Zehn Jahre Parkinson-Selbsthilfegruppe Osttirol

Der Verein lädt am 11. April, dem Welt-Parkinson-Tag, ins Wohn- und Pflegeheim Lienz. 

Der Primar der Neurologischen Abteilung am BKH-Lienz, Josef Großmann, die Leiterin der Selbsthilfe Osttirol, Christine Rennhofer-Moritz und die Leiterin der Parkinson-Selbsthilfe Osttirol, Hildegard Mitterhofer. Foto: Dolomitenstadt/Veider
Der Primar der Neurologischen Abteilung am BKH-Lienz, Josef Großmann, die Leiterin der Selbsthilfe Osttirol, Christine Rennhofer-Moritz und die Leiterin der Parkinson-Selbsthilfe Osttirol, Hildegard Mitterhofer. Foto: Dolomitenstadt/Veider

Am Montag, 31. März, luden der Primar der Neurologischen Abteilung des BKH-Lienz, Josef Großmann, die Leiterin der Selbsthilfe Osttirol, Christine Rennhofer-Moritz und die Leiterin der Parkinson-Selbsthilfegruppe Osttirol, Hildegard Mitterhofer, zum Pressegespräch anlässlich des Welt-Parkinson-Tag am Freitag, 11. April. Zu diesem Anlass und zur Feier von zehn Jahren Parkinson-Selbsthilfe in Osttirol findet an diesem Tag im Lienzer Wohn- und Pflegeheim eine Vortragsreihe mit Beginn um 15 Uhr statt: Neben Großmann, der über die „Neuesten Erkenntnisse zu Parkinson“ informieren wird, referiert Johann Ebner, ebenfalls Mediziner, Obmann des DV der Selbsthilfe Salzburg und selbst Parkinsonbetroffener über „Das Leben lieben trotz Parkinson – Geheimnisse zum Glück“ und Mediziner Hans Rezac, Obmann des Landesverband Tirol von Parkinson Österreich erklärt „Parkinson aus der Sicht der Angehörigen“.

„Parkinson sollte nicht als Krankheit, sondern als Zusammenbruch kompensatorischer Systeme gesehen werden“, vermittelte Josef Großmann im Pressegespräch. „Es ist wie ein Schleier, der plötzlich wegfällt und die Symptome sichtbar macht.“ Bei den Betroffenen seien es auch nicht, wie häufig angenommen, die motorischen, sondern die nicht-motorischen Symptome, die zuerst auftreten. „Diese beeinflussen viel stärker den Alltag und können von Schlafstörungen bis zu Kreislaufproblemen reichen. Erst wenn der Zellverlust, bedingt durch die fehlende Bildung eines Botenstoffes, voranschreitet, kommen auch Probleme mit den Bewegungsabläufen hinzu. Oftmals treten auch sensorische Beeinträchtigungen wie Sehstörungen auf“, klärte der Primar weiter auf.

Die Demografie zeigt, dass die Tendenz der Parkinson-Fälle steigend ist – von 100.000 Personen sind rund 160 betroffen. Umso wichtiger ist es Hildegard Mitterhofer, die seit 10 Jahren die Parkinson-Selbsthilfe in Osttirol leitet, den Patienten im Umkreis eine umfassende Betreuung zu bieten: „Momentan hat unser Verein 16 Mitglieder, einmal im Monat treffen wir uns im Kegelstadel in Leisach. Die Betroffenen kommen dabei meistens in Begleitung von Verwandten.“

Nicht nur Treffen, auch ein Physiotherapeut sowie Gedächtnistraining und Vorträge aus dem medizinischen Bereich zählen zum Spektrum des Vereins. „Wir stehen auch mit anderen Gruppen in Verbindung und setzen uns mit Inhalten wie Ernährung in einer viermal jährlich erscheinenden Parkinson-Zeitschrift auseinander“, berichtete Mitterhofer weiter. Zudem veranstalte der Verein diverse Ausflüge und viele Feiern etwa zu Weihnachten und Ostern.

Am Welt-Parkinson-Tag wollen die Referenten auch über die Therapiemöglichkeiten informieren, die laut Großmann nicht nur eine gute symptomatische Kontrolle, sondern auch eine nicht dramatisch verkürzte Lebenserwartung ermöglichen. „Letztlich ist unser Ziel ‚die Krankheit nicht als Feind zu bekämpfen‘, wie Johann Ebner es einmal ausgedrückt hat“, schloss Christine Rennhofer-Moritz. Im Anschluss an die Vorträge am 11. April lädt die Selbsthilfe alle Anwesenden zu einem kleinen Buffet ein.

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