Einbußen bei italienischen Urlaubsgästen.

Ursächlich für diesen Erfolg nennt die Osttirol Werbung die eingesetzten Sondermarketingmaßnahmen sowie den als Auftaktveranstaltung gedachten Giro del Trentino im April 2013.

Keine Steigerungen gab es bei österreichischen Gästen, im Gegenteil. Hier musste der Bezirk herbe Verluste hinnehmen: 20.664 Nächtigungen weniger als 2012 wurden gezählt. Der Rückgang bei deutschen Gästen, die mit 45% das Gros der Urlaubsgäste in Osttirol ausmachen, war mit einem Nächtigungsminus von 5.112 (-1,2%) zu 2012 weitaus geringer, aber dennoch schmerzhaft.

Betrachtet man die einzelnen Regionen, so sind von den Einbußen am stärksten die Nationalpark Region Hohe Tauern (- 16.056 Nächtigungen) und die Region Lienzer Dolomiten (  – 3.830 Nächtigungen) betroffen, während die Region Defereggen mit + 0,77 % das Vorjahresergebnis hält. Einzig die Region Hochpustertal verzeichnet ein leichtes Plus von 1,47% bzw. 3.697 Nächtigungen.

Im September fahren fast alle Ortschaften ein Minus ein. Im bisherigen Saisonverlauf verbessern sich Sillian, Obertilliach, Heinfels, Nikolsdorf, Gaimberg, Lavant und St. Jakob. Die stärksten Verluste sind in Matrei und Lienz zu beklagen.

Die Osttirol Werbung selbst steht schon in den Startlöchern für die kommende Wintersaison. Die Winterkampagne sei ausgerollt, man setze neben einer neuerlichen TV-Kampagne auf gezieltes Targetmarketing zur Vermarktung des Osttiroler Winterangebots.

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4 Postings bisher
fb vor 4 Jahren

@ TVBO: Es ist wohl menschlich verständlich, dass man lieber Gutes als Schlechtes berichtet. So kommen relativ schnell Pressemitteilungen, wo man irgendeine Steigerung im Tourismus kundtut. Aber sogar da hat man oft das Gefühl, dass Rosinen herausgepickt werden, und maches nicht so Gutes tunlichst verschwiegen wird.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Septemberzahlen weder von Theurl, Nussbaumer, Pichler oder Kiniger publiziert werden.

Der generellen Glaubwürdigkeit des TVBO und dessen Statements tut dies nicht gut. Ich selber ertappe mich dabei, dann immer zu suchen, was wohl wieder verschwiegen wurde!

Sollte mich da wohl ändern, würde das aber auch der PR des TVBO empfehlen!

mischmaschin vor 4 Jahren

Die Septemberzahlen die gestern im Osttiroler weniger erfreulich aufgenommen wurden bestätigen meine untenstehende Aussage - leider für den Tourismus in Osttirol. Schade, daß man die Alarmzeichen nicht erkennt - bitte nicht nächstes Jahr überrascht sein wenn die Zahlen weiter nach unten gehen - von wegen 2 Mio. Nächtigungen...

mischmaschin vor 4 Jahren

Ich würde das Ergebnis eher als Katastrophe sehen - wenn nicht Gradonna, Suitenhotel in Lavant und Holunderhof erstmals die Saison auffetten würden, dann wäre die ganze Tragweite sichtbar. Wie werden wir nächstes Jahr abschneiden nachdem dieses Jahr nicht hunderte neue Betten im 4 und 5 Stern-Bereich neu gebaut werden??? Außerdem hätte ich gerne mal eine Bettenauslastungsstatistik gesehen, die wäre viel aussagekräftiger.

fb vor 4 Jahren

Der Bericht erwckt in mir den Beigeschmack einer ( bestellten, bazahlten) PR.