Pech für Abramowitsch: Es geht noch größer

Derzeit liegt die zweitgrößte Yacht der Welt in unserem Hafen vor Anker.

Hamiltons Hafen bietet um diese Jahreszeit meistens freien Blick auf das türkisfarbene Meer. Die monströsen Kreuzfahrtschiffe legen im Winter – wenn überhaupt – nur an den beiden anderen Häfen an, aber nicht mehr in der kleinen Hauptstadt der Bermudas.

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Umso überraschter war ich heute Morgen, als ich in die Stadt fuhr und schon von weitem ein riesiges Schiff vor Anker liegen sah. Beim Näherkommen entpuppte sich das „Boot“ aber weder als kleines Kreuzfahrtschiff noch als Kriegsschiff, sondern als die zweitgrößte Motoryacht der Welt mit dem klingenden Namen „Eclipse“. Die Ankunft des schwimmenden Luxusuntersatzes in seinem eingetragenen Heimathafen hat auch in der hiesigen Tageszeitung für Schlagzeilen gesorgt.

Auf der Insel erfüllt sich mancher den Traum vom eigenen Boot. Der eine möchte ein Motorboot, der andere ein Segelboot, mancher hält einen kleinen Katamaran für das höchste Glück. Meine Familie mag die nicht motorisierten Schiffe. Wir sind stolze Besitzer mehrerer Seekajaks! Jedem das seine eben. Ich bin allerdings ohnehin keine Schiffsliebhaberin, da äußerst seeuntauglich. Bei mir schlägt die Seekrankheit rasch und ohne Erbarmen zu.

Aber was da momentan im Hafen liegt, konnte selbst ich nicht übersehen: Die über 162 Meter lange Privatyacht wurde in der Hansestadt Hamburg gebaut und 2010 dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch übergeben. Sie wurde seit Baubeginn zweimal verlängert, um die damals längste Yacht der Welt zu übertreffen, was aber auch nicht lange von Erfolg gekrönt war, zumal seit 2013 eine noch größere Yacht auf den Weltmeeren herumtuckert, und zwar die 180m lange „Azzam“ von Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate.

Herr Abramowitsch muss sich mit seiner Eclipse, die mit zwei kleineren Schiffen seine Privatflotte abrundet, aber durchaus nicht schämen, hat sie doch auf ihren neun Decks neben den Unterkünften für 24 Gäste und 70 Bedienstete so einiges zu bieten, zum Beispiel Swimmingpools, mehrere Whirlpools, eine Diskothek, ein Kino, drei Motorboote, zwei Hubschrauberlandeplätze sowie ein kleines U-Boot.

Der Preis wird auf 340 Millionen Euro geschätzt, inklusive U-Boot und Raketenabwehrsystem sogar auf 850 Mio Euro. Das Schiff ist mit vielen Spitzfindigkeiten ausgerüstet, die die Privatsphäre der Passagiere sicherstellen sollen. So können Unterwasserscheinwerfer Taucher und Schwimmer schon von weitem ausmachen, gepanzerte Bullaugen und Blitzlichtsensoren schützen vor unliebsamen Paparazzi und unzählige Bewegungsmelder warnen vor Eindringlingen.

Das Innere des Luxusschiffes ist mir ob dieser Sicherheitsmaßnahmen leider nicht offenbart worden (Fotos finden Interessierte aber im Internet) und auf eine Einladung als Gast muss ich wohl auch noch warten. Einen Schnappschuss von außen konnte mir aber niemand verwehren, ohne Blitzlicht und Teleobjektiv selbstverständlich ;-).

Fotos: Petra Heinz-Prugger
Fotos: Petra Heinz-Prugger
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