Startschuss für regionale Freiwilligenzentren

Vor allem junge Menschen und Senioren sollen für Ehrenämter gewonnen werden.

Ob Nachbarschaftshilfe, Mitarbeit in einem Verein oder Einkaufsdienste für ältere Menschen – die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren sind vielfältig. Um die Freiwilligenarbeit in Tirol zu stärken, vorhandene Strukturen auszubauen, neue Angebote zu schaffen und mehr Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, startete im Frühjahr 2014 das Projekt „Freiwilligenpartnerschaft Tirol“ des Landes Tirol. Mit Freiwilligenzentren in allen Bezirken nimmt die Initiative im Jänner 2015 Fahrt auf. Der Startschuss für die lokalen Anlaufstellen fiel am 23. Oktober bei einem Vernetzungstreffen im Landhaus.

„Wir alle kommen irgendwann in die Lage, auf die Hilfe unserer Mitmenschen angewiesen zu sein. Der Staat kann das in geeigneter Weise nicht alleine erledigen“, schilderte Landeshauptmann Günther Platter eingangs die Grundidee. „Die gegenseitige Unterstützung und Solidarität, die nur aus der Gesellschaft heraus erwachsen kann, ist der Kitt unserer Gemeinschaft – und diesen wollen wir gemeinsam mit den Sozialpartnern, der Caritas Tirol und verschiedenen Unternehmen stärken.“ Eine effiziente Grundstruktur für zivilgesellschaftliches Engagement stelle das Land Tirol mit den Freiwilligenzentren. Die Kosten dafür tragen das Land Tirol und die Projektpartner.

freiwilligenpartnerschaft
Die Projektpartner, darunter Michael Hohenwarter vom Regionsmanagement Osttirol (4.v.l) mit Landeshauptmann Günther Platter. Foto: Land Tirol/Pidner

„Während den Organisationen, die Freiwillige suchen, die Möglichkeit geboten wird, sich zu präsentieren, können sich Interessierte bei den Freiwilligenzentren über ehrenamtliches Engagement informieren“, erklärte der Leiter der Abteilung Landesentwicklung und Zukunftsstrategie, Christoph Platzgummer. „Die Servicestellen werden aber auch ehrenamtlich Tätige mit Aus- und Weiterbildungsangeboten unterstützen und Projekte planen und umsetzen.“ Darüber hinaus sei eine tirolweite Online-Börse für Freiwilligenarbeit geplant. Bis auf den Bezirk Schwaz sowie Innsbruck und Umgebung werden die Freiwilligenzentren an die Regionalmanagements angeknüpft. In Osttirol wird demnach das RMO zuständig sein, das durch Geschäftsführer Michael Hohenwarter vertreten war.

Während es bei Sport-, Kultur- oder Traditionsvereinen nicht an Nachwuchs mangele, gebe es im Sozialbereich Lücken. Caritas-Direktor Georg Schärmer erläutert: „Wir werden in Zukunft weder die Mittel noch die Menschen haben, um hinter jede Bedürftigkeit eine verbindlich abgesicherte Hauptamtlichkeit zu stellen.“ Sämtliche Studien würden belegen, dass sich 25 Prozent der Jugendlichen für Natur und Mensch einsetzen wollen. Junge Menschen abzuholen sei deshalb ebenso geboten, wie SeniorInnen zu begeistern. Freiwilliges Engagement fördere erwiesenermaßen die Gesundheit von SeniorInnen und sei ein präventives Element gegen Vereinsamung. Bereits jetzt können sich Einrichtungen, Vereine und Organisationen für den nächsten „Freiwilligentag“ am 19. März 2015 anmelden.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren