Spitzenkandidaten kämpfen um Gunst bei AK-Wahl

Leistbares Wohnen, Kinderbetreuung und Lohnangleichung sind die Ziele.

Seit gestern liegen sie im Briefkasten, die Stimmkarten zur AK-Wahl. Mit heute,16. Januar, startet die Briefwahl, stimmberechtigt sind 207 000 AK-Mitglieder. Von 27. Januar bis 07. Februar wird in den Betrieben abgestimmt, hier sind es 38 500 wahlberechtigte ArbeitnehmerInnen, was die AK-Wahl zur zweitgrößten nach der Tiroler Landtagswahl macht.

Der Spitzenkandidat von AAB/FCG, und sein regionales Team, von links: Kurt Steiner, Erwin Zangerl, Manuela Schober und Erwin Bachmann.
Der Spitzenkandidat von AAB/FCG, und sein regionales Team, von links: Kurt Steiner, Erwin Zangerl, Manuela Schober und Erwin Bachmann.

Aus diesem Anlass lud die „Liste 1“ des FCG/AAB-Teams von AK-Präsident Erwin Zangerl, am Dienstag, 14. Januar, zur Pressekonferenz im Lienzer Gösserbräu. Die vergangenen fünfeinhalb Jahre war Zangerl an der Spitze der Tiroler Arbeiterkammer, in dieser Zeit fanden laut eigenen Angaben rund 31 000 persönliche und 70 000 telefonische Beratungen statt.

Projekte wie die Schaffung eines Pflegerates und die „Rettung aus der Luft“ bei Freizeit- oder Sportunfällen für AK-Mitglieder wurden durchgesetzt. Über die Ziele für die folgenden Jahre gaben Erwin Zangerl, die Osttiroler Spitzenkandidatin Manuela Schober, Erwin Bachmann und Kurt Steiner im Gösserbräu Auskunft: Geplant sei die Einrichtung einer „sozialen Feuerwehr“, eine gesteigerte Zahl an Eigentums- statt der aktuell häufigeren Mietwohnungen und das wohl größte Anliegen des Teams Zangerl – eine Neuauflage des Arbeitsrechts. „Man muss sich das einmal vorstellen: Teile unseres aktuellen Arbeitsrechtes stammen noch aus den Zeiten der Monarchie. Im europäischen Vergleich muss man sich dafür glatt schämen!“, führt Zangerl aus.

Die ausgearbeitete Neuversion soll daher bis zum Spätherbst fertig sein, um sie anschließend dem Nationalrat vorzulegen. Konkret für Osttirol versprach Erwin Zangerl zudem ein schnelles Handeln bezüglich eines Kassen-Augenarztes: „Es kann nicht sein, dass das so lange dauert, ich werde mich persönlich darum kümmern, dass eine Stelle ausgeschrieben wird.“

Die FSG-Arbeitnehmervertreter der Liste 2, von links: Stefan Mair, Martin Strasser und Günther Mayr.
Die FSG-Arbeitnehmervertreter der Liste 2, von links: Stefan Mair, Martin Strasser und Günther Mayr.

Von Innsbruck kam am Mittwoch, 15. Januar, Günter Mayr, Spitzenkandidat der „Liste 2“ angereist. Zusammen mit Stefan Mair, dem Osttiroler FSG-Vorsitzenden und Martin Strasser, Osttiroler Spitzenkandidat des Teams Günter Mayr, erklärte er am Haidenhof die primären Ziele der sozialdemokratischen GewerkschafterInnen. Allem voran ging es dabei um die Problematik des geringen Einkommens, trotz hoher Lebenshaltungskosten: „Unter 99 österreichischen Bezirken ist Lienz der siebtschwächste beim Einkommen. Frauen liegen sogar nur auf dem viertletzten Platz“, erklärte Stefan Mair. An diesem Ungleichgewicht wolle man arbeiten und nicht nur gleiche Löhne für gleiche Arbeit ermöglichen, sondern auch die mangelhafte Kinderbetreuung ausbauen, um berufstätige Frauen besser entlasten zu können. Günter Mayr ging in seinen Forderungen sogar noch weiter: „Der Weg zur Arbeit muss für alle, die öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit nützen, kostenlos sein.“

Insgesamt kandidieren acht Listen zur Arbeiterkammer- Wahl, wobei die Wahlbeteiligung beim letzten Mal mit 53% eher gering ausfiel. 2009 eroberten die schwarzen Gewerkschafter von ÖAAG/FCG gut 63% der Stimmen, die Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter lag bei knapp 20%.

Bei der diesjährigen AK-Wahl treten acht Fraktionen an: AAB-FCG (Spitzenkandidat Erwin Zangerl), Sozialdemokratische GewerkschafterInnen, FSG (Günter Mayr), Grüne in der AK Tirol – Unabhängige GewerkschafterInnen (Helmut Deutinger), Freiheitliche Arbeitnehmer (Franz Ebster), Solidarität in Tirol (Ahmet Kurtulus), Gewerkschaftlicher LinksBlock Tirol (Josef Stingl), Kommunistische Gewerkschaftsinitiative (International Melike Tohumcu) und Liste Perspektive (Temel Genc).

Mit 7. Februar endet die Wahl, am Samstag, 8. Februar, um 17 Uhr, soll das Gesamtergebnis vorliegen.

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