Nachmittagsbetreuung im Lienzer Iselturm

Platz zum „schönen zusammen Spielen, Lernen, Leben“ für Schüler der NMS Egger-Lienz.

Spieleraum-Iselturm
Raum für Unterhaltung und zur Entspannung – Nachmittagsbetreuung soll kein Ganztagsunterricht sein.

Der Geruch von frisch aufgetragener Farbe liegt noch schwach in der Luft, das strahlende Weiß der Wände bestätigt den Eindruck vom gerade erst erfolgten Einzug. Es sind die neuen Räumlichkeiten der Nachmittagsbetreuung am Iselturm, für die Schüler der neuen Mittelschule Egger-Lienz und der Hauptschule Nord. Knapp vier Monate dauerten die Umbauarbeiten der 126 Quadratmeter großen Fläche, auf der sich die Kinder und Jugendlichen seit Montag, 2. Dezember, entfalten können. Dafür stehen ihnen zwei Räume, getrennt durch eine Glaswand, zur Verfügung: ein kleinerer mit zwei Couchen und Sitzkissen, der größere Aufenthaltsraum mit Einzeltischen, drei EDV-Plätzen inklusive Internetanschluss und einem kleinen Küchenblock.

„Schulische Tagesbetreuung ist kein Ganztagsunterricht“, betonte Direktorin Lydia Pedarnig in einem Pressegespräch am Mittwoch, 4. Dezember, „vielmehr ist es eine Möglichkeit, SchülerInnen mit Raum, Ressourcen und Lehrpersonen am Nachmittag individuell zu begleiten und zu unterstützen.“ Auch Bürgermeisterin Elisabeth Blanik sieht das ähnlich: „Früher ist man von der Schule heimgekommen, hat die Schultasche erst einmal in die Ecke geworfen und sich als erstes mit einer Gruppe Gleichaltriger im Freien getroffen. Heute ist das anders. Die Kinder telefonieren viel und versuchen etwas zu vereinbaren, doch oft gelingt das nicht; dabei gehören Kinder unter Kinder.“ Mit den Räumen der Nachmittagsbetreuung hätten sie die Chance mit Aufsichtspersonen unter sich zu sein und dabei sowohl Hausaufgaben als auch Spaß miteinander zu verbinden. Die Betreuung kann von Montag bis Donnerstag bis 16.15 Uhr in Anspruch genommen werden, im Monat sind dafür 35 Euro zu zahlen.

Die Kosten für den Umbau der Räume belaufen sich auf rund 226.000 Euro, von denen 50.000 das Land Tirol beisteuerte, den Rest finanzierte die Stadtgemeinde Lienz. Ein Projekt, dessen Aufwand sich laut Blanik nicht nur ausgezahlt hat, sondern dem auch weitere Investitionen folgen sollen: „Die Volksschule Nord ist eine der nächsten Baustellen. Mit diesem Thema werden wir uns noch intensiver auseinandersetzen.“

Einziger Wermutstropfen nach dem Umbau ist der scheinbare Mangel an Lehrpersonen in Tirol und Osttirol, der laut Lydia Pedarnig in Lienz sowohl in der Nachmittagsbetreuung als auch im regulären Unterricht zu spüren sei. Eine Einschätzung, die Bezirks-Schulinspektorin Elisabeth Bachler bestätigt.

Auf die Kinder scheint dieser Mangel jedoch glücklicherweise keine Auswirkungen zu haben. Zum Abschluss des Pressetermins stimmten sie „‚Feliz Navidad“ an und übten damit schon einmal für ihren Auftritt am Christkindlmarkt.

Feliz-Navidad
Chorgesang für die richtige Stimmung: Schüler der neuen Mittelschule Egger-Lienz interpretieren „Feliz Navidad“.
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