„Altes raus“ schafft Arbeitsplätze

s’Gwandtl organisiert die Altkleidersammlung in ganz Osttirol.

Das Frühjahr naht zwar erst in gemächlichen Schritten, doch bald kann man die Winterkleidung wegräumen. Manches davon mag vielleicht gar nicht mehr zurück in den Kasten, sondern will möglichst sinnvoll entsorgt werden. Hier kommt s’Gwandtl ins Spiel: Der sozialökonomische Betrieb sorgt seit 1997 flächendeckend in Osttirol dafür, dass die Altkleidersammlung nachhaltig entsorgt wird.

Im "s'Gwandtl" wird das Sortiment auf Frühjahr umgestellt.
Second-Hand liegt im Trend. „s’Gwandtl“ sammelt deshalb in ganz Osttirol Altkleider.

Wie es funktioniert? Wer Altkleider hat, gibt sie bei einer Recyclingstelle ab, dann kommen die s’Gwandtl-Mitarbeiterinnen mit einem ihrer zwei Kleintransporter, bringen die Säcke in die Deponie Lavant und alle zwei Wochen transportiert ein LKW etwa 14 Tonnen Kleidung nach Italien. Dort werden sie an einen Großhändler übergeben, der sich wiederum verpflichten muss, die Ware ganz im Sinne der FairWertung und der Zero-Waste-Academy über lizensierte und kontrollierte Sortierer zu vermarkten. Second-Hand-Shops in aller Welt werden mit den Waren beliefert und was nicht mehr brauchbar ist, wird im Textilrecycling weiterverarbeitet.

s’Gwandtl finanziert sich aus den Erträgen und bietet 23 Frauen einen Arbeitsplatz, davon zwei Lehrstellen für Bekleidungsgestaltung und 13 befristete Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Frauen. Zusätzlich werden begleitende sozialpädagogische Beratungen angeboten. Seit 2013 konnten mit den Erlösen aus dem Altkleidergroßhandel drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Da sich das AMS – neben dem Land Tirol Fördergeber des Gwandtl – vermehrt mit Einsparungsmaßnahmen konfrontiert sieht und Ende 2014 bereits zwei sozialökonomische Betriebe schließen mussten, wird diese Selbstfinanzierung immer wichtiger.

Wichtig ist, nur
Nicht alles, was aus Stoff ist, gehört in den Altkleidersack.

Um den Mitarbeiterinnen vom Gwandtl die Arbeit zu erleichtern, sollten nur folgende Gegenstände in den weißen Original-Altkleidersack: Kleidungsstücke, Schuhe (paarweise) und Heimtextilien (Bett- und Tischwäsche, Handtücher, Vorhänge). Verschmutzte und kaputte Kleidung bzw. Schuhe, Putzfetzen, Federbetten und Teppiche gehören in den Rest- oder Sperrmüll. Auch für Schi-und Schlittschuhe, Inline-Skates, Moon-Boots und Gummistiefel sucht man besser eine anderweitige Verwendung. Altkleidersäcke erhält man in den Gemeinden oder im Second-Hand-Shop vom s’Gwandtl. Wer besonders nett sein will, bringt die gut erhaltenen Kleidungsstücke gleich auch dort vorbei. Das ist doppelt nachhaltig, denn es spart Verkehrswege.

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