Großer Andrang auf Italienischkurse in Osttirol

Aktuelle TVB-Lehrgänge binnen Tagen ausgebucht. „Parla italiano?“

„Parla italiano?“ ist eine Frage, die in der kommenden Sommersaison oft in Osttirol gestellt werden wird. Um dem italienischen Gast und Kunden mit „Si!“ antworten zu können, veranstalten Wirtschaftskammer Lienz (WKO) und Tourismusverband Osttirol (TVBO) an drei Standorten Italienisch-Sprachkurse. Wie hoch der Bedarf ist, zeigt der Umstand, dass diese kurz nach Anmeldebeginn restlos ausgebucht waren. Claudia Isep vom TVBO sagt: „In der Urlaubsregion Defereggental und in der Nationalparkregion war der Kurs schon nach einem Tag ausgebucht, im Hochpustertal nach zwei Tagen.“ Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, seien einzelne Interessenten zu dem weniger ausgelasteten Kurs in der Wirtschaftskammer Lienz umgebucht worden, sodass dieser ebenfalls voll belegt werden konnte.

„Im Herbst werden im Rahmen der Vermieterakademie weitere Kurse angeboten. Wir stehen im dauernden Kontakt mit den Vermietern und versuchen jene Kurse anzubieten, die deren Bedarf sowie Bedürfnissen am besten entsprechen“, ergänzt Claudia Isep. Das Schwergewicht des Kursangebots liege auf der Konversation, um den Kursteilnehmern die Beantwortung wichtiger Fragen und das Gespräch mit dem italienischen Gast zu ermöglichen.

Alleine in der Sommersaison 2013 gab es 31.000 Ankünfte italienischer Gäste Nächte in Osttirol.
Alleine in der Sommersaison 2013 gab es 31.000 Ankünfte italienischer Gäste Nächte in Osttirol.

Alleine in der Sommersaison 2013 brachten italienische Gäste knapp 31.000 Nächtigungen. Das starke tagestouristische Aufkommen italienischer Gäste, auch aufgrund des Drauradwegs, hat schon in den vergangenen Jahren die Handelsbetriebe in Lienz zur Aktion „Lienz lernt Italienisch“ motiviert.

„Wie groß die Nachfrage insgesamt im Bezirk Lienz ist, lässt sich seitens des WIFI wegen der großen Anzahl an weiteren Anbietern nur schwer abschätzen. Der Bedarf an Fort- und Ausbildung ist in jedem Fall erkannt worden“, sagt Walter Patterer von der WKO, zuständig für Aus- und Weiterbildung des WIFI. „BfI, Volkshochschulen und Erwachsenenschulen bieten auch eine Vielzahl von Kursen an. Je näher diese Angebote am Wohnort der Interessenten sind, desto eher werden sie wahrgenommen. Dazu kommen die firmeninternen Schulungen.“

Die Erkenntnis, dass Italienisch-Sprachkompetenz die Aussichten auf einen Job verbessert, schlägt sich auch in den vom Arbeitsmarktservice angebotenen Kursen nieder. Christa Warmuth, stellvertretende Leiterin des AMS Zweigstelle Lienz, sagt: „Unsere in den Zwischensaisonen angebotenen Kurse, die sich vor allem an Arbeitnehmer im Handel und Tourismus richten, sind immer bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das Kursangebot richtet sich nach der Nachfrage der Interessenten, weswegen wir im Frühjahr 15 Plätze und im Herbst 30 Plätze anbieten.“ Ein offenbar antizyklisches Verhalten, ist die Frequenz an italienischsprachiger Kundschaft im Sommer belegbar höher als in der Wintersaison. Lag zum Beispiel in der Wintersaison 2012/13 der italienische Gästeanteil bei durchschnittlich 3 Prozent, so stieg der Gästeanteil in der nächtigungsstärkeren Sommersaison 2013 auf gute 13 Prozent.

Judith Bachmann, Kurs-Mitinitiatorin und Chefin des Hotels Strasserwirt, in dem einer der drei aktuellen Sprachkurse von TVB und WK stattfindet, sagt: „Unser Kursleiter vermittelt unter anderem auch, was den italienischen Gast auszeichnet und von anderen Gästeschichten unterscheidet. Bis Ende Juni, rechtzeitig zu Beginn der Sommersaison, wird der zwei Mal pro Woche stattfindende Kurs abgeschlossen sein. Und dann muss ich bei meinen fünf teilnehmenden Mitarbeitern Resultate sehen.“ Eine Besonderheit hat der Kurs im Hochpustertal laut Judith Bachmann aufzuweisen: „Ich war sehr überrascht, dass vor allem Private das Angebot wahrgenommen haben.“ Neun der 14 Oberländer Kursplätze sind von Privatvermieterinnen belegt.

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