30 Jahre Familienhilfe in Osttirol

Unter dem Motto „nah, näher, am nächsten“ feierte die Caritas ihr Jubiläum.

Schaermer
Georg Schärmer plädierte als Leiter der Caritas Tirol mit „Nicht jeder ist mein Nächster, aber er kann es werden!“ für mehr Hochachtung und Nächstenliebe.

Hilfe bei der Betreuung von erkrankten Kindern oder alten Familienmitgliedern, Unterstützung bei chronischen oder psychischen Erkrankungen oder auch Ratschläge rund um Schwangerschaft und Entbindung sind nur einige der Einsatzgebiete der Caritas in Osttirol. Dabei „bedarf es eines enormen Mutes, um zuzugeben, dass man Hilfe braucht“, erklärte Georg Schärmer, Direktor der Caritas Tirol. Das war jedoch bei weitem nicht der einzige Denkanstoß, den er bei seinem Festvortrag anlässlich der Jubiläumsfeier von 30 Jahren Familienhilfe in Osttirol, am Freitag, 6. Dezember, lieferte. Schärmer plädierte  für mehr Aufmerksamkeit den Menschen im Umfeld gegenüber und gab zu bedenken, ob so etwas wie Nächstenliebe wirklich noch existiere: „Nicht jeder ist mein Nächster, aber er kann es werden!“

Bereichsleiterin Maria Glanzl und Regionalstellenleiter Andreas Huber begrüßten zum Festakt in der Lienzer Spitalskirche neben vielen Freunden und Gästen auch Bezirkshauptfrau Olga Reisner und die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.

Seit 30 Jahren ist die Caritas in Osttirol tätig, begonnen hat alles 1976 in der Privatwohnung von Frau Bendl, der damaligen Einsatzleiterin der Familienhilfe für den Lienzer Talboden. Damals war Bendl mit zwei weiteren Helferinnen noch Angestellte der Pfarre St. Andrä; 1983 übernahm die Caritas die drei Frauen, da die Finanzierungsmöglichkeiten sonst nicht mehr ausgereicht hätten. Kurz darauf folgte der Zusammenschluss von 24 Gemeinden und Pfarren zum Trägerverband Familienhilfe, die inzwischen vier Helferinnen nahmen sich rund 36.000 Einwohner aus 24 Gemeinden an.

Caritas-Mitarbeiterinnen
Mit persönlichen Stücken veranschaulichten die Caritas Mitarbeiterinnen, wie unverzichtbar das Einbringen des eigenen Wesens in die Familienbetreuung ist.

Heute ist das Caritas-Team zwar immer noch eine weibliche Domäne, es sind aber weit mehr Betreuerinnen geworden. Zur Jubiläumsfeier unter dem Motto „nah, näher, am nächsten“ trugen die Caritas-Mitarbeiterinnen bunte T-Shirts mit der Aufschrift „Gemeinsam Wunder wirken“  – ein Leitspruch, dem sie auch in vielerlei Hinsicht gerecht zu werden versuchen. Zu Beginn der Feier stellten sie sich alle vor den Anwesenden auf, jede mit einem persönlichen Gegenstand in der Hand: eine Vase mit frischen Blumen, ein flauschiges, sonnenförmiges Kissen oder ein selbstgemaltes Bild mit roten und gelben Blumen. Symbolisch „deckten“ sie damit einen Tisch und kreierten so ein buntes Sammelsurium – ähnlich wie es auch in der Familienbetreuung ist, in der viele kleine Stücke zu einem großen Miteinander führen.

„Jeder ist willkommen, der Hilfe braucht“, unterstrich Landesrätin Christine Baur, die selbst nicht anwesend war, ihre Grußworte aber per Videobotschaft überbrachte. Und Schärmer schloss mit den Worten: „Erfolg heißt, dass zumindest ein Mensch leichter atmet, weil wir es ihm ermöglichen konnten!“

Musikalisch untermalt wurde die Jubiläumsfeier mit Saxophon- und Klavierklängen von „Saxolution“ – dem Duo Wolfram Dullnig und Clemens Herzog; im Anschluss an Festvortrag und Forumsdiskussion, bei der jeder zum Mitreden aufgefordert wurde, ließen sich die Besucher das Buffet munden, bereitgestellt von der Osttiroler Bauernkiste und der Lebenshilfe Osttirol.

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